Kultur

Das Publikum stimmt mit

25.11.2020 • 20:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Den ersten Preis gewann Tobias Pagel. <span class="copyright">Tobias Pagel</span>
Den ersten Preis gewann Tobias Pagel. Tobias Pagel

Zwei Gewinner des Feldkircher Lyrikpreises stehen fest.

Pandemie hin oder her – der Feldkircher Lyrikpreis wurde auch heuer vergeben. Selbst wenn das Theater am Saumarkt geschlossen blieb, wo üblicherweise die Gewinner vor einem Publikum prämiert werden, beurteilte die Jury die eingereichten Werke und traf eine Auswahl. Die feierliche Veranstaltung, bei welcher die Poeten ihre Gedichte präsentieren, wird im nächsten Jahr nachgeholt, wie Sabine Benzer, Leiterin des Saumarkt-Theaters, auf Nachfrage erklärte. Die drei Gewinner von 2020 werden demnach gemeinsam mit jenen von 2021 auf der Bühne stehen.

Die Zweitplatzierte Simone Scharbert. <span class="copyright">Jo Hemberger</span>
Die Zweitplatzierte Simone Scharbert. Jo Hemberger

Der in diesem Jahr zum ersten Mal vergebene Publikumspreis aber wurde nicht verschoben: Auf der Saumarkt-Website ist eine Vorauswahl einsehbar, aus der Interessierte ihren Favoriten wählen können. Dort gibt es unter anderem kurze Videos zu sehen, in denen die Anwärter ihr Werk vortragen. Bis zum kommenden Samstag um 17 Uhr kann noch abgestimmt werden. Zahlreiche Stimmen seien schon eingetroffen, so Benzer. Der Gewinner erhält 1000 Euro.

Alice

Zwei Preisträger stehen schon fest: Wie am Mittwoch bekannt wurde, geht der erste Preis in Höhe von 3000 Euro an den in Konstanz lebenden Literaten und Lehrer Tobias Pagel (geboren 1981). Auch er musste – so ist es üblich – eine Zeile aus dem letztjährigen Preisträgergedicht in die eigene lyrische Arbeit aufnehmen. Heuer handelte es sich dabei um den Satz „steht ihr auge in auge vor glück am ziel“ von Lars Arvid Brischke. Dieser ist neben der Literaturvermittlerin Marie-Rose Rodewald-Cerha und den Autoren Patricia Brooks und Herbert J. Wimmer Teil der diesjährigen Jury. Pagels „fünf vielsagende Miniaturen“, die der Poet eingereicht hatte, würden „viele Fenster, Türen, Bildschirme und Räume“ öffnen „für ein neugieriges Vorwärtstasten auf unbekanntem Terrain“, so Brischke.

Infos zum Publikumspreis gibt es unter www.saumarkt.at.

Die Kölner Autorin und Literaturwissenschafterin Simone Scharbert erhält den mit 1000 Euro dotierten zweiten Preis. Sie habe schon einige Lyrikpublikationen veröffentlicht, informierte die Jury. In ihren eingereichten Gedichten widmet sich Scharbert realen historischen Frauen, die alle den Vornamen Alice trugen – und „die Wasserträgerinnen waren, im Schatten von anderen standen und ausgenützt wurden. Hier wird ihnen ein beeindruckendes Denkmal gesetzt!“, schreibt Jurorin Rodewald-Cerha.

Adventkalender

Benzer geht wie alle Veranstalter davon aus, dass auch der Dezember mit Einschränkungen einhergehe, und so wird es einen virtuellen Adventkalender geben: Traditionell gibt es im Saumarkt-Theater vor Weihnachten ein üppiges Kinderprogramm, für die Kleinen sollen nun jeden Tag kleine Beiträge auf der Website hochgeladen werden – sei es ein Kasperltheater oder ein Lied von Ulrich „Gaul“ Gabriel. Laut Benzer erhalten die Künstler dafür eine Gage.

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