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Unkonventionelles von Thomas Rauch

Thomas Rauch zeigt seine Werke in der Villa Falkenhorst.  Bandi Koeck (3)

Thomas Rauch zeigt seine Werke in der Villa Falkenhorst.  Bandi Koeck (3)

Thomas Anton Rauch zeigt in der Villa Falkenhorst seine neue Serie zu einem brisanten Thema.

Von Bella Koeck

Der ehemalige Betreiber der Feldkircher Sonderbar, Thomas Anton Rauch, hat sich zeit seines Lebens mit Kunst auseinandergesetzt. Seit 2014 ist er hauptberuflich künstlerisch tätig und ließ bereits mehrmals von sich hören. In der Villa Falkenhorst zeigt Rauch Werke aus der neuen Serie, aber auch ältere Bilder. Es sind ­dies Bilder zum Thema „Wa(h)re Frau“: „Meine Bilder handeln von Unterbezahlung, Altersarmut, Gewalt gegen Frauen oder Frauen in Männerjobs wie auch Zwangsverheiratung“, so der Künstler.

Meister der Symbolik. Die Villa Falkenhorst in Thüringen ist nicht zufällig gewählt. Im geschichtsträchtigen Pöllnitzkeller – das Gebäude wurde vor 200 Jahren durch John und Jane Douglas erbaut, der bekannte Reiseschriftsteller John Douglas ebendort geboren – finden sich die unkonventionellen Porträts bekannter sowie markanter Personen. Es sind dies unter anderem Joseph Beuys, Popikone Prince, David Bowie, Iggy Pop, der Dramatiker Arthur Miller, Wolfgang Amadeus Mozart wie auch Donald Trump.

Rauch, der seine Werke stets mit „TAR“ signiert, zeigt aber auch eigenartige Skulpturen – meist aus Stahl geschweißt – und surreale Bildergeschichten in feinen Pinselstrichen, welche teils in einer Collage verschmelzen. Doch eines haben die über 40 Exponate allesamt gemein: Sie entführen den Betrachter ins Reich der Fantasie. Denn ein Thomas Anton Rauch regt an, regt auf – unauffällig auffällig bis überfällig. Er ist ein Meister der Symbolik und liebt Wortspiele über alles.

Politisch (un)korrekt. Nachdem der Obmann des Vereins Villa Falkenhorst, Thomas Bitsche, in den Abend einführte, ergriff Vernissageredner Friedl Schett das Wort. Schett gründete vor vielen Jahren zusammen mit Rauch das Atelier Querstrich in Feldkirch. „Thomas outete sich vor drei Jahren als Künstler und widmet sich seither vorrangig der Kunst und seinen Ideen“, so Schett. Er betonte, dass Rauch innerhalb kürzester Zeit ein Ölbild nach dem anderen produzieren würde, welches stets im Kontext der Zeit und seinen Ideen stünde.

„Der Mann mit dem Eichhörnchen auf dem Kopf ist zusammen mit Martin Luther King und einer nicht unbekannten deutschen Politikerin heute ebenfalls zu sehen.“ Eine Anspielung auf Rauchs größtes und teuerstes Werk: „American Circus“, eine Assemblage, 260 auf 149 cm, beleuchtbar, aus dem Jahr 2016. Anhand dieses Werks lässt sich das Œuvre von Rauch gut erklären: Martin Luther King trifft auf Donald Trump. Zwei historische Persönlichkeiten ganz unterschiedlicher Natur. Im Hintergrund eine Backsteinmauer, eine Anspielung auf Trumps Vorhaben, eine Mauer zu Mexiko zu errichten. Ein Graffiti mit der Aufschrift „I had a dream“ (das „have“ wurde plakativ durchgestrichen). An beiden Rändern eine zerrissene amerikanische Flagge.

Rauchs Bildsprache lässt viele Interpretationen zu. Seine Gedanken sind so klar wie seine Handschrift. Doch dies ist nur ein Beispiel, denn die aktuelle Ausstellung handelt von der Vielschichtigkeit der Frauen: Die Bilder „Just Married“, „Sale“, „Gewalt“ oder „Armut“ sind harter Tobak. Der Besucher kann nicht einfach an ihnen vorbeigehen, denn das lassen sie schlichtweg nicht zu. ­Gedanken und Gefühle, bestimmte Assoziationen werden unbewusst ausgelöst. Es geht vielen der zahlreich erschienenen ­Ausstellungsbesucher gleich. Sie bleiben davor stehen. ­Manche staunen, sogar mit offenem Mund. Es entstehen ­Gespräche fernab der Oberflächlichkeit.

Rauch ist ein Künstler, der in keine Schublade passt. In den Worten von Friedrich Schett: „Um sich ein Bild von Thomas machen zu können, muss man ihn erlebt haben, denn er ist einfach zu vielschichtig.“ Der Künstler hat zuletzt bei der Langen Nacht der Museen im Antiquariat Chybulski in Feldkirch eine „Operation am lebenden Bild“ live durchgeführt. Rauch ist nicht nur bildender Künstler, sondern auch Autor und Comedian. Er schrieb mit „Schwarzgefiederte Zeugen“ und „Sieben Tore“ zwei Romane, gab unvergessliche Lesungen mit seiner Handpuppe.

Die Ausstellung „die WAhRE frau!?!“ ist bis 25. März jeden Sonntag von 15 bis 17 Uhr in der Villa Falkenhorst in Thüringen zu sehen.

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Thomas Rauch zeigt seine Werke in der Villa Falkenhorst.  Bandi Koeck (3)

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