Kultur

Keine Konzerte zu Neujahr

02.12.2020 • 19:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Orchesterkonzerte gibt es im nächsten Jahr wieder. <span class="copyright">Dietmar Mathis</span>
Orchesterkonzerte gibt es im nächsten Jahr wieder. Dietmar Mathis

Neujahrs- und Silvesterkonzerte müssen abgesagt werden.

Für Beobachter der Ereignisse der vergangenen Wochen war es bereits zu erwarten: Museen und Bibliotheken können zwar ab Montag wieder öffnen, Theater, Kinos und Konzerthäuser bleiben aber geschlossen. Wann es wieder Aufführungen und Konzerte geben wird, ist noch ungewiss. Klar ist aber, dass die Silvester- und Neujahrskonzerte in Vorarlberg nicht stattfinden. Der Jahreswechsel wird ohne ein Live-Orchestererlebnis über die Bühne gehen.

Dornbirn Klassik ab Ende Februar

Ein traditioneller Termin im jährlichen Konzertkalender sind die Silvester- und Neujahrskonzerte des Jugendsinfonieorchester Dornbirn im Kulturhaus. Diese sind nun abgesagt – und es gibt auch keinen zeitnahen Ersatztermin, wie Kulturamtsleiter Roland Jörg auf Nachfrage erklärte. Denn das Jugendorchester gilt nicht als professionelles Orchester, und durfte deshalb auch nicht proben. Jörg sei froh, dass in diesem Jahr zumindest drei Konzerte der Dornbirn-Klassik-Reihe stattfinden konnten. Für Klassikfreunde hält er eine Perspektive bereit: Am 27. Februar ist ein Konzert mit dem Münchener Kammerorchester geplant, die Camerata Salzburg soll am 11. März aufspielen. Sollte es Besucherbeschränkungen geben, etwa um die 250 Personen, sind jeweils zwei Aufführungen hintereinander geplant.

Hunger nach Musik

Betroffen ist auch diesmal – erneut – das Symphonieorchester Vorarlberg (SOV), das ebenfalls zu Silvester und Neujahr Konzerte geplant hat. Das Team hat sich bereits auf die schwierige Situation eingestellt, so gibt es etwa einen SMS-Dienst für Abonnenten mit den aktuellen Entwicklungen, wie Geschäftsführer Sebastian Hazod im Gespräch erklärt. Das mehrfach verschobene Konzert mit Kirill Petrenko und Mahlers 9. Symphonie soll im Frühjahr endlich zur Aufführung kommen: Man arbeite „mit Hochdruck“ daran Termine zu finden, so Hazod. Einfach sei dies aber nicht.

Sebastian Hazod. <span class="copyright">Oliver Lerch</span>
Sebastian Hazod. Oliver Lerch

Je länger die Konzertpause andauere, umso schwieriger sei die Lage für die Musiker, meint Hazod. Abschlagszahlungen für abgesagte Eigenveranstaltungen sollen die finanzielle Situation entschärfen, die Sehnsucht zu spielen bleibe aber groß. Der Hunger der Menschen nach Musik und Kultur sei ebenfalls vorhanden, ist Hazod überzeugt. Er freut sich, dass viele Kartenbesitzer auf eine Rückabwicklung verzichten würden – er verstehe aber auch, dass der Wunsch danach zunehmen würde. Dennoch ist er zuversichtlich, spätestens im Frühjahr das Publikum wieder zurückgewinnen zu können.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.