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Schwarzenberg

Schubertiade: Die doppelte Forelle mit Aaron Pilsan und Freunden

Tobias Feldmann, Aaron Pilsan, Gregory Kovalev, Uxia Martínez Botana und Kian Soltani (v.l.) bei der Schubertiade.  Veranstalter

Tobias Feldmann, Aaron Pilsan, Gregory Kovalev, Uxia Martínez Botana und Kian Soltani (v.l.) bei der Schubertiade.  Veranstalter

Pianist Aaron Pilsan und Cellist Kian Soltani waren am Samstag im Angelika-Kauffmann-Saal mit Uxia Martínez Botana, Georgy Kovalev und Tobias Feldmann zu hören.

Was für eine Frische und musikantische Energie, was für eine Meisterschaft! Die beiden gebürtigen Rheintaler, Pianist Aaron Pilsan und Cellist Kian Soltani, bereiteten dem Schubertiadepublikum gemeinsam mit dem deutschen Geiger Tobias Feldmann, dem deutsch-russischen Bratscher Georgy Kovalev und der spanischen Kontrabassistin Uxia Martínez Botana ein Fest – natürlich mit Schubert und einer ganz besonderen Zugabe.

Von kürzeren Klaviertriosätzen und einem in die Tiefe erweiterten Klavierquartett spannte sich der Bogen zum allseits beliebten „Forellenquintett“. Auch die „kleineren“ Werke, ein Trio des 15-Jährigen und ein Quartett aus dem Jahr 1816, erfüllten die jungen Musiker mit großer Hingabe. Im Notturno, einem einzeln stehenden Satz in Es-Dur, erlebte das Publikum die wunderbare Symbiose der beiden Streichinstrumente über dem zart gewebten Klangteppich von gebrochenen Klavierakkorden, den Aaron Pilsan seinen Musikerfreunden auslegte. Der Titel „Notturno“ (Nachtstück) passt zu diesem Triosatz, doch konnte der Zuhörer mit dem satten Celloton von Kian Soltani und der leuchtenden Violine von Tobias Feldmann ebenso viel Sonnenglanz und Nachtigallentriller vernehmen.

Leichtigkeit. Bereits mit dem Klavierquartett kam Uxia Martínez Botana, die temperamentvolle Bassistin mit ihrem riesigen Instrument auf die Bühne und verstärkte somit die tiefen Klangregionen fast hin zu einem symphonischen Klangbild. Im ersten Satz erhob sich die Geigenmelodie von Tobias Feldmann so innig, als hätte Schubert darin die Stimme der so verehrten Therese Grob eingefangen.

Den anspruchsvoll sprudelnden Klavierpart hat Schubert für den befreundeten Heinrich Grob, Therese Grobs Bruder, geschrieben. Aaron Pilsan musizierte das heitere Rondo mit ungebrochener Leichtigkeit und drehte mit seinen Musikerfreunden die Temposchraube mit sichtlichem Vergnügen nochmals an.

Das „Forellenquintett“ ist schon in seiner Originalfassung ein wunderbares, froh gestimmtes Werk voller spritziger Dialoge der Instrumentalisten untereinander. Zarte Liedmelodien, fein ausgeleuchtete Begleitstimmen und der Variationensatz machen auch beim x-ten Hören immer wieder Freude. Aaron Pilsan, Tobias Feldmann, Georgy Kovalev, Kian Soltani und Uxia Martínez Botana musizierten es rund und frisch, mit Genuss und Spielfreude.

Doch was danach kam, setzte dem die Krone auf: Der niederländische Komponist Marijn van Prooijen hatte dem Werk und diesem Ensemble eine Zugabe „Encore une fois la truite …“ zugeschneidert, die mit Jazz, Swing, Chorgesang, Klopfen auf dem Klavierkorpus, Pfeifen (Feldmann und Soltani im harmonischen Duett) und einem schrägen Mix aller Stile aufwartete.

Grandios, und dass das Schwarzenberger Publikum sich zum rhythmischen Mitklatschen hinreißen lässt, dürfte auch einmalig gewesen sein.

 Katharina von Glasenapp

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