Kultur

Kurzfilme in der Alpenstadt

06.08.2020 • 18:37 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Goldenen Einhörner warten auf die Gewinner.<span class="copyright"> Alpinale</span>
Die Goldenen Einhörner warten auf die Gewinner. Alpinale

Die Alpinale zeigt heuer wieder ein dichtes Programm.

Es ist eine gleich zweifach besondere Ausgabe des Alpinale Kurzfilmfestivals, die am kommenden Dienstag startet: Das erste Mal seit 17 Jahren wird das Filmfest wieder in Bludenz veranstaltet, und zwar in einer veränderten, Corona-angepassten Form. Was gleich geblieben ist, ist ein üppiges und breit gefächertes Programm: 72 Kurzfilme aus aller Welt – und aus Vorarlberg – werden insgesamt zu sehen sein. Wie das Festival unter den speziellen Bedingungen organisiert wurde, und welche Neuheiten den Besucher erwarten, erzählt Alpinale-Leiterin Manuela Mylonas in einem Gespräch.

72 Kurzfilme sind zu sehen. <span class="copyright">Alpinale/Picasa</span>
72 Kurzfilme sind zu sehen. Alpinale/Picasa

Der Corona-Lockdown betraf auch die Alpinale-Organisation. Während Frühjahrs-Veranstaltungen wie Termine der Ländle-Tour oder die am 8. Mai geplante Vorarlberger Kurzfilmnacht abgesagt werden mussten, hieß es abwarten, was das Sommer-Festival betrifft. Da die Alpinale erst für August angesetzt ist, war noch eine „leise Hoffnung“ vorhanden, dass das Festival stattfinden kann, so Mylonas. Als Ende Mai die ersten Verordnungen für den Sommer von Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer bekannt wurden, konnte endlich die Entscheidung getroffen werden: „Da war klar, dass die Rahmenbedingungen für die Alpinale bestehen“, so Mylonas.

Das Publikum entscheidet

Ein Resultat der Corona-Pandemie ist ein noch dichteres Programm. Denn die Vorarlberger Kurzfilmnacht ist nun in das Festival integriert. Am zweiten Festivaltag und am darauffolgenden Donnerstag wird der Wettbewerb ausgetragen. Üblicherweise hat auch eine Jury bei der Auswahl eine Stimme, doch diese ist im Sommer nicht verfügbar. Heuer wird der Gewinner ausschließlich vom Publikum ermittelt. „Wir haben in desem Jahr die Chance, neue Dinge auszuprobieren“, sagt Mylonas dazu. Formate könnten durch Flexibilität angepasst werden. Entscheidend sei dabei hauptsächlich, ob diese Änderungen für das Publikum funktionieren.

“Wir haben in diesem Jahr die Chance, neue Dinge auszuprobieren”

Alpinale-Leiterin Manuela Mylonas

Das Hauptprogramm der Alpinale am Abend – wenn die internationalen Kurzfilme gezeigt werden – wird Open-Air vor der Remise stattfinden, vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Ansonsten wird in die Remise ausgewichen. Auch, weil es am frühen Abend noch zu hell ist, werden die Veranstaltungen bis 20.30 Uhr im Inneren veranstaltet. Es gibt Allwetter-Karten im Vorverkauf und eine Open-Air-Ticketreservierung im Angebot. Drinnen haben etwa 100, und draußen 250 Besucher Platz, informiert Mylonas. Auch Filmgespräche wird es am Abend geben, doch könnten heuer weniger Filmschaffende aus dem Ausland als sonst kommen, so die Alpinale-Leiterin.

Ernstes und Witziges

Mylonas weist darauf hin, dass das Programm wieder äußerst vielseitig ist. Ernste Themen werden angesprochen, wie im Kurzfilm „Cargo“ der ungarischen Regisseurin Christina Tournatzés. Dabei geht es um das schreckliche Ereignis, als vor fünf Jahren 71 Flüchtlinge im Gepäcksraum eines Kühllastwagens erstickten. Einige vielversprechende Animationsfilme stehen auf dem Spielplan, lustig kann es auch werden, etwa in dem britischen Streifen „The Plunge“ von Simon Ryninks, in dem es um ein pikantes Spielzeug geht. Mit den Kurzfilmen „Memorable“ (Frank­reich, Regie: Bruno Collet) und „Daughter“ (Tschechien, Daria Kashcheeva) sind auch zwei Oscar-Nominierungen dabei.
Neben dem Kurzfilmprogramm für Kinder gibt es einen besonderen Workshop: Am Donnerstag können Cineasten ab vier Jahren mit Malbildern ihre eigene Version des Animationsfilms „Mitmalmeister Claude Momäh“ erschaffen. Die Horror-Favoriten von 2019 sind noch einmal am Freitag zu sehen.
Mylonas zeigte sich glücklich über die Entscheidung, das Fes­tival wieder nach Bludenz zu verlagern. Die Stadt würde die Alpinale unterstützen – und es gebe hier das Potential, sich weiterzuentwickeln.

Die Alpinale 2020

bis 15. August in und vor der Remise in Bludenz. An jedem Abend laufen im Wettbewerb sieben bis acht internationale Kurzfilme. Infos und Tickets gibt es unter www.alpinale.at

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