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Schwarzenberg

Ein dichtes Spiel und eine selten gespielte Sonate

Paul Lewis bei der Schubertiade. Schubertiade

Paul Lewis bei der Schubertiade. Schubertiade

Der britische Pianist Paul Lewis überzeugte das Schubertiade-Publikum mit seinem klugen Programm.

Ein regelmäßiger und immer wieder überzeugender Gast der Schubertiade ist der britische Pianist Paul Lewis. Auch am Sonntagnachmittag führte er sein Publikum durch ein kluges und chronologisch aufgebautes Programm, wobei er auch mit einer selten gespiel­ten Sonate von Carl Maria von Weber bekannt machte.

Den Anfang machte der stets konzentrierte, kurz und knapp auftretende Lockenkopf aus Liverpool mit der ersten Partita von Bach: Rund, klangvoll, dicht ist sein Spiel, fein ausgeleuchtet, deutlich in den Charakterisierungen der Tanzsätze. Dezent setzt er das Pedal ein, um ein größtmögliches Legato zu formen. Die Sarabande atmet, leuchtet, in den reichen Verzierungen arbeitet der Pianist mit behutsamer Agogik und Freiheit, und in der abschließenden Gigue werden die Springfiguren von einem großen Bogen überspannt.

Kluges Maß. Aus der Energie dieser Gigue heraus setzt Lewis gleich den Kopfsatz der Beethoven-Sonate Es-Dur op. 7 an, wechselt Akkorde und präsent gesetzte Staccato-Läufe. Zum Zentrum wird der langsame Satz mit seiner stets wachsenden und entwickelnden Spannung, für die Lewis ein kluges Maß findet. Mittel- und Unterstimmen sind schön herausgearbeitet und selbst mächtigste Akkorde werden bei Lewis nie knallig formuliert, sondern sind eingebunden in den Gesamtklang.

Das kommt natürlich auch seinem kantablen, warm timbrierten, milde gestimmten Schubert-Spiel zugute, aus dessen Werk er zwei kleinere beliebte Werke ausgewählt hat.

So, wie Lewis, der von Alfred Brendel geprägt ist, das ganze Programm in seinen Tonartenbeziehungen aufgebaut hat, wächst auch die große As-Dur-Sonate op. 39 von Weber aus dem vorherigen Moment Musical von Schubert heraus: Mit einer Tremolo-Figur in tiefer Lage hebt sie an, steigert sich zu romantischer Fülle.

Immer wieder klingen Themen an, wie sie Weber in seinen Opern eingesetzt hat, pianistisch höchst anspruchsvoll in rauschender Dramatik und perlenden Passagen, doch als Komposition wenig strukturiert und etwas weitschweifig. Paul Lewis widmet sich der Sonate mit großer Liebe und Hingabe, der romantische Ton klingt immer geschmackvoll und ausbalanciert. So aus­ufernd Weber klingen mag, so knapp und verdichtet ist Lewis’ erste Zugabe: Chopins Minutenwalzer.

Katharina von Glasenapp

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