Kultur

Lichtblicke in der Krisenzeit

09.12.2020 • 20:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mirjam Steinbock berichtet über die Situation der Kunst- und Kulturschaffenden.<span class="copyright"> Niklas Koch</span>
Mirjam Steinbock berichtet über die Situation der Kunst- und Kulturschaffenden. Niklas Koch

Trotz positiven Entwicklungen gibt es noch Schwierigkeiten.

Seit dem ersten Lockdown im März berät die IG Kultur Vorarlberg Kunst- und Kulturschaffende in der Corona-Krise. Dabei geht es nicht nur um Unterstützung zum Erhalt der zur Verfügung stehenden Hilfsmaßnahmen. Die Interessengemeinschaft vermittelt, bündelt Informationen und begleitet auf dem Weg zu neuen Formaten. Auf die Frage, wie es derzeit um die Kulturszene steht, stellt die IG-Geschäftsführerin Mirjam Steinbock im Gespräch eine gemischte Diagnose aus: Neben einigen Schwierigkeiten, die Kunst- und Kulturschaffende haben, gibt es auch Positives zu berichten.

Ideen und Kooperationen

Erfreut zeigt sich Steinbock etwa über die Zusammenarbeit mit den Kulturamtsleitern in den Gemeinden und Bezirken. Hier herrsche ein reger Austausch, um Kunstschaffende zu unterstützen. Auch die Kommunikation mit der Kulturabteilung des Landes funktioniere seht gut, meint die Geschäftsführerin. Außerdem hätte sich die Abteilung in der Krise kulant gegenüber Hilfesuchenden gezeigt. Auf der Seite der Kulturproduzenten freut sich Steinbock, dass viele innovative Ideen und Kooperationen entstanden sind, damit es auch während der Pandemie Angebote gibt. Man sei in der Krise näher zusammengerückt.

Eine Liste mit Online-Angeboten und Kultur-Geschenkideen gibt es unter www.igkultur.at/?bundesland=vorarlberg

Mit Sorge betrachtet Steinbock hingegen die Lage der ehrenamtlichen Vereine. Der NPO-Fonds des Bundes funktioniere nicht so unkompliziert, wie die Regierung es kommuniziert hätte. Eine individuelle Beratung sei auch hier vonnöten – wie es bei anderen Einrichtungen und freischaffenden Künstlern der Fall ist. Für die Vereine wünscht sich Steinbock eine größere Wertschätzung ihrer Arbeit. Ehrenamtliche Tätigkeiten würden oft als nicht professionell angesehen. „Ehrenamtliche Vereine sind wichtige Arbeitgeber für Kunst- und Kulturschaffende“, betont die Kultur-Expertin.

Ganzheitlicher Blick

Generell hofft Steinbock, dass ein ganzheitlicher Blick auf die Kulturszene gewonnen wird. Kulturvermittler, freie Künstler, Institutionen und Vereine würden ein enges Netzwerk bilden, dass schwer auseinanderzudividieren sei. Auch die Trennung von Amateuren und Profis sei von Nachteil: Professionelle Theaterschaffende etwa arbeiten oft mit Amateuren zusammen – sie dürfen nun nicht proben.

Die prekäre Lage vieler Kunstschaffender gilt es, für die Zukunft zu verbessern. Der Punkt „Fair Pay“ finde sich auch im Regierungsprogramm. Steinbock hofft diesbezüglich auf weitere Gespräche.          

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