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Musikalischer Luftballon

Heuer bietet die Chorakademie Vorarlberg unter Markus Landerer Werke von Anton Bruckner an – ein Probenbesuch.

anna mika

Die geistlichen Chorwerke von Anton Bruckner sind ein Markstein der österreichischen Kirchenmusik“, begründet Markus Landerer seine Entscheidung, in diesem Jahr sich mit der Chorakademie Vorarlberg dem österreichischen Hochromantiker zu widmen. Um jährlich ein Projekt mit der Chorakademie Vorarl­berg zu verwirklichen, macht sich Markus Landerer von seinen vielfältigen Verpflichtungen als Domkapellmeister des Wiener Stephansdomes los und kommt nach Vorarlberg.

Obwohl es ein sonniges Winterwochenende ist, das zum Wandern und Skifahren lockt, proben die vielen Chorsängerinnen und Chorsänger, unter denen auch eine Reihe von beruflich mit Musik befassten Personen sind, mit großem Idealismus die gesamten zwei Tage im Mehrzweckraum des Instituts Sankt Josef in Feldkirch.

Das hohe C

„Bruckner ist nicht leicht zu singen, man muss sich beschäftigen mit ihm und sich auf ihn einlassen“, gibt Markus Landerer zu, und einige Sänger des Chores bestätigen dies. Zum Beispiel wird im „Te Deum“ ein ausgehaltenes hohes C von den Sopranen verlangt. Dieses bekannte und mächtige Werk aus der Zeit, in der sich Bruckners Meisterschaft auf dem Höhepunkt befand, stellt Landerer der frühen Messe in d-Moll gegenüber. Er findet diesen Gegensatz zwischen der getragenen Messe und dem strahlenden „Te Deum“ eine spannende Programmkombination.

Für die Fischer-Chöre

In der Probe am Sonntagmittag ist zwei Wochen vor den Aufführungen ein so genannter Durchlauf angesagt. Der Chor singt stehend und mit voller Stimme, Markus Landerer, unterstützt von einer Korrepetitorin, leistet viel: Er dirigiert den Chor und markiert singend die Einsätze der Solisten. Doch einmal muss er doch unterbrechen, denn ein Tempowechsel klappt nicht. „Ich fuchtle hier wie für die Fischer-Chöre, und ihr macht das nicht mit“, ereifert er sich. Doch am Ende des Durchlaufs zeigt er sich wieder versöhnlich: „Vieles ist sehr gut gewesen!“

Landerer versteht es, mit plastischen Bildern mitzuteilen, was er möchte: „Diese Phrase muss in die Höhe gehen, als würde sie von einem Luftballon nach oben gezogen“ und dann schwingt er sich in die verbalen Ebenen eines Karl Valentin auf: „Die Ewigkeit dauert relativ lang, gerade ihrem Ende zu.“ Er spielt dabei auf die Tatsache an, dass Komponisten das Wort „Ewigkeit“ oft mit lang anhaltenden Tönen versinnbildlichen. Diese hervorragende Probenarbeit und die Einsatzfreude der Choristen und Choristinnen führt sicher zu hörenswerten Konzerten, die heute um 19.30 Uhr in Feldkirch in der Konservatoriumskapelle und morgen um 18 Uhr in Bludenz in der Heilig-Kreuz Kirche über die Bühne gehen werden.

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