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Kurz mal ans Meer und Gesundheit tanken

Heidelinde Thurnher und ihre Mitarbeiterin Anita Ludescher (v.l.).

Heidelinde Thurnher und ihre Mitarbeiterin Anita Ludescher (v.l.).

Heidelinde Thurnher lebt seit Langem in Dornbirn und hat sich einen Traum in Lindau erfüllt: Seit einem Jahr betreibt sie dort die Salzgrotte. Menschen, die Haut- oder Atemwegserkrankungen haben, tanken dort ein Stück Gesundheit.

Von Miriam Jaeneke

Heidelinde Thurnher betrachtet den handtellergroßen, mal von weißen Schleiern durchzogenen, mal durchscheinenden Kristall zwischen ihren Fingern. Es ist kubisches Hallidsalz. „Diese Steine sind entstanden, weil durch klimatische Veränderungen vor etwa 220 Millionen Jahren ein Ur-Meer ausgetrocknet ist. 220 Millionen Jahre alt ist das, was ich in der Hand halte. Verrückt, oder?“, fragt sie, wobei das zumindest für sie keine Frage ist. „Dann wurde das Himalaya-Massiv aufgetürmt, das Salz geriet unter die Erdoberfläche. Heute lagert es zirka 400 bis 600 Meter unter der Erde und ist somit geschützt vor den heutigen Umweltverschmutzungen. Damit ist es frei von allen Schadstoffen“, erklärt sie.

Traum verwirklicht. Heidelinde Thurnher betreibt seit einem Jahr die Salzgrotte Lindau. Ursprünglich stammt sie aus der Steiermark, lebt aber bereits seit über 30 Jahren in Vorarlberg. Zurzeit in Dornbirn, von wo sie täglich nach Lindau zu ihrem Arbeitsplatz pendelt.

„Die Salzgrotte ist mein Traum. Es gibt nichts Schöneres, als wenn die Menschen glücklich rausgehen und ich weiß, sie können ihre Gesundheit stabilisieren, und das ohne Nebenwirkungen“, sagt Thurnher. „Meine Kunden sollen sich wohlfühlen“, ergänzt sie – mit einem Blick auf die Uhr und die noch immer geschlossene Tür der Vernebelungskammer. Dann geht sie den Gast holen. Er sitzt in einem zimmergroßen, eher schmalen Raum mit asymmetrischen Windungen, der in warmen Gelb- und Orangetönen gehalten ist. Viel ist aber nicht zu sehen, denn ein Solenebel umhüllt alles, auch die Stühle und Bänke. Dann heißt es, sich bequem hinsetzen, die Ruhe genießen und tief ein- und ausatmen.

Solenebel. „In der Kammer herrscht ein siebenprozentiger Solenebel vor. Das ist eine höhere Salzkonzentration als in jedem Nasenspray. Regelmäßig dreißig Minuten in der Vernebelungskammer sind eine gute Vorbeugung bei drohenden Erkältungen“, erläutert die Fachfrau. Salz habe eine abschwellende Wirkung, sei schleimbindend und dringe bis in die feinsten Blutgefäße vor. „Der Solenebel ist auch gut bei Asthma oder COPD, einfach bei allen Atemwegserkrankungen. Aber auch bei Allergien wie Heuschnupfen, bei Neurodermitis und anderen Hautkrankheiten.“ Eine halbe Stunde in der Kammer habe dieselbe Wirkung wie ein ganzer Tag am Meer – dabei sind Aufenthalte am salzhaltigen Wasser etwas, das Ärzte gerne einmal empfehlen.

Warum Salz? „Wir Menschen bestehen zu 70 Prozent aus Wasser und haben 84 verschiedene Salze in uns. Die Samenzellen, das Fruchtwasser, der Speichel, alles besteht aus einer einprozentigen Solelösung. Der Körper ist ein riesiges Chemiewerk und muss regelmäßig Salz nachtanken“, erklärt Heidelinde Thurnher. Der Soledampf helfe dem Körper, sich zu regenerieren, aktiviere die Selbstheilungskräfte und stärke das Immunsystem. Nicht umsonst führten sich Sportler während der Anstrengung Elektrolyte zu. „Wenn ältere Menschen verwirrt sind oder die Ärzte noch nicht wissen, was das Problem ist, bekommen sie auf jeden Fall schon einmal intravenös eine Salzlösung“, sagt die 55-Jährige.

Grotte. Salz bestimmt nicht nur die Vernebelungskammer, sondern auch die um einiges größere Salzgrotte gegenüber. Deren Decke ist unregelmäßig und einem Bergwerksstollen nachempfunden, wie in einem Salzbergwerk bestehen die Wände aus Salzkristallen. Genauer gesagt, aus 20 Tonnen Himalaya-Salz. Derweil versinken die Schuhe ebenfalls in Salzkörnern, hier ist es Salz vom Toten Meer.

Liegen laden ein, die Beine hochzulegen und es sich bequem zu machen. Kuschelig zugedeckt, erscheint das Meer nah, denn die Luft riecht danach, vom Tonband kommt das regelmäßige Rauschen anbrandender Wellen. Dazu mischt sich ruhige Entspannungsmusik, und die Zeit schlägt in einem anderen Takt als normalerweise.

Das Licht ist gedimmt, im Hintergrund tropft Salzwasser an gebündelten Schlehenzweigen herab, es haben sich bereits erste weiße Kristalle gebildet. Früher wurde mit solchen Gradierwerken Salz gewonnen, sagt Thurnher, nachdem sie nach einer gefühlten Ewigkeit behutsam die Grotte betreten hat.

Tag der offenen Tür. Sie freut sich bereits, das Gradierwerk, die Grotte, die Kosmetikprodukte mit Salz den Neugierigen zu erläutern, die am Tag der offenen Tür kommen werden. Genauer gesagt sind es zwei Tage der offenen Tür, während denen Interessierte Schnuppersitzungen in der Grotte und in der Vernebelungskammer genießen dürfen – und natürlich jede Menge Fragen stellen können. Zum Beispiel, was es mit dem Angebot von einem Euro am Tag auf sich hat. „Das ist ein Abo, das die Nutzung von Grotte und Vernebelung für 90 Minuten am Tag inkludiert. Ein Partner kann für fünfzig Cent am Tag mit dabei sein.“

Heidelinde Thurnher liegt es am Herzen, dass sie damit einen Beitrag zur Gesundheit ihrer Kunden leisten kann. „Körper, Geist und Seele gehören zusammen. Und um sich gesund zu erhalten, sind Bewegung, Ernährung und eine entsprechende geistige Haltung wichtig.“ Ein regelmäßiger, zumindest wöchentlicher Besuch der Salzgrotte Lindau trage viel zur Erhaltung der Gesundheit bei. Und der Preis sei für jeden erschwinglich.

<p class="caption">Zwischen Salz und Gradierwerk: die Salzgrotte Lindau. Unten: Dieser Hallidsalzkristall ist rund 220 Millionen Jahre alt.   Miriam Jaeneke</p>

Zwischen Salz und Gradierwerk: die Salzgrotte Lindau. Unten: Dieser Hallidsalzkristall ist rund 220 Millionen Jahre alt.   Miriam Jaeneke

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