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Ein Museum für Helmut King

Helmut King hat es in das renommierte Bode-Museum Berlin, geschafft. Ein Künstler, dessen Werke nicht nur dort sehenswert sind.

Von Robert F. Weber (Text) und Klaus Hartinger (Fotos)

Helmut King kann etwas. Er überzeugt mit Schere, Stift und Lineal. Gearbeitet hat der Künstler „einst“ im Brotberuf als Buchhalter. Eigentlich nur, um sich seine Kunst zu finanzieren, um darin unabhängig zu sein.

„The“ King hat viele schöne Kunstwerke vorzuzeigen, sehr kreative. Dass er auch von Buchhaltung etwas versteht, ist an der Ordnung in seinem Atelier abzulesen. Wenn er ein Objekt erwähnt, findet er es auch gleich. In einem Regal oder Ordner. Zeit ist erforderlich, wenn ein Überblick über das Schaffen von Helmut King gewonnen werden will, langweilig wird es nicht.

Sogar eigenes Geld hat King gestaltet. Und dieser Umstand hat seine Werke in die Ausstellung „Kunst prägt Geld: Muse macht Moneten“ gebracht, die aktuell im Bode-Museum Berlin zu sehen ist.

Kings in Vorarlberg wohl bekannte Serie „Kretzer“ und noch andere Objekte haben es zuvor schon in die „Sammlung Haupt“ geschafft. Und von dort dann in das wichtige Berliner Museum. Im Detail ist das so geschehen: „The“ King hat auf der „Zappanale“, einem Festival zu Ehren Frank Zappas, „Kretzer“-Scheine verteilt. Auf dreien davon standen Zappa-Sprüche, weil Helmut King Zappa sehr schätzt respektive geschätzt hat, etwa: „Music is the best“ (auf dem 1000er). Irgendwie sei von dort, von der „Zappanale“, ein Geldschein, durch Zufall, in Berlin bei dem Sammler Stefan Haupt gelandet. Der hätte King dann angeschrieben und gefragt, ob er nicht alle Geldscheine haben könnte.

Das habe er, Helmut King, natürlich sehr gerne gemacht. Er hätte die Scheine geschickt, und dann sei die Antwort gekommen, dass im Spätherbst eine Ausstellung in Berlin stattfinden würde, die bis in den Mai 2017 läuft. Dass er da ausgewählt worden sei, hätte ihn natürlich riesig gefreut.

Stichwort gefreut. Helmut Kings Werke sind in der Mehrzahl bunt. Und mit dieser Buntheit heben sie die Laune. Auch der Sammler hat sich offensichtlich gefreut. In einem Newsletter zu seiner Sammlung steht, dass die demnächst in der Ausstellung „Kunst prägt Geld: Muse Macht Moneten“ im Bodemuseum Berlin zu sehende Künstlergeld-Serie mit dem provokanten Untertitel „Support Art … (Don‘t) Buy A King“ ein neues Highlight der Sammlung sei. Natürlich möchte Helmut King seine Kunstwerke sehr wohl verkaufen. Die Aufforderung, dass sie nicht gekauft werden sollten, machte er schon vor Jahren. Sie soll das Gegenteil bewirken. Weil Leute eben oft genau das Gegenteil von dem täten, was man ihnen sage, meint der Künstler.

Leonardo da Vinci. Auf der Vernissage in Berlin hat „The“ King sogar Vorarlberger getroffen, was ihn sehr überrascht habe. In dieses Museum jemals hineinzukommen, das hätte er sich nicht gedacht. Er habe dort vor zwei Jahren eine Ausstellung über die Renaissance gesehen. Da wären Leonardo-da-Vinci-Bilder zu sehen gewesen, die man nur ein Mal sehe. Und jetzt würden dort seine Scheine hängen. Das sei super gelaufen. Mit Da Vinci in einem Museum.

Ersterer hängt jetzt nicht mehr dort. Sein Bild, „Die Dame mit dem Hermelin“, sei nur ein Mal dagewesen und hänge sonst in Krakau. Dafür können jetzt King-Kunstwerke betrachtet werden.

Stichwort Da Vinci, Stichwort künstlerische Vorbilder von Helmut King. Da gebe es viele, die ihn beeinflusst hätten. Ganz früher sei er leicht beinflussbar gewesen, und das habe man auch gesehen, aber irgendwann hätte er das dann abgelegt und eigene Sachen gemacht.

Dass viele „Azteken“ oder „Totems“ zu sehen sind im Atelier von Helmut King, möchte der nicht bestätigen. Das sehe so aus, das habe schon ein Mal jemand gesagt, aber das liege an den verwendeten Zigarettenschachteln. Und er hätte es gerne bunt. Er habe auch viele schwarze Tuschzeichnungen gemacht, die ihm auch gefielen, aber er komme immer wieder zum Bunten zurück. Helmut King macht auch tolle Objekte aus Fundstücken. Zum Beispiel seine Hobel. Ein Mal auf einem Flohmarkt gesehen und daraus echte Kings gemacht.

Stichwort „King“. Der Familienname King ist in Vorarlberg geläufig. Anderswo wird er wahrscheinlich für einen Künstlernamen gehalten. Mit seinem Namen hat King also Glück gehabt, mit seiner Begabung tolle bunte Kunst zu machen auch, denn er hat eine wahrlich „Kingsche“ Begabung.

Die eigenen Kunst-Briefmarken für die sogenannte „Mail-Art“ sind sehr schön. Aktuell arbeitet „The“ King an Kanistern, die er wieder bunt gestaltet und aussschneidet und wieder wie Totems (oder vielleicht Drachen) aussehen lässt, natürlich nur ganz unabsichtlich. Jedenfalls hat der Künstler King so viele und so gute Objekte in seinem Atelier-Bestand, dass leicht gedacht werden kann, dass der 1950 in Hard geborene Mann eigentlich ein eigenes Museum verdienen würde. Vielleicht in Hard oder Bregenz, wo er wohnt.

Kings Kunst ist bunt, einfalls-, detail- und facettenreich. Die neuen verzierten und umgeformten (Benzin-) Kanister werden an verschiedenen Orten Vorarlbergs aktuell abgelichtet und wahrscheinlich als Kalender erscheinen. Als eine Radfahrerin zufällig am Atelier vorbeifährt, bleibt sie neugierig stehen. Was das sei, möchte sie wissen. Als sie der Künstler darüber aufklärt, dass das Kunst sei, die bald auch als Kalender erhältlich sein werde, findet sie die Kunst-Kanister und den „Kalender-Umstand“ „brutal cool“.

 Bis 27. Mai 2017 im Bode-Museum Berlin. Als Buch: Alexa Küter/Bernhard Weisser: „Kunst prägt Geld: Muse Macht Moneten“, ISBN: 978-3-86646-137-6.

<p class="caption">Helmut King in seinem Atelier. Er weiß sofort, wo alles zu finden ist. Und es ist vieles zu sehen.</p><p class="credit" />

Helmut King in seinem Atelier. Er weiß sofort, wo alles zu finden ist. Und es ist vieles zu sehen.

<p class="caption">Helmut King in seinem Atelier. Er weiß sofort, wo alles zu finden ist. Und es ist vieles zu sehen.</p><p class="credit" />

Helmut King in seinem Atelier. Er weiß sofort, wo alles zu finden ist. Und es ist vieles zu sehen.

<p class="caption">„The“ King umgeben von seinen bunten Werken.</p>

„The“ King umgeben von seinen bunten Werken.

„Mir gefällt bunt.“

Helmut King, Künstler.
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