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Wien

Ein Comiczeichner auf den Spuren von Marcel Proust

Der Wiener Comiczeichner Nicolas Mahler hat aus Prousts epochalem Werk eine Bilderzählung geschaffen.

Der Wiener Nicolas Mahler ist einer der großen Comiczeichner der Gegenwart. Kürzlich konnte der Leser sich etwa daran erfreuen, wie er in der Literaturbeilage der „F.A.Z.“ die Gegenüberstellung von französischer und deutscher Kultur und Lebensart auf ebenso lakonische wie treffende Art auf Punkt und Strich brachte. Auch seine neueste Graphic Novel widmet sich Frankreich: Mit Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ erhält seine mit Thomas Bernhard begonnene und mit Robert Musil, Lewis Carroll und H.C. Artmann fortgesetzte Reihe der Roman-Neuinterpretationen ein neues Kapitel.

5200 Seiten umfasst Prousts Epochenbild in der Suhrkamp-Taschenbuchausgabe. Nicht einmal 170 Seiten braucht Mahler für seine in Schwarz, Weiß und Lila gehaltene Bilderzählung, die notwendigerweise einen radikalen Zugriff auf das Ausgangsmaterial unternimmt. Mahler nimmt das schlechte Klavierspiel von Madame Swann als lila Faden durch eine untergegangene Welt, die von abenteuerlichen Frisuren, strengen Gehröcken, ausladenden Dekolletés und steifen Umgangsformen geprägt ist. Dem melancholischen Geist der Vorlage hält Mahler ostentative Nüchternheit entgegen. Und so werden die berühmten Madeleines nicht zu Reliquien einer an sinnliche Genüsse geknüpften Erinnerungskultur –sondern einfach verspeist.

Nicolas Mahler nach Marcel Proust: „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. suhrkamp taschenbuch 4808, 174 Seiten, 19,50 Euro. Suhrkamp.de

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