Kultur

Zeichen stehen auf Wechsel

19.11.2020 • 19:06 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein Fragezeichen zierte das Magazin 4 bei der Ausstellung „Dazwischen“ 2019. Ob und wie die darin befindliche Kulturabteilung neu besetzt wird, das ist die aktuelle Frage.<span class="copyright"> Dietmar Stiplovsek</span>
Ein Fragezeichen zierte das Magazin 4 bei der Ausstellung „Dazwischen“ 2019. Ob und wie die darin befindliche Kulturabteilung neu besetzt wird, das ist die aktuelle Frage. Dietmar Stiplovsek

Alles spricht für Judith Reichart als neue Bregenzer Kulturamtsleiterin.

Noch ist alles Hörensagen, doch die Hinweise verdichten sich, dass Jutta Dieing nicht mehr lange Bregenzer Kulturamtsleiterin sein wird. Wie von vielen Seiten zu hören ist, gilt die Kulturmanagerin und Mitherausgeberin des Magazins „Original“ Judith Reichart als die wahrscheinlichste Nachfolgerin, nun vermehren sich konkrete Indizien. Der neue Bregenzer Bürgermeister Michael Ritsch möchte sich auf NEUE-Nachfrage zu etwaigen Personalentscheidungen nicht äußern, er kündigt aber „große Umstrukturierungen“ in der Stadtregierung an. In einigen, womöglich zwei Wochen möchte er das „Gesamtpaket“ präsentieren, wie Ritsch sagte. Dieing selbst wollte sich zu den Gerüchten auf Nachfrage nicht äußern. Sie leitet seit Oktober 2016 die Kulturabteilung der Landeshauptstadt. Die deutsche Musikwissenschaftlerin löste damals Wolfgang Fetz ab, dessen Verhältnis zum einstigen Stadtoberhaupt Markus Linhart bekanntermaßen von Spannungen geprägt war.

Judith Reichart 2012 in ihrer Funktion als Kulturstadträtin. <span class="copyright">Philipp Steurer</span>
Judith Reichart 2012 in ihrer Funktion als Kulturstadträtin. Philipp Steurer

VP-Stadtrat Michael Rauth könnte jedenfalls den neuen Personalwechsel – wenn er sich denn bewahrheiten würde – nicht verstehen. Dieing habe „hervorragende Arbeit“ geleistet, die Besucherzahlen zahlreicher Veranstaltungen, die Kulturstrategie und die Entwicklung wertvoller Netzwerke würden die amtierende Abteilungsleiterin in ihrer Arbeit bestätigen. Qualität und Vielfalt würden Dieings Agenda auszeichnen. Weiters sagte Rauth, auf Nachfrage hätten ihm die Verantwortlichen die Gründe für den etwaigen Wechsel nicht nachvollziehbar erklären können: Es gibt also bereits interne Gespräche über das Thema.

Neuorganisation

Dass es Gespräche gibt, und zwar „auf ganz vielen Ebenen“, das bestätigt auch Ritsch. Er habe einen „breiten Wunsch nach Veränderung“ vernommen – sowohl durch die Wahlentscheidung der Bregenzer als auch innerhalb des Rathauses, wie er im Gespräch sagte. Es werde ein neues Organigramm erstellt, es werde neue Abteilungen geben, mit neuem und bereits bestehendem Personal. Zuvor müsse aber noch einiges erledigt werden, so brauche es noch fixe Zusagen und Verträge. Auch dem Angestellten- und Gemeindegesetz sei genau zu folgen. Fakt ist: Durch das Epidemiegesetz hätte Ritsch freie Hand, was die Einstellung einer neuen Kulturamtsleiterin betrifft. Von einer Polit-Quelle, die anonym bleiben möchte, hieß es, Dieing sei im Gegenzug – als eine von mehreren Optionen – die Verwaltungsleitung der Bregenzer Musikschule angeboten worden. Dies ist aber, genauso wie das Gerücht, dass auch Wolfgang Fetz eine Beraterstelle erhalte, unbestätigtes Hörensagen.

2018 präsentierte Jutta Dieing die Bregenzer Kulturstrategie. <span class="copyright">Dietmar Stiplovsek</span>
2018 präsentierte Jutta Dieing die Bregenzer Kulturstrategie. Dietmar Stiplovsek

Einzelne VP-Vertreter äußern Zweifel ob der ausreichenden Qualifikation Reicharts für den Job. Diese ist aber mit der Stadtpolitik bereits vertraut: Von 2005 bis 2016 war Reichart Kulturstadträtin. Als Kulturmanagerin verantwortete sie bislang unterschiedliche Formate. Ob die 49-jährige ab 1. Jänner die Kulturabteilung leiten wird – so das Gerücht –, ist frühestens in zwei Wochen zu erfahren.

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