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Louvre Abu Dhabi: Direktor im Gespräch

Die gigantische Metall-Kuppel über den Einzelbauten des Louvre Abu Dhabi. APA/AFP

Die gigantische Metall-Kuppel über den Einzelbauten des Louvre Abu Dhabi. APA/AFP

Interview. Bevor die zweite Museums-Sonderschau im Louvre Abu Dhabi eröffnet wird, spricht Museumsdirektor Manuel Rabaté über erste Erfahrungen.

Herr Direktor Rabaté, was sind Ihre Erfahrungen der ersten vier Monate?

Manuel Rabaté: Lassen Sie uns kurz zurückschauen. Wir hatten die lang erwartete Eröffnung als Ende einer zehnjährigen Projektphase. Diese Zeit war auch wirklich notwendig, einen so inspirierenden Ort zu kreieren und hochklassige Inhalte dafür bereitzustellen – mit Ankäufen für unsere eigene Sammlung und den langfristigen Leihvereinbarungen mit den französischen Institutionen. Ein Team aufzubauen war ebenfalls keine geringe Herausforderung. Dass wir dabei die Erfahrung und Tradition der alten, angesehenen Institution des Louvre mit der unglaublichen kreativen Energie von Abu Dhabi verbinden konnten, war sehr hilfreich. Wir sind heute an einem wichtigen Moment in der Entwicklung dieser Region und haben eine Zeit lang die Nachrichten aus dieser Gegend beherrscht. Zur Eröffnung hatten wir über 700 Journalisten aus der ganzen Welt hier.

Wie viele Besucher haben Sie in den ersten vier Monaten gezählt?

Rabaté: An jedem Tag haben wir zwischen 2000 und 5000 Besucher, das liegt über den Erwartungen. Aber wir müssen fokussiert bleiben. Wir sind kein Event. Wir sind ein Museum. Daher müssen wir die große Energie, die bei der Eröffnung frei wurde, in eine dauerhafte Anstrengung verwandeln. Museumsarbeit ist Langzeitarbeit –davor und danach. Wir eröffnen jetzt die zweite Sonderausstellung – und planen vier für das kommende Jahr. Und wir haben unzählige weitere Aktivitäten. Jedes halbe Jahr wechseln wir etwa das Angebot unseres Kindermuseums aus.

Wie bewährt sich der spektakuläre Bau von Jean Nouvel bei der täglichen Museumsarbeit?

Rabaté: Ich habe meine Karriere im Louvre begonnen und dann im Musée du Quai Branly gearbeitet – ich habe also schon persönliche Erfahrung mit einem Museumsbau von Jean Nouvel. Seine Bauten sind immer sehr ambitioniert, aber der Louvre Abu Dhabi ist sicher eines seiner Meisterwerke. Er hatte eine Vision und sie hervorragend umgesetzt. Das Zusammenspiel von Innen- und Außenräumen ist wunderbar. Es funktioniert fantastisch, obwohl wir hier denkbar schwierige Bedingungen für Kunst haben: Wasser, Salz und Sonne.

Das Museum soll als Brückenschlag zwischen der Geschichte und der Kunst der östlichen und westlichen Sphäre fungieren. Klappt das?

Rabaté: Absolut. Abu Dhabi ist wirklich eine Drehscheibe zwischen den Welten. Es geht um Diversität und um Erweiterung unserer Identität. Schauen Sie sich nur unsere Besucher an. Sie kommen wirklich von überall her. Das gilt auch für die Kunstwerke. Wir haben sogar Leihgaben der Sammlung des Guggenheims Abu Dhabi, die im Aufbau begriffen ist.

Leonardo da Vincis „Salvator Mundi“ wurde zum teuersten Gemälde der Welt und brachte Ihr Museum in die Schlagzeilen. Stecken Sie hinter dem Ankauf?

Rabaté: Es ist natürlich nicht ein Ankauf unseres Museums, sondern einer des Ministeriums, aber: Ja, wir haben hart daran gearbeitet. Wir freuen uns wirklich sehr und prüfen gerade ganz genau, wie wir es in unser Museum integrieren werden. Das wird uns ermöglichen, unsere Geschichte, die wir erzählen wollen, noch genauer zu formulieren. Es wird aber auch neue Herausforderungen für die Führung unserer Besucherströme bedeuten. Im Laufe des Jahres wird das Gemälde erstmals bei uns zu sehen sein. Näheres werden wir bald bekannt geben.

<p class="caption">Das für 450 Millionen Dollar (mehr als 380 Millionen Euro) im November verkaufte Gemälde „Salvator Mundi“ von Leonardo da Vinci.  AP</p>

Das für 450 Millionen Dollar (mehr als 380 Millionen Euro) im November verkaufte Gemälde „Salvator Mundi“ von Leonardo da Vinci.  AP

Louvre Abu Dhabi

Mitte November 2017 wurde das Museum nach mehr als zehn Jahren Planungs- und Bauzeit eröffnet. Merkmal ist die 180 Meter lange – vom österreichischen Stahlbauunternehmen Waagner-Biro gebaute – Kuppel des französischen Architekten Jean Nouvel. Die Ausstellung „Globes: Visions of the World“ widmet sich dem gewandelten Weltbild und seiner Darstellung und wird am Samstag eröffnet.

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