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Barocker Goldglanz in Bayreuth

Barocker Prachtbau: Das Markgräfliche Opernhaus steht bald wieder Besuchern offen.APA/AFP/DPA/DANIEL KARMANN (3)

Barocker Prachtbau: Das Markgräfliche Opernhaus steht bald wieder Besuchern offen.

APA/AFP/DPA/DANIEL KARMANN (3)

Nach jahrelanger Sanierung wird das Marktgräfliche Opernhaus in Bayreuth wieder geöffnet.

Dass in einer Stadt mit etwa 73.000 Einwohnern gleich zwei Opernhäuser stehen, wäre schon ungewöhnlich genug. In Bayreuth sind es sogar noch zwei weltweit einzigartige Häuser: Das Festspielhaus, das sich Richard Wagner eigens für seine Opern und seine Festspielidee bauen ließ – und das Markgräfliche Opernhaus, ein Barockjuwel, das auf beeindruckende Art und Weise einen Eindruck von der Fest- und Musikkultur des 18. Jahrhunderts gibt. 2012 wurde das Opernhaus in die Liste des Unesco-Weltkulturerbes aufgenommen – und gleich danach geschlossen. Sechs Jahre lang sanierten Experten in unzähligen Arbeitsstunden das Denkmal, 30 Millionen Euro ließ sich das der Freistaat Bayern kosten. Die Begründung der Unesco lautete 2012: „Das Markgräfliche Opernhaus ist das weltweit bedeutendste und besterhaltene Beispiel barocker Theaterarchitektur.“

Und nun wird die Wiedereröffnung gefeiert: Zu hören und zu sehen ist am 12. April dann jene Oper, die auch bei der Eröffnung im Jahr 1748 aufgeführt worden war: „Artaserse“ von Johann Adolph Hasse.

Errichten ließ das Opernhaus die kunstsinnige Markgräfin Wilhelmine (1709–1758). Die preußische Prinzessin machte aus der Provinzstadt Bayreuth ein Zentrum für Kunst und Kultur. Anlässlich der Hochzeit ihrer einzigen Tochter Friederike Elisabeth Sophie mit Herzog Carl Eugen von Württemberg entstand in Bayreuth ein Opernhaus, das den Vergleich mit den damaligen Metropolen nicht zu scheuen brauchte. Wilhelmine engagierte dafür den europaweit führenden Theaterarchitekten Giuseppe Galli Bibiena.

Einzigartiges Zeugnis. Wie durch ein Wunder überdauerte die Holzkonstruktion die Jahrhunderte. Weder Feuer noch der Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs noch die Umbauwut späterer Generationen konnten dem Bau etwas anhaben. Und so liefert das Markgräfliche Opernhaus der Nachwelt ein einzigartiges Zeugnis der barocken Herrschaftskultur. Denn im Zentrum steht die Fürstenloge: Die Inszenierung des Herrscherpaares war so wichtig wie die der Künstler. Natürlich sei das Opernhaus eine wichtige Bühne für die Markgräfin gewesen, sagt Wilhelmine-Kenner Prof. Günter Berger aus Bayreuth. „In diesem Sinne ging es dabei nicht um Selbstverwirklichung – ein zu dieser Zeit undenkbares Konzept –, sondern um ­Verwirklichung künstlerisch-baulicher Ansprüche, die niemals Selbstzweck waren, sondern immer Mittel zur Repräsentation und damit zur Selbstbehauptung im höfischen Konkurrenzkampf.“

Wer vom schmucklosen Foyer aus das Innere des Opernhauses betritt, ist überwältigt von der barocken Pracht. Wie der Goldglanz im Zusammenspiel mit der Musik wirkt, wenn Künstler auf der Bühne stehen, wird sich zeigen, wenn die ersten Töne gespielt und gesungen werden. Die Bühnenöffnung, so schildert es Bernd Schreiber, Präsident der Bayerischen Schlösserverwaltung, wurde eigens wieder auf das Originalmaß vergrößert. Bei früheren Baumaßnahmen war der Bühnenraum nämlich verkleinert worden.

Wilhelmine, die als Lieblingsschwester von Preußenkönig Friedrich II. galt und im Briefwechsel mit bedeutenden Geistesgrößen ihrer Zeit stand, ließ in Bayreuth noch viel mehr bauen und verhalf der Stadt zu bis dahin ungekanntem Glanz. Und so ist ihr Einfluss auf die Entwicklung der Stadt eigentlich größer als der von Richard Wagner. Und es war ja auch Wilhelmines Opernhaus, das Wagner einst nach rastlosen Jahren nach Bayreuth führte. Sein eigenes Festspielhaus. Das Barocktheater erwies sich zwar als untauglich für seine Bühnen-Ideen – in der Stadt blieb er trotzdem.

<p class="caption">Barocker Prachtbau: Das Markgräfliche Opernhaus steht bald wieder Besuchern offen.</p><p class="caption">APA/AFP/DPA/DANIEL KARMANN (3)</p>

Barocker Prachtbau: Das Markgräfliche Opernhaus steht bald wieder Besuchern offen.

APA/AFP/DPA/DANIEL KARMANN (3)

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Barocker Prachtbau: Das Markgräfliche Opernhaus steht bald wieder Besuchern offen.

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