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Erfolgreiches Debüt von PulsArt

Premiere für das Ensemble PulsArt im Festsaal des Vorarlberger Landeskonservatoriums in Feldkirch. VLK / Victor Marin (3)

Premiere für das Ensemble PulsArt im Festsaal des Vorarlberger Landeskonservatoriums in Feldkirch.

 VLK / Victor Marin (3)

PulsArt, ein neu formiertes Ensemble des Vorarlberger Landes­konservatoriums, feierte mit einem russischen Programm Premiere.

Von Claus Karitnig

Nicht nur das Konservieren, also das Pflegen und Erhalten von Musik der fernen Vergangenheit, sehen die Verantwortlichen des Vorarlberger Landeskonservatoriums als ihre Aufgabe, sondern auch die Beschäftigung mit der Musik der Gegenwart. Um dieses Heranführen der Studierenden an die zeitgenössische Musik zu intensivieren, haben mehrere Professoren des Konservatoriums, etwa Herbert Willi (Dozent für Komposition), der Klarinettist Francesco Negrini, der Dozent für Musiktheorie Vivian Domenjoz und der Dirigent Benjamin Lack das Projekt „PulsArt – Ensemble für Neue Musik“ initiiert.

Benjamin Lack, musikalischer Leiter des Ensembles, das, je nach Werk, zwischen 10 und 16 Mitwirkende hat, war beim Konzert am Sonntagvormittag im Festsaal des Landeskonservatoriums gleich in zweifacher Funktion im Einsatz. Als Dirigent, der mit präziser Zeichengebung in seiner unaufgeregten und doch mitreißenden Art die jungen Musiker durch die Tücken der Werke lotste – und als Moderator des Konzerts, der dem Publikum souverän und mit wenigen Worten die Kompositionen näherbrachte.

Und es zeigte sich schon beim Eröffnungsstück, „Concordanza“ von Sofia Gubaidulina, wie genau er mit den jungen Studierenden gearbeitet hatte. Die flirrenden, reibenden Dissonanzen, die kurzen solistischen Einsprengsel, die teils wuchtigen, teils filigranen Cluster kamen punktgenau und klanglich fein ausbalanciert.

Lebendige Musik. Höhepunkt des Programms war die Uraufführung der „Kammersymphonie (dem XX. Jahrhundert – in memoriam)“ des renommierten russischen Pianisten und Komponisten Vassily Lobanov, ein Auftragswerk von PulsArt.

Lobanov, der sowohl bei den Proben als auch beim Konzert anwesend war, beschrieb im Gespräch mit Benjamin Lack seinen Zugang zur Musik und seine Kompositionsweise. Er schreibe Musik, die er in sich höre, Musik, die nicht durch im Voraus festgelegte Systeme oder Regeln errechnet sei.

Für Lobanov bleibe die Musik der letzten 300 Jahre lebendig. Er scheut sich auch nicht, Motive, Harmoniefolgen oder Wendungen aus früheren Epochen zu verwenden, ohne dabei aber in eine billige Collagetechnik abzugleiten. Es ist zeitgenössische Musik, deren geschichtliche Wurzeln aber immer wieder durchschimmern.

Malerei. Für den Komponisten und Pianisten zeigt sich das Gesicht des 20. Jahrhunderts in der Malerei, und so ließ Lobanov sich in seiner Komposition von der Malerei des 20. Jahrhunderts inspirieren, eine Art „Bilder einer Ausstellung“ ohne Ausstellung. Malevich, Magritte, Dalí oder Pollock heißen so auch einige der zehn Sätze des Werks. Und so unterschiedlich wie die Stile der Maler ist auch die Musik der einzelnen Sätze. Da fühlt der Zuhörer sich einmal in eine beethovensche Hirtenszene versetzt, dann wieder tauchen Anklänge an Wagner, Poulenc oder Mahler auf.

Nach dem schwermütigen „Epitaph“ Edison Denissov wirkte der grotesk-humorvolle „Polyphonische Tango“ von Alfred Schnittke als Schlusspunkt fast schon wie ein Rausschmeißer. Fazit: ein Konzert mit Musik, die als Einstieg in die zeitgenössische Musik sowohl für die Musiker als auch für das Publikum bestens geeignet war, wie auch der langanhaltende Applaus am Ende bewies.

Eine zweite Aufführung des Premierenprogramms gibt es am 16. Mai um 19 Uhr im vorarlberg museum in Bregenz. www.vlk.ac.at

<p class="caption">Premiere für das Ensemble PulsArt im Festsaal des Vorarlberger Landeskonservatoriums in Feldkirch.</p><p class="credit"> VLK / Victor Marin (3)</p>

Premiere für das Ensemble PulsArt im Festsaal des Vorarlberger Landeskonservatoriums in Feldkirch.

 VLK / Victor Marin (3)

<p class="caption">Premiere für das Ensemble PulsArt im Festsaal des Vorarlberger Landeskonservatoriums in Feldkirch.</p><p class="credit"> VLK / Victor Marin (3)</p>

Premiere für das Ensemble PulsArt im Festsaal des Vorarlberger Landeskonservatoriums in Feldkirch.

 VLK / Victor Marin (3)

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