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Hard

Die Zeichnung als Urbedürfnis: Ausstellung von Kunststudenten

Werke von Carlos Vergara (links) und Luca Mikitz. Galerie.Z (2)

Werke von Carlos Vergara (links) und Luca Mikitz. Galerie.Z (2)

Emi Denk von der Universität für angewandte Kunst präsentiert das Ergebins eines ­Seminars für Studierende in der Galerie.Z. Zu sehen sind Werke von acht Künstlern.

Die ältesten Höhlenmalereien der Welt, die vor 40.000 Jahren geschaffen wurden, zeugen von dem Urbedürfnis des Menschen, etwas mit einfachsten Mitteln zur Darstellung zu bringen – etwa das Erlegen eines Tieres nachzuvollziehen, ohne dabei Angst haben zu müssen. Indem etwas außerhalb des eigenen Selbst an einer Höhlenwand in Szene gesetzt wird, wird der Malende sich in Distanz zu sich selbst über etwas klar. So wie ein Schriftsteller sich in seinen Sätzen über eine Sache klar wird, so wird ein Zeichner sich über seine Zeichnung über ein inneres oder äußeres Phänomen klar.

Die Professorin Emi Denk von der Universität für angewandte Kunst in Wien sagt: „In der Zeichnung kann man nicht lügen.“ Es ist für sie immer wieder berührend und eine wunderschöne Aufgabe zu sehen, wenn junge Leute im Zeichnen mit einer Form von Echtheit in Berührung kommen. Die Zeichnung wird immer bleiben, ist Denk überzeugt, denn der Weg vom Kopf auf das Papier führt lediglich über die Hand. Ein ureigenster Ausdruck ist in der Zeichnung möglich.

Denk bietet im Rahmen des Kunststudiums ein Seminar an, bei dem Studierende der Universität für angewandte Kunst, aber auch von anderen Kunstunis, sich um einen bewusst mehrdeutig gewählten Gegenstand versammeln. Dieser wird als Anregung genommen, um selbst zeichnerisch tätig zu werden. Am Ende des Sommersemesters ist es dann immer für jene Studenten des Seminars, die das auf außergewöhnlich stimmige Weise tun, die Bestnote, im Rahmen einer Kunstexkursion in Hard am Bodensee ihre Werke ausstellen zu dürfen. Die Galerie.Z ist für Denk ein ganz besonderer, unvergleichlicher Ort, der quasi ohne Beschränkung den Studierenden einen Ort für ihre Zeichnungen schenkt.

Ausdrucksfreiheit. Warum soll heute jemand überhaupt noch an einer Kunstuniversität studieren? Denk sagt, die jungen Leute sollen studieren, wenn sie studieren müssen, wenn es für sie keine andere Möglichkeit gibt, wenn ihr Herz beim Gedanken an die Kunst höher schlägt, wenn es sie in die Kunst zieht, um in einer Gruppe von Gleichgesinnten Kunst entstehen zu lassen. Egal ob Musik, Theater, bildende Kunst, Handwerk oder Denken: Jeder Mensch habe eine innere Stimme, die zu ihm spricht und ihm sagt, in welche Richtung er aktiv werden soll.

Die Ausstellung in Hard fungiert unter dem Label „Fish“ und umfasst Werke von acht Künstlern. Katerina Dimitrova suspendiert ihre traditionelle Ausbildung im „richtigen Zeichnen“ zugunsten einer Praxis, die auf einen Blickkontakt mit dem Objekt verzichtet und so zu einer eigenen Ausdrucksfreiheit gelangt. Sebas­tian Eder arbeitet auch ohne Kontrolle, wenn er, ohne rational viel nachzudenken, organisch und harmonisch gemus­terte Flächen schafft.

Ismael Pickel Schiebel kommt über eine gewisse Gegenständlichkeit zu einer ungestümen Kritzelei. Luca Mikitz liefert Bewegungsstudien mit verschieden dicken Bleistiftstrichen. Paul Spendiers arbeitet mit einem Computerprogramm, das Bewegungen von Lebewesen auf eine Grafik überträgt. Carlos Vergara führt architektonische Praktiken ad absurdum. George Perec liefert den Ausstellungstext, während Nha Hgo und Kaja Yoo vielschichtige Interpretationsräume eröffnen.  Wolfgang Ölz

„Fish“. Bis 14. Juli in der Galerie.Z in Hard. Dienstag und Donnerstag, 18 bis 20 Uhr, Samstag, 10 bis 12 Uhr.

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Werke von Carlos Vergara (links) und Luca Mikitz. Galerie.Z (2)

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