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Bregenz

Ausstellung: Zwei Felsbrocken und andere Fundstücke

Maureen Kaegi und Ludwig Kittinger im Bildraum.  Wolfgang Ölz

Maureen Kaegi und Ludwig Kittinger im Bildraum.  Wolfgang Ölz

Das Künstlerpaar Maureen ­Kaegi und Ludwig Kittinger hat für seine Ausstellung „There seems to be a strong tendency to collect ideas“ im Bildraum in Bregenz einen Roadtrip nach Kroatien gemacht. Mit viel persönlichem Einsatz präsentieren die beiden Fundstücke von dieser Reise, die mit dem klassischen Begriff der Autorenschaft spielen und die jeden zu seinen jeweilig eigenen Geschichten anregen sollen.

Kaegi (geboren 1985) hat an der Universität für angewandte Kunst in Wien studiert und auch professionell als Tänzerin gearbeitet. Kittinger (geboren 1977) ist Assistent am Institut für Skulptur und Raum an der Universität für angewandte Kunst. Gemeinsam verbindet sie eine intensive Zusammenarbeit, eine gemeinsame Autorenschaft für ihre Werke, ein Dialog, der ihre unterschiedlichen Positionen zum Teil verschmelzen ließ – und über den sie auch im privaten Bereich ein Paar wurden.

Geschichten. Auf der Reise nach Kroatien wollten sie bewusst die Projektarbeit im Atelier verlassen, um eigene Erfahrungen zu machen. Auf ihrem Weg durch Ex-Jugoslawien wurden ihnen verschiedenste Dinge wichtig, die sie auch jeweils mit einer Geschichte erläutern können. Allerdings sei die eigene Geschichte, die sich ein Kunstbetrachter dazu denkt, „immer die richtige Geschichte“, wie Kittinger betont.

Zwei Felsbrocken sind ausgestellt, einer vom höchsten Berg Sloweniens, dem Triglav, und einer vom Steinbruch in Hohenems. Einerseits bringen sie künstlerische Souvenirs von ihrer Reise mit, andererseits berücksichtigen sie die Region vor Ort. Überhaupt scheint ein Überthema der Ausstellung zu sein, wie Dinge aus einem ursprünglichen Kontext in einen neuen überführt werden und dann doch ihre eigene Geschichte behalten. Ein Kurzvideo vom Donauufer zeigt, wie jemand mit Wasser auf Steine schreibt, und wie diese Schrift dann wieder verschwindet. Kaegi führt aus, dass sie damit den vergeblichen Versuch, etwas festzuhalten, darstellen wollten. Es geht auch um Lesbarkeit und das Verschwinden der Lesbarkeit.

Ein negativ verwendeter Begriff im Pressetext zur Ausstellung, nämlich „blinder Appropriatismus“, führt allerdings auf eine bedenkliche Spur. „Appropriatismus“ bezeichnet eine Kunstrichtung der späten 1970er-Jahre, die Autorenschaft, Originalität, geistiges Eigentum und Marktwert neu verhandelte. Sollte sich die künstlerische Aufgabenstellung innerhalb von vierzig Jahren nicht irgendwie weiterentwickeln?

Wolfgang Ölz

Bis 17. November. Infos: www.bildrecht.at/bildraum.

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