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Rankweil

Drucke als „Kammermusik der bildenden Kunst“: Ausstellung

Die „Figuren“-Ausstellung in Rankweil.  Wolfgang Ölz

Die „Figuren“-Ausstellung in Rankweil.  Wolfgang Ölz

Im Museum für Druckgrafik zeigt Markus Gell Litografien aus seiner umfangreichen Sammlung und eigene Werke.

Markus Gell ist auf seinem Fachgebiet der Druckgrafik nicht nur im Land, sondern weit darüber hinaus eine Klasse für sich. Markus Lüpertz stellte fest, dass er erst bei Markus Gell erstmals mit den Ergebnissen aus der Lithografie, dem klassischen Steindruck, zufrieden war.

In seiner Druckwerkstätte, die der Rankweiler Druckexperte Gell unter dem Label „Museum für Druckgrafik“ führt, stellt er zurzeit Werke aus seiner umfangreichen Sammlung und eigene Drucke zum Thema „Figur“ aus. Es ist schon erstaunenswert, wer da alles vertreten ist. Von Otto Dix hat er aus seiner subtileren Werkphase nach dem zweiten Weltkrieg eine rare Lithografie einer im Ausdruck direkt berührenden Kreuzigung, die lediglich in einer Auflage von zehn Stück gedruckt wurde. Von Pablo Picasso sind zwei Köpfe aus der Druckerei Mourlot in Paris vertreten, die Gell selbst besucht hat. Die Druckerei Mourlot ist immer noch in Betrieb, erzählt Gell, und in ihrem ursprünglichen Inventar könne man den Eindruck haben, dass der Altmeister Picas­so persönlich um die nächste Ecke biegen könnte.

Als Drucker arbeitet Markus Gell für Vorarlberger Künstler wie Herbert Albrecht und Gottfried Bechtold, aber auch für österreichische Kunststars wie Hermann Nitsch oder die japanische Biennale-Künstlerin Chiharu Shiota, die alle in der aktuellen Schau zu sehen sind.

Auf Augenhöhe. Sein neuester Partner ist nun Lüpertz, der sich selbst medial oft als exzentrischer Maler mit eigenem Geniekult präsentiert. Die Zusammenarbeit zwischen Gell und Lüpertz geschehe allerdings auf Augenhöhe. Künstler und Drucker müssen sich nämlich aufeinander einlassen, um gemeinsam ein zufriedenstellendes Resultat zu erzielen. Es hat sich so eingebürgert, dass Lüpertz in seinem jährlichen Urlaub in der Toskana einen Zyklus schafft, dieses Jahr zu den Jünglingen von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle. Ende August treffen die auf Umdruckpapier gezeichneten Vorlagen in Rankweil ein, Markus Gell überträgt diese auf den Stein und macht, was er am liebsten tut: Er druckt. Die Drucke sieht er als Kammermusik der bildenden Kunst. Im Gegensatz zu großen Opern sind sie weniger originär, dafür aber finanziell erschwinglich.

Wolfgang Ölz

„Figuren“, bis 21. Oktober im Museum für Druckgrafik. www.markusgell.com.

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