Kultur

Corona-Hilfe für die Kultur

01.09.2020 • 19:44 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Barbara Schöbi-Fink und Winfried Nußbaummüller informierten über den Stand der Dinge. <span class="copyright">VLK/Santina Hagen</span>
Barbara Schöbi-Fink und Winfried Nußbaummüller informierten über den Stand der Dinge. VLK/Santina Hagen

Zwischenbilanz der Corona-Hilfe des Landes Vorarlberg.

Das Ende des Vorarlberger Kultursommers, der ganz im Zeichen der Corona-Pandemie stand, war Anlass für die Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink und den Leiter der Kulturabteilung des Landes Winfried Nußbaummüller, im Rahmen des Pressefoyers eine Zwischenbilanz zu präsentieren. Es ging um die „gezielte Landesunterstützung für Kunst und Kultur“, aber auch um die Frage, wie es im September weitergehen soll, was die Verordnungen für Veranstaltungen betrifft. Für eine konkrete Antwort für Letzteres ist jedoch noch etwas Geduld gefragt.

Kultur-Stillstand im Lockdown. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Kultur-Stillstand im Lockdown. Klaus Hartinger

Der Sommer war für Kulturreferentin Schöbi-Fink gekennzeichnet von „schmerzhaften Absagen“ etwa der Bregenzer Festspiele, aber auch von der Entwicklung neuer Formate. Durch den „kreativen Umgang“ von Kunstschaffenden und Kulturveranstaltern wäre viel Neues entstanden, und langsam fülle sich der Terminkalender wieder – auch dadurch, dass im Herbst nun einige verschobene Veranstaltungen nachgeholt werden. Was die finanzielle Unterstützung für Kulturschaffende und Veranstalter betrifft, so habe man ein „engmaschiges Netz“ geknüpft. Schließlich gehe es um Existenzen, so Schöbi-Fink.

Förderungen

Insgesamt wurden 850.000 Euro an direkten Fördermaßnahmen zugesagt, wie die Landesstatthalterin informierte. Förderungen und Stipendien bilden eine wesentliche Säule der Unterstützung des Landes. Ausbezahlt wurden etwa 360.000 Euro an Arbeitsstipendien, die Hälfte davon im Bereich bildende Kunst. Aufgrund der Corona-Krise wurde das Verfahren  „möglichst niederschwellig“ gestaltet , meinte Nußbaummüller. Projekte, die auf 2021 verschoben wurden, wurden ebenfalls gefördert. Aufgestockt wurden auch die Atelierförderungen. In Summe wurden bereits über 460.000 Euro zugesagt, so der aktuelle Stand. Hinzu kommen die Jahresförderungen, die auch bei einem reduzierten Programm in vollem Umfang ausbezahlt wurden. Diese Maßnahmen wurden generell positiv aufgenommen, meinte Nußbaummüller.

Zahlen

850.000 Euro wurden insgesamt an direkten Fördermaßnahmen zugesagt. Über 460.000 Euro wurden allein für Arbeitsstipendien und Atelierförderungen bewilligt. Im Rahmen der Initiative “Kultur im Jetzt” haben bislang 130 Veranstaltungen eine Zusage erhalten.

Während der Corona-Krise war auch die Kulturabteilung im „Krisenmodus“ und befand sich im Home Office, informierte deren Leiter. Gleichzeitig wurde die Abteilung zur Anlaufstelle für diverse Anfragen von Kulturschaffenden und Veranstaltern.  „Positive Akzente“ wollte man nach den ersten Lockerungen im Mai setzen, außerdem wurden „dringliche Signale“ vonseiten der Tourismus-Verantwortlichen vernommen. Mit der Initiative „Kultur im Jetzt“ geht es um das, was zurzeit machbar ist: Einerseits werden dabei Gemeinden und Städte bei der Veranstaltung von Kulturformaten unterstützt, die Honorare gehen an die Künstler. 130 Veranstaltungen wurden bislang in diesem Rahmen bewilligt. Laut Nußbaummüler gab es aber auch 29 Absagen aufgrund der Qualitätssicherung.

“Es gab schmerzhafte Absagen. Gleichzeitig ist aber auch viel Neues entstanden”

Barbara Schöbi-Fink

Die gleichnamige Website (www.kulturimjetzt.at), die unter anderem von der Plattform Kultur und Tourismus initiiert wurde, versammelt umfassende Infos für Kulturveranstalter. Weitere Unterstützungen für diese gibt es etwa durch eine Kostenübernahme des Qualifizierungskurses für Covid-19-Beauftragte. Diese sind verpflichtend für Veranstaltungen ab 100 Personen zu bestellen, der Kurs wird vom Österreichischen Roten Kreuz durchgeführt.

Lockerungen

In Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden des Bundes und mit Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer gehe es im Herbst darum, möglichst viel zu ermöglichen, so Schöbi-Fink. Die gestern in Kraft getretenen Lockerungsmaßnahmen – Veranstaltungen bis 5000 Personen in geschlossenen Räumen und bis 1000 im Freiluftbereich – könnten jedoch im heutigen Ministerrat wieder abgeändert werden, so die Kulturreferentin. Wie das bald aktivierte Ampelsystem auf den Kulturbereich übertragen wird, sei noch Gegenstand von Gesprächen mit den betreffenden Akteuren.