Kultur

Bewährtes und neue Formate

12.08.2020 • 19:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das neue Freudenhaus-Team, v.l.n.r.: Heidi Wimmer und Christiane Wohlgenannt, Roman Zöhrer und Lisa-Marie Berkmann. <span class="copyright">Harald Pichler</span>
Das neue Freudenhaus-Team, v.l.n.r.: Heidi Wimmer und Christiane Wohlgenannt, Roman Zöhrer und Lisa-Marie Berkmann. Harald Pichler

Roman Zöhrer über das Programm und die Corona-Krise.

Roman Zöhrer ist der neue Leiter des Freudenhauses Lustenau und löste im Frühjahr Willi Pramstaller als Obmann des Kulturvereins Caravan – mobile Kulturprojekte ab. Gleich zu Beginn seiner neuen „Lebensaufgabe“, wie er selbst sagt, sieht er sich mit corona-bedingten Herausforderungen konfrontiert. Die Insolvenz des Ticket-Vertreibers Musikladen und die Auflagen für Kulturveranstaltungen machen dem Verein zu schaffen, und deshalb ist Zöhrer noch nicht angestellt, wie er im Gespräch erklärt. Nichtsdestotrotz hat er seine Arbeit zusammen mit dem Team begonnen. „Wir freuen uns auf die kommenden Herausforderungen“, so der neue Caravan-Obmann.

Roman Zöhrer. <span class="copyright">Marcel Hagen</span>
Roman Zöhrer. Marcel Hagen

Mit dabei ist die stellvertretende Obfrau Lisa-Marie Berkmann. Mit Zöhrer ist sie für die Veranstaltungsbetreuung, Administration und das Programm zuständig. Für die Gastronomie konnten Heidi Wimmer und Christiane Wohlgenannt gewonnen werden.

Vertrag

Zöhrer, Geschäftsführer der Offenen Jugendarbeit Lustenau und dort bereits seit 18 Jahren tätig, will auch diese neue Aufgabe „mit Leib und Seele“ ausführen, wie er sagt. Die Musikladen-Insolvenz hätte das Team jedoch „überrollt“. Die GmbH habe das Geld für die bereits gekauften Freudenhaus-Tickets nicht – wie ursprünglich vereinbart – rücküberwiesen, informiert Zöhrer. Dies müsse nun im Rahmen des Insolvenzverfahrens geklärt werden. Die über Musikladen erworbenen Karten behalten jedoch ihre Gültigkeit. Aus einem Fonds für non-profit-Organisationen wurde dem Verein nun finanzielle Hilfe gewährt. „Bis zum Ende des Jahres kommen wir auf jeden Fall über die Runden“, sagt der neue Leiter.

Die Compagnie Buffpapier bestreitet das erste Zirkustheater der Saison. <span class="copyright">JORMA MUELLER PHOTOGRAPHY</span>
Die Compagnie Buffpapier bestreitet das erste Zirkustheater der Saison. JORMA MUELLER PHOTOGRAPHY

Weiters strebt Zöhrer eine Verlängerung des Vertrags mit der Gemeinde Lustenau, der 2021 ausläuft, an. Der Freudenhaus-Leiter sieht eine Vertragsverlängerung als „win-win-Situation“ für beide Seiten. Das Verhältnis mit der Gemeinde sei von großer Wertschätzung geprägt, mit dem Standort sei das Team sehr zufrieden. Das Freudenhaus gehöre für ihn bereits zu Lustenau dazu.

Schräg

Was das Programm betrifft, so wird der von Pramstaller eingeschlagene Weg fortgeführt. Die Mischung aus Zirkustheater und ähnlichen „tollen Shows“, garniert mit Kabarett, Musik und Zauberei bleiben als Alleinstellungsmerkmal erhalten. Neben dem Bewährten möchte Zöhrer aber auch weitere Formate entwickeln. Angedacht wird etwa ein Straßenkunst-Festival, ähnlich wie das einst von Pramstaller initiierte Impuls-Festival. Auch andere spezielle Veranstaltungen seien möglich – „je schräger, desto besser“, meint der Freudenhaus-Leiter.

Schon heute startet die neue Saison: Kabarettist Alfred Dorfer ist heute und morgen mit seinem Programm „und…“ zu Gast. Karten gibt es noch. Das erste Zirkustheater-Spektakel gibt es am 3. September mit der Compagnie Buffpapier zu erleben: eine Österreichpremiere.

Infos und Tickets: www.freudenhaus.or.at.