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Schubertiade: Bach-Fest mit András Schiff

András Schiff und die Cappella Andrea Barca. Veranstalter

András Schiff und die Cappella Andrea Barca. Veranstalter

Sir András Schiff spielte am Freitag mit der Cappella Andrea Barca sechs Konzerte von Johann Sebastian Bach.

Sternstunden bescherten Sir András Schiff und seine handverlesene Schar von Freunden und Weggefährten, die in der Cappella Andrea Barca versammelt sind, ihrem Publikum am Freitagabend im Markus-Sittikus-Saal.

Dicht gedrängt saßen Konzertmeister Erich Höbarth und Yuuko Shiokawa, die Gattin von Schiff, mit ihren Kollegen der ersten und zweiten Geigen. Die Bratschen verschwanden hinter dem großen Bösendorfer-Konzertflügel, mit dem der Pianist reist. Cellist Christoph Richter konnte krankheitshalber nach der Pause nicht mehr auftreten, seine Kollegin Xenia Jankovic übernahm mit großem Engagement allein die Funktion des Cellofundaments.

Miteinander. Links und rechts hinter den Geigern postierten sich die Kontrabässe von ­Christian Sutter und Brita Bürgschwendtner und nicht nur deren mit ganzem Körpereinsatz schwingende Kommunika­tion war Blick­fang über den ganzen Abend. Die Cappella Andrea Barca– die italianisierte Über­setzung für den Namen des Pianisten – ist eine verschworene Gemeinschaft, auch in größerer Besetzung wie ein perfekt eingespiel­tes Kammermusikensemble.

Vor allem aber hat sich in zahlreichen Konzerten gemeinsam mit Schiff ein ganzheitlich atmendes, pulsierendes Miteinander eingestellt, in dem der Solist und Dirigent ein Primus inter pares ist, dessen warm leuchtender Klavierklang organisch aus dem Streicherklang herauswächst.

Nicht weniger als sechs Konzerte von Johann Sebastian Bach hatte der Pianist für diesen Abend ausgewählt. Kurze Konzerte zwar, aber doch je nach Tonart höchst unterschiedlich im Charakter. Der Zuhörer bewundert nicht nur allein Schiffs Gedächtnisleis­tung, all diese Werke selbst­verständlich auswendig, mit einem wunderbar runden, warm timbrierten Klang und facettenreichem Anschlag, konsequent ohne ­Pedalgebrauch zu interpretieren.

Schiffs Tempi sind immer stimmig, getragen von einem federnden Grundpuls. Liebevoll und fein ziseliert sind die Verzierungen in den Wiederholungen, ab und zu wird die linke Hand lustvoll akzentuierend hervorgehoben. Und in den langsamen Sätzen entspinnt sich die Melodie in so heiterer Gelöstheit, dass der Zuhörer sich davontragen lassen kann. Zu vorgerückter Stunde, nach sechs Solokonzerten und dem eingeschobenen „Italienischen Konzert“, verabschiedete sich Schiff mit Gavotte und Musette aus der sechsten Englischen Suite.

Katharina von Glasenapp

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