Kultur

Beschwingt durch Feldkirch spazieren

10.08.2020 • 19:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Ensemble Wind in der Marktgasse. <span class="copyright">Daniel Ongaretto-Furxer</span>
Das Ensemble Wind in der Marktgasse. Daniel Ongaretto-Furxer

Konzertspaziergang im Rahmen der Montforter Zwischentöne.

Alles konnte beim Konzertspaziergang am vergangenen Samstag nicht gesehen und gehört werden. Neun verschiedene Musikstationen und drei Durchgänge verlangten dem Zuhörer eine gewisse Entscheidungsfreude ab. Saß der Besucher einmal auf seinem schattigen Platz, war dies jedoch der einzig richtige Ort, an dem er sein wollte. Das Ambiente an diesem heißen Sommernachmittag bot einen angenehmen und niederschwelligen Rahmen um klassische Musik – gespielt von Ensembles des Symphonieorchester Vorarlberg – ganz ungezwungen, zwischen Vogelgezwitscher und Mopedgeräuschen, zu genießen.

Café Drechsler auf der Waldbühne im Reichenfeld. <span class="copyright">Daniel Ongaretto-Furxer</span>
Café Drechsler auf der Waldbühne im Reichenfeld. Daniel Ongaretto-Furxer

Es braucht nicht immer die sterile, konzentrierte Stille eines Konzertsaals, um den Klang zu verarbeiten. Das Rheingold Hornquartett führte neben der Fußgängerbrücke in die Hochromantik ein und entzückte sowohl durch leise Töne („Loco iste“ von Anton Bruckner) aber auch durch schwungvolle, moderne Darbietungen („Brunella“ von Bruno Wiederin in einer Bearbeitung von Peter Madsen).

Die wohl bekannteste österreichische Jazzformation, Café Drechsler, die sich 2017 wieder formiert hat, spielte auf der Waldbühne hinter dem poolbar-Gelände eine starke Fusion aus Jazz, Trip-Hop und Drum n‘ Bass. Das Saxophon hatte die musikalische Führung, Kontrabass und Schlagzeug erzeugten einen treibenden Beat, dem der Zuhörer sich nicht entziehen konnte. In Kooperation mit dem poolbar-Festival war dieser Musikact eine spannende Abwechslung zu den klassischen Ensembles.

Durch die Gassen

Zuletzt zog es den Schreiber dieser Zeilen in die Marktgasse, wo das Ensemble Winds die Oktett Opus 103 in Es-Dur von Ludwig van Beethoven aufführte. Das Frühwerk von Beethoven bestach durch die hellen Klarinettentöne kombiniert mit zwei wunderbar aufspielenden Fagotten, die leicht durch die Gasse schallten.

Einziger Wermutstropfen war, dass die 20 Minuten, also die jeweilige Spielzeit eines Platzkonzerts, sehr schnell vergangen sind. Was bleibt: Dieser Sommer ist anders und so sind die Konzerte, die aus dem gewohnten Rahmen ausbrechen, wohltuend und haften in Erinnerung.

Daniel Ongaretto-Furxer

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