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Ein Glück bringender Organismus

Leicht und doch prägnant wirkt die Plastik in der Montagehalle. Kleines Bild: Aljoscha inmitten seines Werks. Philipp Steurer (2)

Leicht und doch prägnant wirkt die Plastik in der Montagehalle. Kleines Bild: Aljoscha inmitten seines Werks. Philipp Steurer (2)

Der ukrainische Künstler Aljoscha hat eine große Plastik in den Kunstraum Dornbirn gebracht.

Von Lisa Kammann

Mit einer riesigen, scheinbar schwebenden Plas­tik bespielt der ukrainische Künstler Aljoscha den Kunstraum Dornbirn. „Eine Biologie des Glücks“ möchte Aljoscha für den Besucher erlebbar machen. Tatsächlich erheiternd ist die Farbe, die neben der prägnanten Form ins Auge sticht: Pink – oder neonrosa, wie der Künstler dazu sagt – leuchtet das Konstrukt im Licht. Mit Acrylfarbe und Arcrylglas hat der Künstler etwas erschaffen, das gleichsam organisch und künstlich wirkt, wie eine wohlgesinnte Lebensform, die aus der Zukunft zu kommen scheint.

Das Thema Glück kommt in der Plastik auf verschiedene Arten zum Tragen, wie der Künstler und der Kunstraum-Leiter Thomas Häusle erläutern. Zum einen ist das Werk von einer persönlichen Vorstellung von Glück motiviert. Schon in jungen Jahren habe sich Aljoscha vorgenommen, ein glückliches Leben zu führen. Auch die Farbe habe dem Künstler schon als Kind gefallen. Oft wird sie in seiner Arbeit verwendet. Blau wäre eine Alternative gewesen, sagt Aljoscha, doch Neonrosa sei weniger kalt. Die Farbe beinhalte die Wärme von Rot, und gleichzeitig die kühle Distanz von Blau.

Häusle führt den biowissenschaftlichen Aspekt dieser Arbeit aus. Es gehe auch um wissenschaftliche Fortschritte zur Verbesserung der Lebensbedingungen des Menschen: die Herstellung von organischen Prototypen, die im Körper eingesetzt werden, um Krankheiten zu heilen oder vorzubeugen. Diese sind gleichzeitig artifiziell (künstlich erzeugt) und biologisch (organisch). Und so bringt Häusle den Begriff „Biofakt“ – als Herleitung von „Artefakt“ – ins Spiel. Die Plastik spannt also einen Bogen zwischen einer organischen und anorganischen Materialität.

Ausdehnung. Die Form beeindruckt: Die Ränder des Objekts wurden von Aljoscha mit heißer Luft verformt. Fransig sind die Umrisse geformt, die in den Raum ragen. In seinen Werken finden sich nie gerade Linien, merkt der Künstler dazu an. Es wirkt durch die Ränder der Plas­tik beinahe so, als dehne sich die Form in der Halle aus. Und so sei diese nur eine Momentaufnahme, ein Zustand in einem offenen Prozess, sagt Häusle.

Im Kontrast zu dem nüchternen industriellen Charakter des Raums kommt das farbige Objekt besonders zur Geltung. Diese Gegenüberstelltung sei wichtig für das Projekt, meint Aljoscha: Die ehemalige Montagehalle hat einen ursprünglich funktionalen Hintergrund, während Kunst immer afunktional sei, keinem bestimmten Zweck folgt.

Zwar habe der Künstler bereits vor etwa zwei Jahren ein Modell für die Plastik angefertigt, die endgültige Komposition könne jedoch erst vor Ort vollendet werden. So wurde die Plastik nach hinten, weg vom Eingangsbereich verschoben. So habe der Besucher den idealen Blick. Damit komme das Objekt richtig zum Ausdruck, denn die Plastik ist gleichzeititg kleinteilig und monumental, detailreich und groß.

Aljoscha drückt damit auch die allgemeine Position des Menschen aus: Wenn wir erklärbare Phänomene mit dem Mikroskop untersuchen, fühlen wir uns groß und mächtig. Stehen wir jedoch vor einem riesigen Objekt, das wir nicht einordnen können, wirken wir Menschen kleiner.

Mikro- und Makrokosmos, künstlich und organisch, opulent und doch leicht und schwebend: In Aljoschas Plastik kommt dies­ alles zusammen. Übrigens ist auch ein kleines Objekt zu sehen: ein dornenbuschartiges, pinkes Gewächs, in transparentem Acrylglas eingebettet. Der Kunstraum wird am Abend speziell für diese Ausstellung ausgeleuchtet, damit auch am Abend dieser faszinierende Organismus bewundert werden kann.

Aljoscha. „Eine Biologie des Glücks“. Eröffnung: heute um 18 Uhr im Kunstraum Dornbirn. Bis zum 11. März. Täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, von 23. Dezember bis 14. Jänner geschlossen.

<p class="caption">Leicht und doch prägnant wirkt die Plastik in der Montagehalle. Kleines Bild: Aljoscha inmitten seines Werks. Philipp Steurer (2)</p>

Leicht und doch prägnant wirkt die Plastik in der Montagehalle. Kleines Bild: Aljoscha inmitten seines Werks. Philipp Steurer (2)

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