Kultur

Großes Haus im Wandel der Zeit

16.07.2020 • 17:27 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Festspielhaus im Jahr 2006 in seiner heutigen Gestalt. <span class="copyright">Neue/Bernd Hofmeister</span>
Das Festspielhaus im Jahr 2006 in seiner heutigen Gestalt. Neue/Bernd Hofmeister

40 Jahre Festspielhaus. Dritte Bauphase soll bald starten.

Heute vor 40 Jahren, am 17. Juli 1980, wurde das Bregenzer Festspiel- und Kongresshaus in Anwesenheit des damaligen Bundespräsidenten Rudolf Kirchschläger eröffnet. Zahlreiche Gäste – rund zwölf Millionen sollen es seit der Eröffnung gewesen sein – kamen seitdem zu den verschiedensten Anlässen. Erweiterungen und Sanierungen wurden in zwei Phasen realisiert. Nun steht die nächste Sanierung an: Von 2021 bis 2024 sollen die Außenhülle des Gebäudes, die rund 40 Jahre alte Bühnentechnik des Haupthauses und die technische Infrastruktur der Werkstattbühne erneuert werden, die außerdem einen Zubau erhalten soll. Auch die erste Sanierung von Seebühne und -Tribüne, die bislang lediglich repariert wurden, steht auf dem Plan.

Der Rohbau 1978.<span class="copyright"> Helmut Klapper/Vorarlberger Landesbibliothek</span>
Der Rohbau 1978. Helmut Klapper/Vorarlberger Landesbibliothek

Trotz Corona-Krise wird die dritte Baustufe „in absehbarer Zeit“ starten, hieß es gestern auf NEUE-Anfrage aus dem Amt der Landeshauptstadt: Die Vergabe der Generalplanung für Sanierung und Zubau sei bei der Stadtvertretung am 7. Juli beschlossen worden. Man stecke mitten in den Vorbereitungen, durch die intensive Nutzung der bereits älteren Bausubstanz sei eine Sanierung auch notwendig. Rund 55 Millionen Euro werden dafür investiert. Betrieben wird das Haus von der Bregenzer Festspiel- und Kongresshaus GmbH mit der Stadt Bregenz als alleiniger Eigentümerin.

Rudolf Kirchschläger (rechts) bei der Eröffnung. <br><span class="copyright">HELMUT KLAPPER/VORARLBERGER LANDESBIBLIOTHEK</span>
Rudolf Kirchschläger (rechts) bei der Eröffnung.
HELMUT KLAPPER/VORARLBERGER LANDESBIBLIOTHEK

Die Geschichte des Festspielhauses beginnt 1955, als ein Ideenwettbewerb für den Bau ausgeschrieben wurde.  Damals stand die Seetribüne für die Festspiele hinter dem Bregenzer Fußballstadion, die Sporthalle wurde als „Festspielhaus“ genutzt. Die erste Aufführung auf dem See im Rahmen der Bregenzer Festspiele – ein Konzert inklusive Mozarts „Bastien und Bastienne“ mit Tanzeinlagen – hatte 1946 auf zwei Kieskähnen in der Bregenzer Bucht stattgefunden. 1971 kam die Idee auf, Festspielhaus und Seetribüne zusammenzulegen.

Positive Entwicklung

1974 wurde der Bregenzer Architekt Wilhelm Braun für Planungsarbeiten für das Festspiel- und Kongresshaus am neuen Standort beauftragt. In den Jahren 1977/78 wurde das Festspielhaus neu gebaut, ein Jahr später kam mit Puccinis „Turandot“ das erste Spiel auf dem See am heutigen Standort zur Aufführung. Im Juli 1980 wurde das Festspielhaus schließlich offiziell eröffnet. Die rasant positive Entwicklung der Bregenzer Festspiele führte dazu, dass das Haus 1995 bis 1997 durch Zubauten auf die doppelte Kubatur vergrößert wurde. 1998 wurde die Seetribüne auf rund 7000 Sitzplätze ausgebaut. Für 38,5 Millionen Euro wurde das Gebäude 2005/06 nochmals größer gestaltet und generalsaniert.

"James Bond"-Lichtshow von Gerry Hofstetter 2008.<span class="copyright"> VMH</span>
"James Bond"-Lichtshow von Gerry Hofstetter 2008. VMH

Veranstaltungs-Höhepunkte hatte das Festspielhaus in den vergangenen 40 Jahren auch abseits der Festspiele viele zu bieten. Tänzer-Legende Rudolf Nurejew gab sich ebenso die Ehre wie Dirigent Leonard Bernstein oder die Popstars Elton John oder Falco, die auf der Seebühne auftraten. 2008 war Daniel Craig alias James Bond zu Dreharbeiten „A Quantum of Solace“ zu Gast.    

apa/Lisa Kammann