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Festspiel-Vorbereitungen auf Hochtouren

Proben zu „Beatrice Cenci“ im Festspielhaus.

Proben zu „Beatrice Cenci“ im Festspielhaus.

Beim ersten Pressetag der Bregenzer Festspiele wurde unter anderem ein Blick in die Proben zu „Beatrice Cenci“ gewährt.

Von Lisa Kammann

Knapp zwei Wochen vor der Eröffnung der 73. Ausgabe der Bregenzer Festspiele laufen die Vorbereitungen, wie die Proben der ersten zwei großen Opernproduktionen, auf Hochtouren. Mit Spannung erwartet auch Intendantin Elisabeth Sobotka die kommende Saison. Die Festspiele werden für die gebürtige Wienerin nicht zur Routine, wie sie beim ersten Pressetag im Festspielhaus versicherte. Im Hinblick auf die Oper „Beatrice Cenci“, welche die Spiele am 18. Juli eröffnen wird, sagte Sobotka: „Es ist immer spannend dabei zu sein, wenn ein neues Stück entsteht.“ Während die Proben für „Carmen“ seit 21. Juni laufen, fügen sich nun auch bei der Oper im Festspielhaus die einzelnen Elemente zusammen. Einen ersten Durchlauf hätte es bereits gegeben, am Montag folge die erste Hauptprobe mit Kostüm und Maske, in der Sänger und Orchester zusammenkämen, so Sobotka.

Der kaufmännische Direktor Michael Diem informierte über den Stand beim Kartenvorverkauf und zeigte sich zufrieden. 90 Prozent der 210.000 Karten für die heuer 29 „Carmen“-Aufführungen seien bereits verkauft, um die 23.000 Karten seien noch zu haben, so Diem. Er sei zuversichtlich, dass eine Auslastung von mindestens 98 Prozent erreicht werde. Insgesamt sind für die 80 Veranstaltungen in diesem Jahr 224.000 Karten aufgelegt.

Urkräfte. Nach einem Probenbesuch auf der Seebühne sprach Regisseur Kasper Holten über die Veränderungen bei der Arbeit an der Oper gegenüber dem Vorjahr. Jetzt, da sich das Team bereits kennt – neu dazugekommen sind lediglich David Pomeroy als Don José und Dirigent Antonino Fogliani – und das Fundament schon vorhanden sei, könne mehr in die Tiefe gegangen werden, so Holten. Dies gilt wohl auch für die Figur der Carmen: „Sie ist eine starke Frau, kämpft aber auch mit sich selbst“, meint der Regisseur. Dieser komplexen Psychologie soll Rechnung getragen werden. Enorme Veränderungen werde es jedoch keine geben.

Die „Urkräfte“ Wind und Wasser kämen beim Spiel auf dem See verstärkt zum Tragen, verriet Holten. So werde bei der Schlussszene, in der Carmen ertränkt wird, der Wasserpegel scheinbar steigen. Mit dem Herunterfahren des Plateaus ergebe sich der Eindruck, dass Carmen und Don José im Wasser versinken würden, erklärt der Regisseur.

Gaëlle Arquez verriet, dass die Schlussszene zu ihren Lieblingsszenen gehört. Ihre Eltern hätten die Oper im vergangenen Jahr gesehen und wären vom Ende etwas schockiert gewesen, da auch sie nichts von der Schlussszene wussten, erzählte die Sängerin. Sie gab auch einen Einblick in Carmens Innenleben: Diese habe gelernt, in einer harten Welt zu überleben, und sich eine Schutzhülle zugelegt. Don José bringe diese Strategie ins Wanken, Carmen möchte nicht verletzlich, angreifbar sein – wie es in der romantischen Liebe ist. Und so würden die starken Emotionen entstehen, mit denen Carmen zu kämpfen habe.

Omega. Beeindruckend war der erste Einblick in die Proben von „Beatrice Cenci“, obwohl erst ein kleiner Teil des Bühnenbilds stehe, wie Regisseur Johannes Erath erklärte. Zu sehen ist ein unten abgeschnittener, kreisrunder Bühnenrahmen: Er stelle ein Omega dar, das den Endpunkt repräsentiere, so der Regisseur. Eindrücklich sowohl eine Kirchenszene mit Papst, Altar und schwingenden Glockenseilen als auch die gezeigte Chorszene (zwei Hauptdarsteller waren unpässlich).

Auf „Beatrice Cenci“ sind vermutlich schon viele gespannt – zurecht, handelt es sich dabei doch um ein spezielles, selten gespieltes Werk. Der musikalische Leiter Johannes Debus erläuterte die Besonderheiten in der Musik: Wer die Geschichte von Beatrice Cenci betrachte, mit Misshandlung, Gewalt, Intrigen und Mord, erwarte eigentlich eine grelle, schrille, laute Musik. Doch Berthold Goldschmidts Komposition besitze einen „lyrischen Ton“, meint Debus. „Es herrscht ein dunkles Timbre im Orchesterklang, über allem lastet eine Schwere, die im Grunde nicht weicht“, so der Dirigent. Goldschmidt habe sich stark an musikalischen Formen der Zeit der wahren Geschichte – das Frühbarock des 16. und 17. Jahrhunderts – orientiert.

Auch wenn es mit Beatrice Cenci, die ein Mordkomplott gegen ihren grausamen Vater schmiedete und zum Tode verurteilt wurde, kein gutes Ende nimmt: Am Ende werde die Persönlichkeit der beiden Frauen Beatrice und Lucrezia wiederhergestellt, sagte Sobotka. „Es gibt die Möglichkeit des Lichts, des Trostes.“ Die Intendantin hob auch die Gemeinsamkeit der beiden Opern hervor: Im Zentrum stehen starke Frauen, die gegen ihr Schicksal und gegen Machtmissbrauch kämpfen: leider ein aktuelles Thema, meint Sobotka.

<p class="caption">Proben auf dem See. Oben links: Elisabeth Sobotka und Kasper Holten. Oben: Gaëlle Arquez und Johannes Erath.  Philipp Steurer (5)</p>

Proben auf dem See. Oben links: Elisabeth Sobotka und Kasper Holten. Oben: Gaëlle Arquez und Johannes Erath.  Philipp Steurer (5)

<p class="caption">Proben auf dem See. Oben links: Elisabeth Sobotka und Kasper Holten. Oben: Gaëlle Arquez und Johannes Erath.  Philipp Steurer (5)</p>

Proben auf dem See. Oben links: Elisabeth Sobotka und Kasper Holten. Oben: Gaëlle Arquez und Johannes Erath.  Philipp Steurer (5)

<p class="caption">Proben auf dem See. Oben links: Elisabeth Sobotka und Kasper Holten. Oben: Gaëlle Arquez und Johannes Erath.  Philipp Steurer (5)</p>

Proben auf dem See. Oben links: Elisabeth Sobotka und Kasper Holten. Oben: Gaëlle Arquez und Johannes Erath.  Philipp Steurer (5)

<p class="caption">Proben auf dem See. Oben links: Elisabeth Sobotka und Kasper Holten. Oben: Gaëlle Arquez und Johannes Erath.  Philipp Steurer (5)</p>

Proben auf dem See. Oben links: Elisabeth Sobotka und Kasper Holten. Oben: Gaëlle Arquez und Johannes Erath.  Philipp Steurer (5)

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