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Mit offenen Augen durch die Welt gehen

Gabriele Schweigebauer und Niklas Koch im Spielboden Kinosaal. Die Filme um 20.15 Uhr werden im Großen Saal gezeigt.  Klaus Hartinger

Gabriele Schweigebauer und Niklas Koch im Spielboden Kinosaal. Die Filme um 20.15 Uhr werden im Großen Saal gezeigt.  Klaus Hartinger

Interview. Gabriele Schweigebauer (26) und Niklas Koch (24) organisieren das diesjährige Human Vision film festival. In einem Interview erzählen sie mehr darüber.

Im vergangenen Jahr startete das Human Vision film festival mit der ersten Ausgabe. Wie ist es 2017 beim Publikum angekommen?

Niklas Koch: Bei der Premiere ist das Festival auf jeden Fall gut angekommen. Die Besucherzahlen waren überraschend gut. Es hat auch einige Kritikpunkte gegeben, die haben wir versucht aufzunehmen, um das Festival zu verbessern. Wir haben beispielsweise heuer darauf geachtet, dass die Filme einen deutschen Untertitel haben. Fremdsprachige Filme mit englischem Untertitel sind schwerer zu verstehen. Wir möchten jedem die Chance bieten, den Filmen folgen zu können.

Was ist die Intention hinter dem Festival? Was möchten Sie dem Publikum anbieten?

Gabriele Schweigebauer: Im Großen und Ganzen geht es darum, Menschen zu sensibilisieren. Wir möchten aufzeigen, dass Menschenrechte etwas ganz Wichtiges sind. Wir sollten mit offeneren Augen durch die Welt gehen, aufeinander Acht geben. Überall auf der ganzen Welt gibt es Themen, die angesprochen werden sollten. Wir wollten das Programm auch breit aufstellen, dass wir Filme über verschiedene Themen zeigen können.

Koch: Der Untertitel des Festivals ist „Mensch, Gesellschaft, Welt“. Dieser Titel ist absichtlich sehr breit gefasst, das gibt uns die Möglichkeit, verschiedenste Menschenrechtsthemen anzusprechen.

Beim Festival sind ein Spiel- und acht Dokumentarfilme zu sehen. Wie ist es zu der Auswahl gekommen?

Schweigebauer: Wir haben zuerst eine große Auswahl aus Programmen von großen internationalen Filmfestivals entnommen. Vom Jüdischen Filmfestival in Wien, dem „Sundance Film Festival“ in Utah bis zum „One World“ in Prag sind wir einiges durchgegangen. Im zweiten Schritt haben wir geschaut, welche Filme prämiert worden sind, wie die Kritiken sind, und ob sie mit einem deutschen Untertitel verfügbar sind. Die Auswahl hat sich dann wie bei einem Trichter verdichtet. In Sitzungen haben wir eine Auswahl getroffen, und natürlich haben wir die Filme auch angeschaut. Und es ging auch darum, wie die Filme thematisch zusammenpassen. Die Frage war auch, zu welchen Filmen wir ein Rahmenprogramm gestalten können.

Zum Rahmenprogramm: Es gibt drei Ausstellungen, und musikalisch sind Ulrich Gabriel mit dem Kontaktchor und der Spielboden Chor beteiligt. Wie hat sich das ergeben?

Koch: Die Ausstellungen kommen von unseren wertvollen Kooperationspartnern Verein Amazone, Europa Union Vorarl­berg und Südwind, die zum Teil auch die Patenschaft für einen Film übernommen haben.

Schweigebauer: Ulrich Gabriel passt mit seinem Integrationsprojekt, dem Kontaktchor, sehr gut ins Rahmenprogramm und auch der Spielboden Chor gibt ein Konzert in Bezug auf die Rechte von Frauen am 8. März, dem Weltfrauentag.

Am Weltfrauentag gibt es auch zum Anlass passende Filme?

Koch: Ja, zuerst läuft „The Queen of Ireland“. Es geht um eine Drag Queen, die in Sachen Homoehe-Referendum in Irland sehr aktiv war. In Kooperation mit dem Verein Go West und der Aids-Hilfe Vorarlberg gibt es im Anschluss ein Filmgespräch. Das ist ein spezieller Zugang zum Weltfrauentag.

Schweigebauer: Um 20.15 Uhr läuft dann „For Ahkeem“. In dem Dokumentarfilm geht es um ein 17-jähriges Mädchen, das in einem Ghetto von St. Louis, Missouri, aufwächst. Es wird gezeigt, wie es den Alltag mit Kind bewältigt. Thema ist, zum Beispiel, auch die Ungleichbehandlung von Schwarzen und Weißen vor Gericht. Dieser Film wird in Kooperation mit dem Verein Amazone und der Offenen Jugendarbeit Dornbirn (Ojad) gezeigt.

Gibt es einen Film, der Ihr persönlicher Favorit ist?

Koch: Ich finde „Machines“, der am letzten Festivaltag gezeigt wird, sehr interessant. Darin geht es um eine Textilfabrik in Indien. Der Zuschauer erlebt die Zustände hautnah, der Film ist stilistisch sehr gut. Es gibt keine Filmmusik, man hört nur das monotone Rattern der Maschinen. Tiefgehende Interviews gibt es auch. Der Zuschauer realisiert, wie Kleidung in Billiglohnländern produziert wird. Aber natürlich sind alle Filme äußerst sehenswert (lacht).

Schweigebauer: Was für mich persönlich den Festival-Charakter besonders unterstreicht, sind die Filme „Back to the Fatherland“ und „Sand and Blood“, denn da werden auch die Regisseure vor Ort sein. Das Publikum hat im Anschluss an die Vorführung die Möglichkeit, den Regisseuren Fragen zu stellen.

Lisa Kammann

Human Vision 2018

Das Human Vision film festival läuft von 6. bis 10 März am Spielboden Dornbirn. Ein übergeordneter Kooperationspartner ist die Vorarlberger Plattform Menschen-Rechte-Leben. Neben acht Dokumentarfilmen und einem Spielfilm wird ein reiches Rahmenprogramm geboten: Es gibt drei Ausstellungen, Konzerte, Filmgespräche und einen Büchertisch. Im Spielboden Foyer werden auch Kurzfilme gezeigt. Infos zum Programm gibt es unter www.spielboden.at

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