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Paul Klee und seine Zeit am Bauhaus

Links: „Das Tor der Nacht“, 1921. Oben: „Über Bergeshöhe“, 1917. Zentrum Paul Klee, Bern, Bildarchiv (1)/Gemeentemuseum Den Haag (1)

Links: „Das Tor der Nacht“, 1921. Oben: „Über Bergeshöhe“, 1917.

 Zentrum Paul Klee, Bern, Bildarchiv (1)/
Gemeentemuseum Den Haag (1)

Bis 10. Juni ist in der Pinakothek der Moderne in München eine Schau über Paul Klees Schaffen um die 1920er-Jahre zu sehen.

Die Pinakothek der Moderne in München widmet sich in einer Ausstellung dem Schaffen des Künstlers Paul Klee am Bauhaus und während der 1920er-Jahre. Neben Werken aus eigenen Beständen wie „Der Vollmond“ oder „Das Abenteurer-Schiff“ präsentieren die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen 129 Leihgaben aus Europa, Asien und den USA, die zum Teil seit Jahrzehnten nicht in Deutschland zu sehen waren.

„Paul Klee. Konstruktion des Geheimnisses“ ist bis zum 10. Juni zu sehen. Die Pinakothek kooperiert dabei mit dem Franz Marc Museum in Kochel am See, das ebenfalls bis zum 10. Juni Klees Landschaftsbilder ausstellt.

Spannungsreiche Zeit. Paul Klee (1879–1940) wurde von Walter Gropius ans Staatliche Bauhaus nach Weimar berufen und startete dort 1921 seine Lehrtätigkeit. 1931 kündigte er und wechselte an die Kunstakademie in Düsseldorf. Die Nationalsozialisten diffamierten sein Werk, so dass er 1933 in seine alte Heimat in der Schweiz zurückkehrte, wo er bis zu seinem Tode 1940 lebte.

„Lieber verehrter Paul Klee wir lassen einstimmig den ruf an sie ergehen zu uns als meister ans bauhaus zu kommen“ – mit diesen Worten warb Walter Gropius 1920 um den vielseitigen Künstler. 1921 wurde er Lehrer an der renommierten Kunstschule, eine spannungsreiche Zeit begann: hier ein Maler mit einer Vorliebe für rätselhafte, bisweilen romantische Fantasiewelten, dort das Staatliche Bauhaus, das sich ab 1923 stärker auf Technik und Industrie ausrichtete und um dessen künstlerische Linie immer wieder gestritten wurde.

Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen zeigen 145 Gemälde und Papierarbeiten, darunter 16 Exponate aus eigenen Beständen. Einige der Leihgaben aus Europa, Asien und den USA seien zum Teil seit 80 Jahren nicht mehr in Deutschland zu sehen gewesen, erklärt der Generaldirektor der Staatsgemäldesammlungen, Bernhard Maaz, am Mittwoch in München. Museen wie das Museum of Modern Art in New York, das Centre Pompidou in Paris oder das Kunstmuseum Basel haben Werke beigesteuert.

Die Ausstellung zeigt die Vielseitigkeit des Malers, der sich den Expressionisten des Blauen Reiters ebenso verbunden fühlte, wie er von Kubismus, Surrealismus und Konstruktivismus fasziniert war. Zu sehen sind Zeichnungen mit Bleistift, oft voller Witz und Ironie wie die Papierarbeit „leider eher abwärts“ von 1939, auf der ein im Fallen begriffener Körper zu sehen ist.

Gedankenwelten. Einblicke in Klees fantastische Gedankenwelten gibt das Aquarell „Die Idee der Türme“, ein Kopf inmitten von schmalen Bauwerken, die in den Himmel ragen. Geheimnisvoll dagegen „Gestirne über bösen Häusern“, „Der Vollmond“ oder „Das Abenteurer-Schiff“. Überhaupt tauchen Sterne und Monde immer wieder in seinen Werken auf, so etwa in dem spannungsreichen, äußerst farbenfrohen Aquarell „Feuer bei Vollmond“.

1931 verabschiedete sich Klee aus dem Bauhaus und wechselte als Professor an die Düsseldorfer Kunstakademie. Eine Befreiung, wie die zum Abschied veröffentlichte Papierarbeit „drüber und empor“ deutlich macht: eine Figur, die sich aus einem Netz geometrischer Figuren zu befreien scheint. Klee reflektiere damit augenzwinkernd seine Option, sich aus den politischen und konzeptionellen Konflikten des Dessauer Bauhauses herauszuarbeiten, heißt es dazu im Ausstellungskatalog. Denn auch wenn sich Klee gerne abstrakter Linien und geometrischer Formen bediente, malte er immer wieder Figuren jenseits der Vernunft und voller Gefühl.

<p class="caption">Links: „Das Tor der Nacht“, 1921. Oben: „Über Bergeshöhe“, 1917.</p><p class="caption"> Zentrum Paul Klee, Bern, Bildarchiv (1)/Gemeentemuseum Den Haag (1)</p>

Links: „Das Tor der Nacht“, 1921. Oben: „Über Bergeshöhe“, 1917.

 Zentrum Paul Klee, Bern, Bildarchiv (1)/
Gemeentemuseum Den Haag (1)

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