Kultur

Gelungene Alpinale trotz Corona

17.08.2020 • 17:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Open-Air-Festival am Remise-Vorplatz. <span class="copyright">Anna Salcher/Alpinale</span>
Open-Air-Festival am Remise-Vorplatz. Anna Salcher/Alpinale

Am Samstag wurden wieder die Goldenen Einhörner vergeben.

“Sehr erfolgreich“ ist für Alpinale-Leiterin Manuela Mylonas die diesjährige, 35. Ausgabe des Vorarlberger Kurzfilmfestivals verlaufen, das vergangene Woche seit Langem wieder in Bludenz veranstaltet wurde. „Es war ein reibungsloser Ablauf, und das Publikum hat super mitgemacht“, sagte Mylonas im Gespräch – und meinte damit die Corona-Auflagen, durch die für genügend Abstand zwischen den Zuschauern gesorgt wurde. Laut Aussendung halfen dabei auch symbolische Baby-Einhörner mit. Das Wetter spielte, außer bei einem kurzen Regenschauer, ebenfalls mit. Alle Alpinale-Abende konnten Open Air am Vorplatz der Remise stattfinden. Trotz der corona-bedingten Beschränkung der Besucherzahlen wurden rund 1200 Filmbegeisterte an den fünf Festivaltagen von 11. bis 15. August gezählt. Die Gewinner der Goldenen Einhörner wurden am Samstagabend gekürt.

Bester Kurzfilm: "Das Urteil im Fall K." von Özgür Anil.<span class="copyright"> Alpinale</span>
Bester Kurzfilm: "Das Urteil im Fall K." von Özgür Anil. Alpinale

72 Kurzfilme waren zu sehen, ausgewählt aus 1000 Werken aus 63 Ländern. Fünf Filme wurden schließlich prämiert – entweder vom Publikum oder von der fünfköpfigen Jury. In dieser waren die Vorarlberger Schauspielerin Maria Fliri, Drehbuchautor Matthias Writze, Regisseurin und Drehbuchautorin Raphaela Wagner, der niederländische Kurzfilmexperte Mathieu Janssen, sowie Regisseur und Autor Benjamin Teske.

Kaulquappe

In der Kategorie Bester Kurzspielfilm überzeugte eine österreichische Produktion – „Das Urteil im Fall K.“ von Regisseur Özgür Anil. Der 30-minütige Streifen entstand 2020 an der Wiener Filmakademie und erhielt bereits bei der Diagonale den Preis für den besten Nachwuchsfilm. Die Handlung: Die Schülerin K. wurde von zwei Männern vergewaltigt. Für den Bruder ist das Urteil zu milde, er will ihre Ehre wiederherstellen – und meint damit seine Ehre. Anil stellt in diesem Film den liebevollen alleinerziehenden Vater des Mädchens ins Zentrum, und zeigt die Dynamiken in einer eng verbundenen Community auf. Die Jury wurde überzeugt durch die „differenziert erzählte Story, das großartige Schauspiel und die gelungene Ausführung“, so die Begründung.

Gewinner bei den "v-shorts": “Der kleine Tod” von Christoph Rohner. <span class="copyright">Alpinale</span>
Gewinner bei den "v-shorts": “Der kleine Tod” von Christoph Rohner. Alpinale

Als bester Animations-Kurzfilm wurde die französische Produktion „Tadpole“ (Englisch für „Kaulquappe“) gekürt. Regisseur Jean-Claude Rozec zeigt damit auf, was passieren kann, wenn einem die große Schwester einredet, man sei eine adoptierte Kaulquappe. Das Publikum wählte in der Kategorie „v-shorts“ als besten Vorarlberger Film “Der kleine Tod” von Christoph Rohner. Die Ermordung von Kaiserin Elisabeth Amalie Eugenie – bekannt als Sisi – inspirierte den Filmemacher zu dem historischen Film. In tagebuchartigen Gedanken wird darin die tragische Geschichte neu interpretiert. Bei der Alpinale wurde der Film uraufgeführt, informierte Mylonas.

Synchronschwimmen

Der Publikumspreis ging heuer an den Franzosen Matthieu Ruyssen für „Whales don´t swim“. Dabei geht es um den Jungen Yves, der in der Schule gehänselt wird und sich heimlich dem Synchronschwimmen widmet. Als Bester Kinderkurzfilm erhielt Regisseurin Verena Fels für „Tobi und der Turbobus“ ein Goldenes Einhorn. Ein Wolf macht sich darin auf eine Reise. Auch zu sehen war der bereits 2019 prämierte Horrorfilm „9 Steps“ von Marisa Crespo und Moisés Romera aus Spanien.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.