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Masken, edle Stoffe und ein Konferenztisch

Wolfgang Flatz am Konferenztisch. Kleines Bild: eine afrikanische Maske.  Wolfgang ölz (2)/arl-Rudolf Huber (1)

Wolfgang Flatz am Konferenztisch. Kleines Bild: eine afrikanische Maske. 
 Wolfgang ölz (2)/arl-Rudolf Huber (1)

In der Galerie allerArt hat Wolfgang Flatz einen Konferenzraum geschaffen – mit Stoffen von Getzner und afrikanischen Masken.

Von Wolfgang Ölz

Global Culture Transfer“ nennt sich die aktuelle Ausstellung von Wolfgang Flatz in der Galerie allerArt in Bludenz. Flatz hat hier für die Firma Getzner und mit ihr eine Art Konferenzraum für ihre afrikanischen Handelspartner geschaffen. Indem Masken aus Afrika, die die Stammeshäuptlinge als Gastgeschenke nach Bludenz gebracht haben, in dem Raum einen würdigen Platz finden, möchte Flatz der Gastfreundschaft des Bludenzer Textilunternehmens ästhetisch auf die Sprünge helfen.

Wolfgang Flatz (geboren 1952 in Dornbirn) lebt heute als freier Künstler in München. Von einer Goldschmiedelehre in Feldkirch bis zum Studium der Goldschmiedekunst, Malerei und Philosophie in München genoss er eine fundierte Ausbildung. Er war drei Mal auf der wichtigsten Kunstmesse der Welt, der Documenta, vertreten und nahm verschiedene Gastprofessuren im In- und Ausland wahr. Wolfgang Flatz ist ein charismatischer Künstler, der durch seine emotionale, von seinen künstlerischen Akten überzeugte Haltung zu gewinnen weiß.

Ausgewählte Stoffe. Flatz erzählt, wie er mehr oder weniger zufällig in die Thematik hineingerutscht ist. Über die Kuratorin der Galerie allerArt und ehemalige Leiterin des Flatzmuseums in Dornbirn, Andrea Fink, habe er Kontakt mit der Firma Getzner aufgenommen – und zu seinem Erstaunen erfahren, dass das Unternehmen, das 2018 sein 200-jähriges Bestehen feiert, mit 35 Millionen Metern Stoff pro Jahr Weltmarktführer für ein Nischenprodukt ist. Getzner produziert für 16 afrikanische Länder hochqualitative, industriell hergestellte edle Stoffe aus Damast. Beim Besuch der Textilfirma habe Roland Comploj von der Geschäftsleitung ihm auch einen Raum mit achtlos übereinandergestapelten afrikanischen Masken gezeigt. Flatz hat 14 Masken ausgewählt und präsentiert sie nun in der Galerie vor sorgfältig ausgewählten Stoffen. Außerdem sind aus dem Leporello, der Verkaufsunterlage von Getzner, 168 Stoffmuster aus Damast auf den Wänden angebracht. Die beiden Stirnwände des Raumes sind skulptural besetzt.

Ist die eine Stirnwand für zwei zeitgenössische afrikanische Figuren (Mann und Frau, Flatz bezeichnet sie als Adam und Eva) vorgesehen, so hängt gegenüber ein romanisches Kreuz. Die zeitgenössischen Skulpturen verweisen auf die muslimischen Geschäftspartner Getzners, während das romanische Kreuz das Christentum repräsentiert.

Entscheidungen. Bemerkenswert ist, dass Flatz hier ein romanisches, völlig leidfreies Kruzifix ohne Wunden wählt, das Christus als den Erlöser und Weltenherrscher zeigt, hat er doch in seiner früheren Arbeit „Superstar“ von 2001 in fünf Leuchtsäulen die Marter Jesu Christi in einer autoaggressiven Aktion körperlich schmerzhaft sichtbar gemacht.

Mitten im Raum hat Flatz auch noch einem Konferenztisch von Getzner mit 14 weißen und zwei schwarzen Stühlen aufgestellt. Sind die beiden schwarzen Stühle den Delegationsleitern (Firmenchefs, Stammeshäuptlinge et cetera) vorbehalten, so sind die weißen Stühle für die „normalen“ Delegierten vorgesehen. Konferenztische sind bedeutsame Orte. An ihnen wird nicht selten nicht nur über Verkaufsstrategien – wie bei Porsche, Siemens und Microsoft, mit denen Flatz auch schon zusammengearbeitet hat – beraten, sondern hier wird heute auch zwischen Krieg und Frieden entschieden.

Der Wunsch des Künstlers wäre es, dass die Firma Getzner das künstlerisch perfekt inszenierte Ausstellungsarrangement als Ganzes in einen firmen­eigenen Raum übernimmt, um hier künftig auch afrikanische Handelspartner zu empfangen. Es würde auch zeigen, dass die Masken als Gastgeschenke geschätzt und würdig ausgestellt sind. Außerdem könnte im Verkaufsgespräch auf die Stoffe an der Wand verwiesen werden.

Flatz. „Global Culture Transfer“. Bis 21. April in der Galerie allerArt in Bludenz. allerart-bludenz.at.

<p class="caption">Wolfgang Flatz am Konferenztisch. Kleines Bild: eine afrikanische Maske.  Wolfgang ölz (2)/arl-Rudolf Huber (1)</p>

Wolfgang Flatz am Konferenztisch. Kleines Bild: eine afrikanische Maske. 
 Wolfgang ölz (2)/arl-Rudolf Huber (1)

<p class="caption">Wolfgang Flatz am Konferenztisch. Kleines Bild: eine afrikanische Maske.  Wolfgang ölz (2)/arl-Rudolf Huber (1)</p>

Wolfgang Flatz am Konferenztisch. Kleines Bild: eine afrikanische Maske. 
 Wolfgang ölz (2)/arl-Rudolf Huber (1)

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