Kultur

Reichart übernimmt Kulturamt

01.12.2020 • 21:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Judith Reichart übernimmt das Kulturamt, das in Kulturservice umbenannt wird. <span class="copyright">Petra Rainer</span>
Judith Reichart übernimmt das Kulturamt, das in Kulturservice umbenannt wird. Petra Rainer

Das Bregenzer Kulturamt wird zum Kulturservice.

Seit der gestrigen Stadtratssitzung ist es nun endlich, nach wochenlanger Spekulation, beschlossene Sache. Judith Reichart ist die neue Bregenzer Kulturamtsleiterin, schon heute beginnt sie ihre Arbeit, wie sie im Gespräch berichtete. Die Kunsthistorikerin und Kulturmanagerin übernimmt die Funktion von Jutta Dieing, die seit 2016 die kulturpolitischen Geschicke der Stadt leitete. Von Dieing trenne sich die Stadt einvernehmlich, wie Bürgermeister Michael Ritsch nach der Sitzung in einer Aussendung mitteilte. Mit Reichart habe man eine „exponierte Kulturmanagerin“ gefunden, mit der das kulturelle Angebot der Stadt neu ausgerichtet werden könne, meinte der Bürgermeister in der ersten Stellungnahme.

Kulturservice

Einen neuen Anstrich erhält auch die Abteilung selbst: Unter dem neuen Namen Kulturservice soll die Neuausrichtung der Bregenzer Kulturarbeit gelingen. Reichart plant für diese Umstrukturierung die ersten drei Monate ihrer Amtszeit ein – eine „große Herausforderung“, der sie motiviert entgegenblicke, wie die neue Kulturamtsleiterin der NEUE mitteilte. „Gemeinsam mit meinem Team und verschiedenen Partnern möchte ich die Landeshauptstadt wieder fest als Kulturhauptstadt in der Region und darüber hinaus verankern“, macht sie das langfristige Ziel fest. „Kultur ist eine der größten Stärken von Bregenz, dafür steht die Stadt, wir werden das spürbar machen.“

Keine Kompromisse

Reichart plädiert für einen „Qualitätsanspruch ohne Kompromisse“, mit neuen Kooperationsformen möchte sie die Kulturszene beleben und vernetzen. Ein wichtiges Anliegen ist der 1969 geborenen Bregenzerin die Einbindung der Bevölkerung: Die Menschen sollen sich an dem kulturellen Geschehen beteiligen können. Ein „wertschätzender Umgang“ mit den Kulturschaffenden steht außerdem auf dem Programm.

Gefordert

Gerade in dieser herausfordernden Zeit sei die Politik gefordert, so Reichart. Die Sehnsucht der Menschen sei groß, und deshalb müsse Kunst und Kultur in Bregenz wieder machbar und erlebbar werden. „Wir werden uns neu erfinden müssen, wir vermissen Kultur und wir werden Wege finden, Kultur in Bregenz wieder stattfinden zu lassen.“ Die Begeisterung der Menschen sei in der Kulturarbeit zentral. „Hier sind natürlich auch die Künstler gefordert“, meint die Bregenzerin. Sie werde in der nächsten Zeit hart arbeiten und den Menschen zuhören.

Reichart bei der Ausstellung von Leopold Fetz im Palais Thurn &amp; Taxis 2015. <span class="copyright">Beate Rhomberg </span>
Reichart bei der Ausstellung von Leopold Fetz im Palais Thurn & Taxis 2015. Beate Rhomberg

Über zehn Jahre lang, von 2005 bis 2016, war Reichart ÖVP-Kulturstadträtin. Außerdem war sie international tätige Jurorin und Kuratorin von Ausstellungen in Wien, New York, Berlin und Chicago. In Bregenz war sie maßgeblich am Aufbau des Magazin 4 beteiligt, kuratierte Sommerausstellungen im Künstlerhaus Palais Thurn & Taxis und stand dem Bregenzer Kunstverein als Präsidentin vor. Auch in ihrer Funktion als Kulturmanagerin sei der Bezug zu Bregenz wesentlich, wie Reichart betonte. Zuletzt war sie als Mitherausgeberin des Original Magazins tätig. Diese Aufgabe werde sie nun wohl nicht mehr in dem gewohnten Ausmaß ausführen können, meint die Kulturmanagerin, Gespräche mit Partnerin Evi Ruescher seien geplant. Ab heute möchte Reichart jedenfalls in die Zukunft blicken, sagte sie.

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