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Pferdegetrappel mit Mozart und Chiropraktiker

Ein Fest für alle Sinne wurde in Salzburg gegeben, denn Meister Bartabas reiste mit seiner Akademie der Reitkunst aus Versailles an.

martina pfeiffer-steiner

Mozartwoche in Salzburg, Jänner, kalt, der Schnürlregen geht in romantischen Schneefall über. Das Festival hat Tradition und ausverkauft sind die Highlights schon lange, vor allem wenn der „Pferde-Choreograf“ Bartabas mit seiner Académie équestre de Versailles gewonnen wird und Pferde, Menschen, Musik, Bewegung, Licht und Kostüme zum poetischen Gesamtkunstwerk verschmilzt.

Ungewohnter Geruch in der Felsenreitschule (ein naheliegender Schauplatz), die Pferde drehen zum Eingewöhnen ihre Runden, während Besucher und Besucherinnen die Plätze einnehmen. Die Kantate Davide penitente von Wolfgang Amadeus Mozart wird gegeben, die auf die c-Moll-Messe KV 427 zurückgeht.

Marc Minkowski, seit drei Jahren künstlerischer Leiter der Mozartwoche, dirigiert und wagt das Experiment, den Salzburger Bachchor und die Musiker und Musikerinnen von „Les musiciens du Louvre Grenoble“ in den Arkaden zu platzieren. Ein riesiger technischer Aufwand, denn in jeder Arkade steht eine Monitorbox, damit der Chor das Orchester und die Solisten hört. Das erzählt die Montafonerin Barbara Tschugmell, die vor zwei Jahren nach Salzburg übersiedelte und den Kammerchor Feldkirch mit dem Bachchor eintauschte. „Man muss sich extrem konzentrieren, auf die Pferde schauen ist nicht drinnen.“ Mit dem Dirigenten sei eine Zeichensprache ausgemacht: Legt er die Hand auf den Kopf, bedeutet das „Catastrophe!“ und wenn die schwierigen Stellen umschifft sind, schicke er ein Küsschen. Zu Beginn, beim Aufmarsch der Pferde, müsse er sich dirigierend zum Publikum drehen, denn Pferde irritiert das „Gefuchtel“.

Mit den Tieren sei es bei jeder Aufführung etwas anders und Blumen würden am Schluss keine mehr überreicht, denn bei der Premiere scheuten die Pferde und begannen die Blumen aufzufressen. Und noch eine weitere Person aus Vorarlberg ist nach der Vorstellung vor Ort anzutreffen. Ein Arzt, er habe eben noch die Pferde behandelt, erzählt er. Das verwundert, ist er doch gar kein Veterinär. Doch er erwidert: „Auch Pferde können einen steifen Nacken haben, der mit Chiropraktik genauso behandelt wird wie beim Menschen.“ Interessant.

So wie man sich 2015 auf Mozart allumfassend in Verbindung mit Franz Schubert und Elliott Carter einlassen konnte, werden es 2016 Felix Mendelsohn Bartholdy und Henri Dutilleux sein. Das Programm liegt bereits auf und die Mozartwochen-Community von nah und fern reserviert schon eifrig Karten.

Info: Die Mozartwoche 2015 läuft noch bis morgen. Informationen zur Veranstaltung 2016 unter: www.mozarteum.at

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