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Die Linie als Basis einer Ausstellung

Ein Blick in den Ausstellungsraum. Kleines Bild oben: David Reumüller, o.T. (Landscape). Unten: Ferdinand Ruefs Zeichnungen auf Keramiktafeln. Wolfgang Ölz (1)/Reumüller (1)/Ruef (2)

Ein Blick in den Ausstellungsraum. Kleines Bild oben: David Reumüller, o.T. (Landscape). Unten: Ferdinand Ruefs Zeichnungen auf Keramiktafeln. Wolfgang Ölz (1)/Reumüller (1)/Ruef (2)

„Momentane Zeichnung“ heißt die Schau in der Galerie Lisi Hämmerle in Bregenz. Zu sehen sind Zeichnungen ohne Papier.

Von Wolfgang Ölz

Die Galeristin Lisi Hämmerle hat für ihre aktuelle Ausstellung zwei Künstler zusammengespannt, nämlich den Grazer David Reumüller und den Wolfurter Ferdinand Ruef. Die Idee der beiden: Zeichnungen ohne Papier. Liniengeflechte in Acryl auf Leinwand und in den Raum gekippte Strichmuster bei Reumüller, sowie Tabletzeichnungen auf Porzellantafeln in Kleinformat und hohe, schmale, ausgeschnittene Zeichnungen bei Ruef sind das künstlerische Substrat, das momentan die Bregenzer Galerie ausfüllt.

Liniengeflecht. David Reumüller (geboren 1979 in Graz) ist neben seiner relativ kurzfristigen Ausstellungstätigkeit (seit 2014) Musiker und Filmer. Seine zwei Interventionen bei Lisi Hämmerle beherrschen den Raum in der Bregenzer Galerie großflächig. Da fallen zunächst die langen schwarzen Stangen auf, die von oben bis unten in die Galerie gespannt sind und so etwas wie ein Liniengeflecht im Raum darstellen.

Angeregt hat ihn dazu der Gerüstbau in Äthiopien, wo dünne Holzpfähle ganze Betonwände halten sollen. An der Querfront hat Reumüller eine große Leinwand auf Acryl angebracht, die wie eine Landschaft wirkt, aber eigentlich Menschen hinter einer Art Vorhang aus arabischem Textil verbirgt. So wie bei dem berühmtesten Verpackungskünstler der Kunstgeschichte Christo verweist die Verpackung auf sich selbst und macht aus dem Verpackten nolens-volens ein ungelüftetes Geheimnis.

Abstrakte Ebene. Ferdinand Ruef (geboren 1966 in Bregenz) hat einen ganz praktischen Bezug für seine Keramikzeichnungen. Er hat bereits als Hafner, Keramiker, Landwirt, Maurer- und Bodenspezialist gearbeitet. Seit 1992 ist Ruef auch als freischaffender Künstler tätig, wobei er immer wieder in den Angewandten Bereich mäandert. Der Kunstkritiker und Kurator Karl-Heinz Pichler hat ihn etwa 2007 zur Teilnahme an einer Gruppenausstellung mit dem Titel „Das Gute muss nicht immer das Böse sein“ im Engländerbau in Vaduz eingeladen.

Bei Lisi Hämmerle präsentiert Ruef Keramiktafeln von Fliesengröße, die er mit am Tablet kreierten Strichzeichnungen durch ein komplexes Verfahren mit Glasur richtiggehend bedruckt. Die Stricheleien bleiben allerdings meist auf einer sehr abstrakten Ebene, was ihnen zuweilen den Makel des nur Dekorativen zu verleihen scheint.

2017 hat Ruef im Rahmen der Feldkircher „Potentiale“ den Lava Award des Landes Vorarlberg gewonnen. Dieser Preis im Spannungsfeld von Bildender Kunst und Angewandter Kunst zeichnete die Souveränität des Konzept-Künstlers im handwerklichen Umgang mit seinem Material, der Keramik, aus.

<p class="caption">Ein Blick in den Ausstellungsraum. Kleines Bild oben: David Reumüller, o.T. (Landscape). Unten: Ferdinand Ruefs Zeichnungen auf Keramiktafeln. Wolfgang Ölz (1)/Reumüller (1)/Ruef (2)</p>

Ein Blick in den Ausstellungsraum. Kleines Bild oben: David Reumüller, o.T. (Landscape). Unten: Ferdinand Ruefs Zeichnungen auf Keramiktafeln. Wolfgang Ölz (1)/Reumüller (1)/Ruef (2)

<p class="caption">Ein Blick in den Ausstellungsraum. Kleines Bild oben: David Reumüller, o.T. (Landscape). Unten: Ferdinand Ruefs Zeichnungen auf Keramiktafeln. Wolfgang Ölz (1)/Reumüller (1)/Ruef (2)</p>

Ein Blick in den Ausstellungsraum. Kleines Bild oben: David Reumüller, o.T. (Landscape). Unten: Ferdinand Ruefs Zeichnungen auf Keramiktafeln. Wolfgang Ölz (1)/Reumüller (1)/Ruef (2)

Zur Ausstellung

Die Zeichnung ist die Basis, Ausgangs- und Treffpunkt der Ausstellung von Reumüller/Ruef. Zeichnung, die in Malerei übergeht,

Zeichnung als Installation und Zeichnung auf Porzellan, wie Karl-Heinz Pichler über die Schau schreibt. Die Ausstellung läuft bis 28. April. Öffnungszeiten: Mi. bis Fr., 15 bis 19 Uhr, Sa., 16 bis 19 Uhr. Am 3. Mai gibt es bei der Finissage um 19 Uhr ein Konzert mit Muscle Tomcat Machine (Manfred Engelmayr, Bernd Heinrauch, David Reumüller).

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