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angelika drnek

Die Bombe

Die Vermessung der Kulturlandschaft Vorarl­bergs war das Motto der Kulturenquete des Landes. Dabei machte bei den Teilnehmern der Veranstaltung am Donnerstag ein Witz die Runde: Hätte man am Vormittag (als die Reihen der Enquete noch sehr gut besetzt waren) im Montforthaus eine Bombe gezündet, dann müsste man die Kulturlandschaft des Landes tatsächlich neu vermessen. Nun waren so gut wie alle Vortragenden der Enquete Subventionsnehmer oder Kommissionsmitglieder. Da fragt sich, wie eine Enquete im Jahre 2025 aussehen würde, wenn Bund und Land tatsächlich aufhörten, ihre Förderungen nach dem Gießkannenprinzip auszuschütten. Denn dieses Vorhaben wurde sowohl von Vertretern des Bundes als auch von Kulturlandesrat Bernhard artikuliert. Ebenso – vielleicht einem Künstlern oft nachgesagten Selbstzerstörungstrieb folgend – von manchen Vortragenden der sogenannten freien Szene. Vielleicht wäre das Ergebnis tatsächlich ein (international) vorzeigbares: wenige Spitzen statt vieler Hügel. Tatsache ist allerdings, dass eine Wanderung durch Hügellandschaften viel gemütlicher ist als eine Bergtour auf den Piz Buin. Vor allem, wenn man am Weg viele alte Bekannte trifft. Man darf gespannt sein, ob die Politik nun in Steigeisen oder Nordic-Walking-Stöcke investiert. Gerade nach einer Enquete, auf der zwar keine Bombe gezündet, aber doch ein wenig gezündelt wurde.

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