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Die Kunst des Funkens und Empfangens

Der neue Direktor des Kunsthauses Bregenz setzt auf internationale Kunst, beispielsweise jene der Turner-Prize-Gewinnerin Susan Philipsz.

angelika drnek

Als eines der ersten Häuser der Kunst dieser Welt bezeichnete gestern Thomas D. Trummer das Kunsthaus Bregenz (KUB). Deshalb sei er dem Ruf nach Vorarlberg gefolgt, erklärte der gebürtige Steirer gestern bei seinem ersten offiziellen Auftritt als neuer Direktor des KUB.

Für die kommenden Jahre wünscht sich Trummer internationale Künstler, die auf den Ort Bezug nehmen, an dem ihre Kunst gezeigt wird. Das seien sowohl das Kunsthaus mit seiner besonderen Architektur als auch die Menschen, die hier leben. Erst wenn Kunst die Geschichte des Orts aufnehme, sei sie einmalig, meinte der Ausstellungsmacher, der vor Bregenz unter anderem der Kunsthalle Mainz vorstand.

Im Gegensatz zu Ausstellungen, für die in Bregenz lediglich „Kisten ankamen, die dann ausgepackt wurden“, seien jene Schauen am besten gewesen, für die die Künstler sich eben auf den Ort eingelassen hätten. Trummer, der bei der Schilderung seiner Pläne für den Zumthor-Bau einen fast mystischen Ton anschlug, hat einen Anspruch an die Kunst, der nicht immer einfach zu erfüllen sein wird: Kunst soll das Empfinden der rezipierenden Menschen verändern. Darüber hinaus soll das KUB sowohl „Funkturm“ als auch „Weltempfänger“ sein.

Aus für KUB-Arena?

Einen ersten Einblick in sein Programm für 2016 gab Trummer ebenfalls: Susan Philipsz, britische Turner-Prize-Gewinnerin von 2010, wird eine Schau in Bregenz gestalten.

Spannend sind auch Trummers Pläne für die Strukturen des KUB. Die KUB Arena, also das Erdgeschoss des Hauses, das sich bisher mit jungen Positionen in der Kunst befasste und von Eva Birkenstock kuratorisch betreut wurde, soll es in Zukunft so nicht mehr geben, sagte der neue Direktor gestern. Es müsse zwar erst noch evaluiert werden, doch gab Trummer zu bedenken, dass „kunsttheoretische Erkundungen zwar wichtig wären, doch sollten sie das sinnliche Wahrnehmen nicht suspendieren“.

Vom KUB-Team solle zwar „niemand bestraft“ werden, doch ließ Trummer offen, welche personellen Konsequenzen eine strukturelle Veränderung mit sich bringen würde.

Universalkünstler

Im KUB-Schaufenster im Postgebäude, wo bisher Architekturmodelle von Peter Zumthor ausgestellt waren, sind nun bis Ende September Zeichnungen von Per Kirkeby zu sehen. Kirkeby überließ dem KUB eine rund 250-teilige Sammlung von Zeichnungen und Skizzen bis 1997. Eine Auswahl dieser Zeichnungen, unter anderem von der nie realisierten Skulptur in der Form eines verkehrten Hakenkreuzes für den Platz vor der Landesbibliothek, hat Chef-Kurator Rudolf Sagmeis­ter nun getroffen. Kirkebys Arbeit konnten Besucher des KUB das letzte Mal 1997 sehen, als „einem der letzten Universalkünstler“ (Sagmeister) eine Schau in Bregenz gewidmet war.

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