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Schwarzenberg

Spannende Schubertiade-Debüts und Pianist Igor Levit im Dauereinsatz

Links der Tenor Ian Bostridge, rechts das Elias Quartett mit Paul Lewis.  Veranstalter (2)

Links der Tenor Ian Bostridge, rechts das Elias Quartett mit Paul Lewis.  Veranstalter (2)

In der Wigmore Hall ist das Elias Quartett längst Publikumsliebling, nun auch bei der Schubertiade. Am Abend war Igor Levit mit Ian Bostridge in einem dichten Programm zu erleben.

Vor 20 Jahren schon hat sich das Elias Quartett in England zusammengetan, in der Originalbesetzung besteht es aus zwei französisch-katalanischen Schwestern an Geige und Violoncello, einem zweiten Geiger aus Schottland und einem schwedischen Bratschisten, der krankheitshalber von dem erfahrenen Robin Ireland ersetzt wurde. Benannt hat sich das Ensemble nach dem biblischen Propheten Elias, dem Felix Mendelssohn mit seinem in England uraufgeführten Oratorium ein tönendes Denkmal gesetzt hatte.

Mit dem einzeln stehenden c-Moll-Quartettsatz und dem Quartett „Der Tod und das Mädchen“ präsentierte sich das Ensemble höchst harmonisch, lyrisch gesanglich, blitzsauber in der Intonation und auch mit dem drängenden Puls, den diese Werke erfordern. Dabei ist das Spiel des Quartetts zwar nicht so nervenzerfetzend aufgeraut, wie es manchmal gehört wird, doch wird es gleichwohl getragen von großer Energie und intensiven Emotionen.

Der berühmte Variationensatz über das namensgebende Lied im Quartett etwa, hebt wie eine Meditation im Pianissimo an. Fahl, aber auch substanzreich im Klang, wirkt der Satz in der ersten Variation der Violine zerbrechlich, während die Cellistin in ihrer Variation die mahnende Stimme der Viola an die Seite bekommt. Die lebendige und auch achtsame Kommunikation der vier Musiker ist ungemein sympathisch, und dass das Publikum oft Gehörtes so frisch aufpoliert genießen kann, gehört zu den feinen Schubertiade-Erlebnissen.

Stille als Kompliment. Im Mittelteil gesellte sich der britische Pianist Paul Lewis zum Quartett, mit einem jener Klavierkonzerte von Mozart, die auch in der Kammermusikbesetzung nur mit Streichquartett und ohne Bläser musiziert werden können. Als Primus inter pares überzeugte auch Lewis mit seinem runden, milde leuch­tenden Spiel, den kernigen Akzenten in der linken Hand und dem sehnsüchtig sich verströmenden langsamen Satz.

Igor Levit bestimmt mit allein vier Konzerten das zweite Schubertiadewochenende: Als Liedpianist ließ er mit Ian Bostridge aufhorchen, als Kammermusiker mit dem Cellisten Isang Enders ist er noch heute, 16 Uhr, zu hören, bevor er morgen in einer Matinee gemeinsam mit Ning Feng und Daniel Müller-Schott die beiden großen Schubert-Trios interpretiert. Er ist enorm vielseitig und überzeugt in allem, was er anpackt. Über Ian Bostridge, den so individuell agierenden, klugen und durchaus rätselhaft bleibenden Tenor ist schon viel geschrieben worden, so sei einmal nur die Kunst des Liedpianisten hervorgehoben: Igor Levit verfügt natürlich über alle pianistischen Mittel, um den Sänger auf einem Gespinst feingewobener Arpeggien und Akkorde zu tragen.

Besonders die leisen Lieder „Nacht und Träume“, die drei „Gesänge des Harfners“ und „Lied eines Schiffers an die Dioskuren“ werden zu zarten Gebilden. In der Blumenballade „Viola“ erweckt der Pianist eine ganze Frühlingssinfonie zum Leben, im gewichtigen Gegenstück „Einsamkeit“ – nach dem schweren Mayrhofer-Text – gestalten die Künstler ein facettenreiches Lebensbild. Im „Abschied. Nach einer Wallfahrtsarie“ entsteht eine solche Stille, dass sich das Publikum kaum lösen kann. Aber Stille ist für Künstler oft das schönste Kompliment!

   Katharina von Glasenapp

<p class="caption">Links der Tenor Ian Bostridge, rechts das Elias Quartett mit Paul Lewis.  Veranstalter (2)</p>

Links der Tenor Ian Bostridge, rechts das Elias Quartett mit Paul Lewis.  Veranstalter (2)

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