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Poolbar: Wortakrobaten unter sich

Stefan Abermann. Matthias Dietrich

Stefan Abermann. Matthias Dietrich

Zum zweiten Mal ging die Tirol-Vorarlberg-Meisterschaft im Poetry Slam in der Feldkircher Poolbar über die Bühne.

Von Daniel Ongaretto-Furxer

Poetry Slam ist ein Phänomen, das in Vorarlberg und Tirol eine lange Tradition hat. Mittlerweile sprießen die Slams in Vorarlberg wie Pilze aus dem Boden und kaum eine Woche vergeht, in der die Dichter nicht um die Gunst des Publikums buhlen. Umso spannender ist es, die Besten der Bes­ten dieser beiden Bundesländer auf einer Bühne live performen zu sehen. Elf Kandidaten sind angetreten und hatten sechs Minuten Zeit, ihren schmissigen selbst geschriebenen Text den Zuschauern zu kredenzen.

Zum Lachen. Die Moderatoren des Sonntagabends waren – laut Selbstbezeichnung – keine anderen als Mama und Papa Poetry Slam, Mieze Medusa und Markus Köhle, die selber slamten und begannen, Poetry Slams auszurichten, als diese in Österreich noch in den Kinderschuhen steckten. Das ist jetzt ungefähr 20 Jahre her. Geändert hat sich wenig an den Regeln. Es ist ein Wettkampf der Dichter, bei dem das Publikum mit Tafeln entscheidet, wie viele Punkte der Vorlesende bekommt.

Zum Lachen, und das ist meist der Hauptgrund, warum ein Slam besucht wird, gab es viel: Daniel Bühel, der tapfere Zivildiener, berichtete von knackigen Seniorinnen, die es auf ihn abgesehen hatten, während J-Man es schaffte, in jedem Satz mehrere Tiere unterzubringen. Silke hatte Lust, Bücher zu kaufen, ohne sie zu lesen, und Emil verglich die Bücher einer Bücherei gekonnt mit Gefängnisinsassen, die nur ab und zu Ausgang bekommen. Einen politischen Seitenhieb auf die österreichische Regierung konnte er sich dabei nicht ersparen. Lokalmatadorin Sara Bonetti erstaunte mit einer dramatischen Geschichte eines ungeborenen Kindes. Kuriositäten wie ein Text, bei dem die Zeit das Internet gestohlen hat, so vorgetragen von Ivina, durften natürlich auch nicht fehlen. Die Wortakrobaten glänzten nicht nur mit witzigen Texten, sondern oft auch mit einer Vortragegeschwindigkeit von über 200 Wörtern pro Minute.

Erotische Ohren. Vorjahressieger Stefan Abermann slamte seinen Text gleich auf Tirolerisch und erzählte die wahnwitzige Geschichte eines Pilzesammlers, der vor lauter Gier alles einsammelt, was er sieht, und sich dabei, aus Furcht vor der Polizei, an den giftigen Schwammerln überisst.

Im 4er-Finale setzte sich schließlich Stefan Abermann durch, der mit seinem kabarettreifen Text über die erotischen Ohren von Sebastian Kurz den Vogel abschoss.

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