Kultur

Spannung der Extraklasse

19.10.2020 • 21:32 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Sehr cool: Kurt Russell in „Escape from New York“ („Die Klapperschlange“). <span class="copyright">Veranstalter</span>
Sehr cool: Kurt Russell in „Escape from New York“ („Die Klapperschlange“). Veranstalter

Kultfilme: John-Carpenter-Retrospektive am Spielboden.

Er ist der Meister des Horrors, ein großer Filmemacher und Komponist, seine Filme aus den 70er- und 80er-Jahren sind Kult: Das Werk von John Carpenter, der vor allem durch den Horror-Klassiker „Halloween“ (1978) weltberühmt wurde, besitzt bis heute einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Genres Horror und Science-Fiction. Seine Ästhetik und Bildsprache, gepaart mit spannenden und auch gesellschaftskritischen Geschichten, ziehen auch in der Gegenwart nicht nur eingefleischte Fans in den Bann. Am Spielboden Dornbirn wird Carpenter nun mit einer feinen Auswahl an Filmen und mit einer kleinen Ausstellung gewürdigt.

Fühlt sich beobachtet: Jamie Lee Curtis in "Halloween".<span class="copyright"> Veranstalter</span>
Fühlt sich beobachtet: Jamie Lee Curtis in "Halloween". Veranstalter

Kinospezialist Johny Ritter hat das Programm zusammengestellt. Carpenter sei einer seiner Lieblingsregisseure, sagt er im Gespräch. Faszinierend findet er die Art, wie der US-Amerikaner Geschichten erzählt – welche Bilder er dafür erzeugt, und wie er seine Filmkompositionen einsetzt. Aber auch inhaltlich überzeugen seine Werke, so der Spielboden-Mitarbeiter: Sein ideologiekritischer Blick auf die Gesellschaft sei noch immer von hoher Aktualität. Ein Beispiel dafür ist der Film „They Live“ aus dem Jahr 1988 (zu sehen am Freitag, 30. Oktober). Dabei widmet sich Carpenter dem Irrsinn der Konsumgesellschaft während der Reagan-Ära, und das verpackt in einer Science-Fiction-Story. Der Tagelöhner John Nada (Roddy Piper) gelangt darin nach Los Angeles, wo von einer mysteriösen außerirdischen Macht die Rede ist, welche die Welt für ihre Zwecke unterwandert. Der Clou: Nada findet eine spezielle Sonnenbrille, mit der er die Realität erkennt. Statt den bunten Reklametafeln sieht er nun die schwarz-weißen Befehle dahinter („Gehorche!“, „Konsumiere!“, „Sieh fern!“).

Kurzfilm

In seinen Action-Thrillern erzeugt Carpenter vor allem Spannung, wie bei seinem zweiten Streifen in Spielfilmlänge „Assault on Precinct 13“ (1976), der auch durch den dazugehörigen Synthesizer-Hit Kultstatus genießt. Ein minimal besetztes Polizeirevier muss sich darin von Anschlägen einer brutalen Straßengang verteidigen. Fünf Filme drehte Carpenter mit Publikumsliebling Kurt Russell, einer davon, „Escape from New York“ („Die Klapperschlange“, 1981), ist am 24. Oktober zu sehen. Der Filmemacher zeichnet darin ein düsteres Bild des New York der Zukunft: Manhattan ist ein abgeriegeltes Hochsicherheitsgefängnis, Ex-Offizier ­Snake (Russell) muss sich in diese Hölle begeben, um den US-Präsidenten zu retten.

Das Programm

Fr., 23. Oktober:  „Assault on Precinct 13“. Sa., 24. Oktober: „Escape from New York“. Fr., 30. Oktober: „They Live“,  Sa., 31. Oktober:  „Halloween“. Vorstellung jeweils um 19.30 Uhr, zu Beginn ist der Kurzfilm „Captain Voyeur“ zu sehen. Reservierung wird empfohlen: www.spielboden.at

Im Horror-Genre setzte Carpenter neue Maßstäbe, als er das Unbestimmte als Grusel-Faktor konzipierte, man denke an „The Fog“ (1980). Ritter hat hingegen den Kultfilm „Halloween“ gewählt, der mit einfachen Mitteln Grauen erzeugt und passenderweise am 31. Oktober gezeigt wird. Vor jeder Vorstellung wird außerdem Carpenters Kurzfilm „Captain Voyeur“ laufen, den er 1969 während seines Studiums drehte. Elemente aus diesem Werk finden sich auch in „Halloween“ wieder. Ritter hat zudem im Spielboden eine Zeitleiste mit wichtigen Filmen und Hintergrundinfos installiert.

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