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Manege frei: Ein Zirkus im Festspielhaus

Das „Zirkus Sevilla“-Team. Rechts: Nina Wolf.  NEUE/Hartinger

Das „Zirkus Sevilla“-Team. Rechts: Nina Wolf.  NEUE/Hartinger

Bei der crossculture-Produktion „Carmen in der Zirkuswelt“ können Schüler aktiv mitmachen. Auch für Familien gibt es eine Aufführung.

Von Lisa Kammann

Während die Seebühne den üblichen „Winterschlaf“ in der kalten Jahreszeit hält, starten die Vorbereitungen für den „Zirkus Sevilla“: In Zusammenarbeit mit dem Symphonieorchester Vorarlberg, dem Teatro Sociale di Como und der Organisation Superar Vorarlberg, wird im Festspielhaus ein besonderer Opern-Zirkus veranstaltet. Mit dem crossculture-Programm der Bregenzer Festspiele, das jungen Menschen einen Zugang zu Musik und Theater ermöglichen soll, wird in dieser Produktion „Carmen“ in die Manege transponiert.

Ein bedeutender Partner des Projekts ist „Opera Domani“, ein Vermittlungskonzept des Teatro Sociale die Como (AsLiCo). Ein wesentlicher Aspekt bei „Opera Domani“ ist, dass junge Menschen aktiv an der Produktion beteiligt sind. Seit 1996 gibt es dieses Programm, wie Martina Beria, Projektleiterin des Vermittlungsprogramms bei AsLiCo, bei einem Pressegespräch im Festspielhaus erläutert. Nina Wolf, Leiterin von crossculture, habe die „Opera Domani“-Produktion „Turandot“ in Como gesehen und war begeistert von dem Konzept, wie sie erzählt. Nun wird diese Idee nach Vorarlberg gebracht. Bis zu 3000 Kinder können bei dem Projekt mitmachen, informiert die Festpiel-Intendantin Elisabeth Sobotka.

Mitmach-Oper. Zuerst werden die teilnehmenden Schulklassen in der Schule auf „Carmen in der Zirkuswelt“ vorbereitet. In einem Workshop erhalten Lehrer Informationen zum Stück, die diese dann im Unterricht den Schülern weitergeben. In einem Heft sind der Inhalt der Oper und sonstiges Wissenswertes altersgerecht aufbereitet. Weiters werden die Schüler Auszüge aus sieben Carmen-Arien einstudieren, und diese dann bei der Aufführung mitsingen. Die Arien werden hauptsächlich auf Deutsch gesungen, eine auf Französisch. Die Solo-Partien sind mit jungen Sängern besetzt.

Außerdem basteln die Schüler an den Requisiten mit. Jedes Kind fertige besipielsweise einen eigenen Clown-Hut an. Im „Zirkus Sevilla“ spielt ein Clown mit – so können sich die Kinder mit ihm identifizieren, erklärt Wolf. Nach der Vorbereitungsphase während des Semesters wären die Schüler sehr neugierig und gespannt darauf, die Charaktere auf der Bühne kennenzulernen, weiß Beria aus Erfahrung.

Das Symphonieorchester Vorarlberg spielt mit einem 20-köpfigen Ensemble nicht nur an den drei Aufführungsterminen im Mai 2018: Die SOV-Musiker kommen auf Wunsch auch in den Unterricht, um bei den musikalischen Übungen zu helfen. Während der Aufführung unterstützt ein Kinderchor von Superar Vorarlberg – mit dieser Organisation soll ein niederschwelliger Zugang zu Gesangsunterricht ermöglicht werden – die Schüler beim Singen. Der Chor soll wie ein „Zugpferd“ die anderen Schüler mitnehmen, sagt Wolf.

Zauber und Illusion. Carmen in den Zirkus zu verlagern, biete die Möglichkeit, die Oper für junge Menschen zugänglich zu machen, meint Sobotka. Mit dem Zirkus-Motiv, der „Doppelbödigkeit“ der theatralen Illusion, könne das tragische Ende der Oper mit Carmens Tod relativiert werden, meint die Intendantin. Zusätzlich werden die Schüler auch durch die Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt vor der Aufführung sensiblisiert, fügt Beria hinzu. Der Regisseur des „Zirkus Sevilla“, Andrea Bernard, hat die Oper für die Kinder auf 70 Minuten gekürzt. Zauber und Fantasie sind die Attribute, die die Inszenierung ausmachen, sagt Bernard. So werde Carmen zu einer Zauberin in der Manege. Viel mehr möchten die Verantwortlichen zum Inhalt noch nicht verraten.

Karin Engstler, Landesschulinspektorin für Allgemeinbildende Pflichtschulen in Vorarlberg, zeigte sich überzeugt, dass die Schüler nicht nur etwas lernen, sondern auch Spaß am Mitmachen haben werden.

Carmen in der Zirkuswelt

Carmen in der Zirkuswelt wird am 29. Mai 2018 für Schulklassen und einmal für Familien, und am 30. Mai für Schulklassen aufgeführt. Bis zu 1000 Schüler können pro Aufführung im Großen Saal im ­Festspielhaus zusehen und mitmachen. Die Bregenzer Festspiele bieten am 2. Februar und am 2. März jeweils einen kostenlosen Workshop für Lehrer an. Weitere Schulklassen (Schüler im Alter von 6 bis 12 Jahren) sind ­willkommen.
Anmeldungen sind bis 31. Jänner 2018 möglich. Infos und Anmeldung: info@cross-culture.at

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