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Bregenz

„Tanzcafé Treblinka“ als Gastspiel im KUB

Marcus Thill (l.) und Andreas Jähnert.  Stefan Schweigert

Marcus Thill (l.) und Andreas Jähnert.  Stefan Schweigert

Ute Liepolds Inszenierung des Stücks von Werner Kofler ist morgen Abend im Kunsthaus Bregenz zu sehen.

Ein Gastspiel ist morgen Abend im Kunsthaus Bregenz zu erleben: Das Theaterstück „Tanzcafé Treblinka“ von Werner Kofler wird einmalig im KUB aufgeführt. Die Inszenierung der aus Bregenz stammenden Regisseurin Ute Liepold feierte als Produktion des theaters wolkenflug im vergangenen Jahr im Klagenfurter Stadttheater Premiere.

Das Thema behandelt die Auseinandersetzung mit, oder besser gesagt, die Verdrängung der Zeit des Nationalsozialismus. Wie Liepold in einem Gespräch erklärt, ist der Schauplatz des Stücks Klagenfurt – der Stoff besitze jedoch für ganz Österreich Gültigkeit.

Hitlers Baumeister. Gegenstand des Stücks sind zwei bekannte Kärntner Persönlichkeiten: Odilo Globocnik war unter anderem SS-Gruppenführer, und maßgeblich an der Vernichtung der Juden in Konzentrationslagern beteiligt. Der „Baumeister Hitlers“ (Liepold) entging nach dem Krieg einer Verurteilung, indem er sich kurz nach seiner Festnahme mit Zyankali vergiftete.

Auch Ernst Lerch war bei der SS. Bei der „Aktion Reinhardt“ trug er laut Wikipedia Mitverantwortung für den Holocaust an mehr als zwei Millionen Juden sowie rund 50.000 Roma im deutsch besetzten Polen. Lerch blieb nach dem Krieg außer einer zweijährigen Haftstrafe weitgehend verschont, die letzte Verhandlung wurde 1972 eingestellt.

Bekannt wurde Lerch in den 70er-Jahren nicht für seine Kriegsverbrechen, sondern weil er das beliebte Klagenfurter „Tanzcafé Lerch“ betrieb – ein gepflegtes Café für gut gestellte Bürger, wie es Liepold beschreibt. In der Bevölkerung genoss der allseits bekannte Lerch einen hohen Status. Die Frage, die sich laut der Regisseurin stellt, sei: Wussten die Menschen nichts von Lerchs Verbrechen, oder wollten sie nichts davon wissen?

Ein älterer und ein jüngerer Mann (Marcus Thill und Andreas Jähnert) sind die Personen des Stücks. Sie führen beide Monologe, erklärt Liepold: Die beiden Generationen können sich nicht zuhören, miteinander kommunizieren. Der junge Mann sagt zuerst nichts und will nichts hören. Erst am Ende redet er vom Kärntner Volkssport Beachvolleyball, erzählt die Regisseurin.

Das Erfreuliche für Liepold: Die Inszenierung – mit opulenten Kostümen – sei bei den Kärntner Zuschauern gut angekommen. LK

„Tanzcafé Treblinka“. Morgen, am Samstag um 19 Uhr im Kunsthaus Bregenz. Anschließendes Gespräch mit Liepold. www.kunsthaus-bregenz.at

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