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Reise durch ein zerstörtes Land

Dunkle und helle Mächte und Wechselspiele von Gut und Böse prägen Uwe Timms neuen Roman „Ikarien“.

Angesiedelt ist „Ikarien“, der neue große Roman von Uwe Timm (73), wie andere Werke von ihm auch in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Mit einer komplizierten politisch-emotionalen Gemengelage sieht sich der Protagonist Michael Hansen konfrontiert, ein aus Hamburg stammender US-Offizier, der im Auftrag der amerikanischen Regierung Forschungsergebnisse des Eugenikers Alfred Ploetz aufspüren soll.

Jener Ploetz, der von Hitler zum Professor ernannt worden war, gilt als geistiger Vater der NS-Rassenhygiene, als streitbarer Fachmann für Reproduktionsmedizin. Bei seiner Arbeit trifft Hansen auf den ehemaligen KZ-Insassen Wagner, der in jungen Jahren mit Ploetz befreundet war. Beide begeisterten sich einst für den Sozialrevolutionär Étienne Cabet (1788–1856) und dessen Roman „Voyage en Icarie“.

Die Grenzen zwischen rechts und links, zwischen Rassenwahn und idealistischem Weltverbesserungseifer, zwischen rigider Selektion und einem sozialromantischen Gleichheitsstreben werden fließend.

Gut und Böse liegen in der höchst seltsamen Freundschaft zwischen Wagner und Ploetz nur einige Zoll auseinander.

„Ikarien“ ist kein Buch für zartbesaitete Gemüter, sondern ein dicker, vielschichtiger Brocken, der viel Aufmerksamkeit und Ausdauer erfordert, der vor allem nicht nur gelesen, sondern auch bezwungen werden muss. Peter Mohr

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