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Vielseitige Kunst aus der Ostschweiz

Werke von Thomas C. Jutz, Kuspi018 und Hansruedi Emele (v.l.). Lisa Kammann

Werke von Thomas C. Jutz, Kuspi018 und Hansruedi Emele (v.l.). Lisa Kammann

In der Villa Claudia in Feldkirch sind derzeit spannende Arbeiten von Künstlern des Vereins art d’Oséra in Diepoldsau zu sehen.

Von Lisa Kammann

Mit der Kunst Grenzen überschreiten: Das ist die Intention, die hinter einer Kooperation zwischen dem in Diepoldsau ansässigen Verein art d’Oséra und dem Verein KunstVorarlberg liegt. 2017 waren Werke Vorarlberger Künstler in der ehemaligen Dosenfabrik in der Schweiz zu sehen, nun wird der Gegenbesuch abgehalten: In der Villa Claudia in Feldkirch zeigen Hansruedi Emele, Peter Federer, Jürg Jenny, Thomas C. Jutz, Willi Keller, Simon Kness, Willi Lässer, Konrad Thurnherr, Päuli Wiesner, Kuspi018 und Josef Alge einen Ausschnitt ihres Schaffens.

Dabei zeigt sich, dass die Kunstszene jenseits des Rheins der Vielfalt in Vorarlberg um nichts nachsteht. Bilder aller Art, verschiedene Skulpturen mit eigenem Stil, Expressives, Geometrisches, Humorvolles, Sinnhaftes – das ist in der Schau zu sehen. Aus dem Ganzen sticht vor allem eine raumgreifende Installation von Kuspi018 heraus.

Anmut und Ausdruck. Im ers­ten Ausstellungsraum wurden große Ölbilder von Willi Keller neben Päuli Wiesners Werke aus Papier gestellt. Kellers Gemälde strahlen eine gewisse atmosphärische Ruhe aus. Objekte scheinen im Hintergrund eines Strandes platziert zu sein. Eine „Dose“ und „Strandgut“ gewinnen durch ihre Präsentation im Bild an Anmut und Präsenz. Keller lebt in Marbach mit „Sicht übers Rheintal“, wie in den Künstler-Statements zu lesen ist.

Willi Lässer zeigt fotografische Arbeiten, die dem Betrachter die Möglichkeit zur Orientierung entziehen. „Boden“, „Luft“, „Feuer“ heißen die Werke, in welchen nicht genau erkennbar ist, was genau zu sehen ist. Wie in verschwommenen Traumbildern wird das alltäglich Sichtbare verfremdet. Die Bronze­skulpturen von Hansruedi Emele zeigen kantige, dünne Figuren. Sie sind versehen mit Requisiten wie einer Krawatte („Kontrolle“) oder einem Buch („es steht geschrieben“).

Peter Federers Skulpturen sind weniger gegenständlich: Mit Eisenstäben, die an bestimmten Stellen eingeknickt sind, schafft er „Figuren“, die eine deutliche Position zeigen. „Lauschen“, „ruhen“, „staunen“ heißen die Werke – erstaunlich ist, wie mit wenigen Handgriffen erkennbar menschliche Stellungen erzeugt werden können.

Ausdrucksstark sind die Ölgemälde von Simon Kness. Mit einer Pinselführung, die mit viel Farbe aus dem Ruder zu laufen scheint, werden Gesichtszüge unentzifferbar, wie in der Serie „Mienenspiele“. Fast ungemütlich anzusehen ist das großformatige Bild „Gerangel“: Menschen drängen sich auf dichtem Raum aneinander, in der Mitte verschwimmen die einzelnen Personen zu einem unruhigen Wirrwarr.

Die Kuh ist ein beliebtes Motiv von Thomas C. Jutz. Wie bei einem Schiebepuzzle wird eine blaue Kuh auseinandergenommen. Schwanz, Euter, Hörner: Die einzelnen Details werden als unvergleichliche Merkmale des Tiers liebe- und humorvoll hervorgehoben. Jutz will mit seinem Schaffen eine „neue Wahrnehmung“ ermöglichen.

Vergänglichkeit. Ein Autounfall, bei dem sein Bruder starb, hat das Leben von Kurt Spirig – Kuspi018 – grundlegend verändert, wie der Künstler in seinem Video „Kuspis Kunstmomente“ erzählt. Dies erklärt wohl auch die intensive Auseinandersetzung des Künstlers mit Tod und Vergänglichkeit. In der Villa Claudia ist eine Installation zu sehen, die an den mexikanischen Totenkult erinnert. Wesentlicher Teil davon ist ein Triptychon und davor eine „Gedenktafel“, versehen mit medizinischen Darstellungen des Skeletts sowie Bildern von Verstorbenen. Kuspis Arbeit ist auch angetrieben von einer Gesellschafts- und Religionskritik. Ein spannender Aspekt in der von Elisabeth Keller-Schweizer kuratierten Schau – sehr sehenswert.

Grenzenlos. Bis 11. März in der Villa Claudia. Fr., 16 bis 18 Uhr, Sa., 15 bis 18 Uhr, So., 10 bis 12 und 15 bis 18 Uhr. Am 11. März um 11 Uhr gibt es eine Führung mit Künstler Konrad Thurnherr.

<p class="caption">Werke von Thomas C. Jutz, Kuspi018 und Hansruedi Emele (v.l.). Lisa Kammann</p>

Werke von Thomas C. Jutz, Kuspi018 und Hansruedi Emele (v.l.). Lisa Kammann

<p class="caption">Werke von Thomas C. Jutz, Kuspi018 und Hansruedi Emele (v.l.). Lisa Kammann</p>

Werke von Thomas C. Jutz, Kuspi018 und Hansruedi Emele (v.l.). Lisa Kammann

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