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Vaduz

Keine Antwort auf das Warum: Schau zum Thema Linien

„on lines“ im Kunstraum Engländerbau.  Wolfgang Ölz

„on lines“ im Kunstraum Engländerbau.  Wolfgang Ölz

Bignia Wehrli, Lydia Wilhelm und Maureen Kägi zeigen im Kunstraum Engländerbau Werke zum Thema Linien.

Alle drei jungen Kulturschaffenden, Bignia Wehrli (Jahrgang 1979), Lydia Wilhelm (Jahrgang 1975) und Maureen Kägi (Jahrgang 1984) haben Kunst an diversen Hochschulen gelernt, an zum Teil renommierten Locations ausgestellt, etliche Preise und Stipendien gewonnen, und Wehrli lehrt mittlerweile selbst an der Universität in Hannover.

Es handelt sich also um eine im Kunstbetrieb etablierte, auch von der Fachjury des Engländerbaus für gut befundene Kunst, die da im Herzen von Vaduz zu sehen ist. Originell ist sie jedenfalls, allerdings verbleibt ein Problem: Es handelt sich um künstlerische Arbeiten, die die Frage des Wie beantworten, es kommt jedoch zu keiner aus den Objekten nachvollziehbaren Antwort auf die Frage des Warum.

Positivistisch. Die rein des­kriptive, positivistische Sicht auf die Dinge kommt bei Bignia Wehrlis Arbeit „Sonnenzirkel“ am augenscheinlichsten zum Tragen. Die zugrunde liegende spektakuläre Aktion wird so beschrieben: „Eine mit Fotopapier bestückte Lochkamera reiste an zehn sonnigen Tagen im August 2017 die Strecke von 14,4 km von Sargans bis Buchs auf dem Rhein und fotogra­fierte die Sonne.“

Die Fotos, die die Kamera von der Sonne machte, werden ausgestellt. Die Reise mit einem schwarzen Schwimmreifen wird mathematisch präzise und minutiös beschrieben. Keine Metaphorik, keine Erklärung, keine Antwort dazu. Soll hier die Absurdität des rein naturwissenschaftlichen Weltbildes verdeutlicht werden, wenn die Mathematik die Philosophie ersetzen soll?

Sinnlos. Das reale Zahlenmaterial kippt in die Sinnlosigkeit. Maureen Kägi, die zurzeit im Bildraum in Bregenz präsent ist, ist mit zwei großformatigen Bildkörpern vertreten, die mit ihren schier unermesslichen gestrichelten Linien einfache optische Effekte multiplizieren.

Lydia Wilhelm verteilt Äste (Schwemmholz) im Ausstellungsraum und versieht die Holzstücke mit kleinen batteriebetriebenen Motoren, die eingeschaltet einen ohrenbetäubenden Lärm verursachen. Damit hat sie wohl ein Stück Landart als Arte Povera ins Museum geholt, das Warum und Wieso bleibt sie schuldig.

Wolfgang Ölz

„on lines“. Bignia Wehrli, Lydia Wilhelm, Maureen Kägi. Bis 12. November im Kunstraum Engländerbau. Mo. bis So., 13 bis 17 Uhr, Di., 13 bis 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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