Kultur

Neues Vorhaben „Eintrittstest“

05.01.2021 • 19:43 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Das Vorarlberger Landestheater. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Das Vorarlberger Landestheater. Klaus Hartinger

Geteilte Meinungen am Theater über geplante „Eintrittstests“.

Gerade erst ging es noch um das „Freitesten“, nun ist es der „Eintrittstest“, der die Veranstaltungsbranche umtreibt. Die Landeshauptleute hätten sich laut Medienberichten am Montagabend in einer Konferenz auf eine konstante Testinfrastruktur geeinigt, die einfach zugängliche Testungen ermöglichen soll, welche – nach dem Lockdown, der mindestens bis 24. Jänner andauert – unter anderem auch als Eintrittskarte für Kulturveranstaltungen verwendet werden sollen. Details zum Plan waren gestern noch keine bekannt, genauso fehlt bislang die gesetzliche Grundlage.

"Geld, Parzival" soll nach dem Lockdown nochmals zu sehen sein.<span class="copyright"> Anja Köhler</span>
"Geld, Parzival" soll nach dem Lockdown nochmals zu sehen sein. Anja Köhler

Eine, die dem Vorhaben der „Eintrittstests“ etwas abgewinnen kann, ist Stephanie Gräve, wie sie im Gespräch informiert. Die Intendantin des Vorarlberger Landestheaters hat sich mit dem Gedanken bereits beschäftigt, wäre doch schon mit dem „Freitesten“ eine ähnliche Strategie geplant gewesen. Gräve betrachtet die Testungen als eine Möglichkeit, die Pandemie in den Griff zu bekommen und – im Hinblick auf weitere drohende Lockdowns – als ein Weg, nach dem Shutdown wieder spielen zu können. „Bevor ich in den permanenten Lockdown gehe, mache ich lieber permanente Tests“, lautet Gräves Devise, die sich in jüngster Vergangenheit schon mehrmals privat habe tes­ten lassen.

Eigenes Personal

Den Gedanken, beim Eintritt ins Theater das Publikum zu kontrollieren, findet die Intendantin nicht schön, sie hält eine Test-Kontrolle aber für durchführbar, und zwar mit dem eigenen Personal. „Schlimm wäre es, wenn vor dem Theater Securities oder Polizisten stehen würden, das möchte ich nicht“, meint Gräve. Die hauseigenen Angestellten könnten diese Aufgabe übernehmen, wobei die Intendantin hinterfragt, ob nun das Datum auf dem Testergebnis und der Lichtbildausweis derart akribisch geprüft werden müssen, sollen doch Staus am Eingang vermieden werden. Wichtig wäre im Fall der Fälle, dass die Besucher wissen, dass sie einen negativen Test dabei haben müssen, und dass sie kontrolliert werden können, so die Intendantin.

Infrastruktur

Gräve hält es zwar für möglich, dass manche Menschen durch den „Eintrittstest“ von einem Theaterbesuch absehen werden, sie kenne aber auch umgekehrt Menschen, die sich derzeit aufgrund der Pandemie nicht ins Theater trauen würden. Für diese wäre die neue Situation eine Verbesserung. Außerdem würden auch für andere Aktivitäten Tests vonnöten sein, und so hofft Gräve, dass sich viele ohnehin bereits testen würden. Gebe es die nötige Infrastruktur, sieht die Intendantin darin kein gröberes Problem.

Über das Programm am Theater Kosmos soll es demnächst Infos geben. <span class="copyright">Theater kosmos</span>
Über das Programm am Theater Kosmos soll es demnächst Infos geben. Theater kosmos

Am Landestheater wird aufgrund des verlängerten Lockdowns nun wieder am Programm gearbeitet. Am 30. und 31. Jänner soll es zwei weitere Termine für „Geld, Parzival“ geben, die Bühnenpremiere von „Tasso!“ ist nun für den 29. Jänner angesetzt. Weitere „Woyzeck“-Termine sowie der Tom-Waits-Abend würden ab dem Frühjahr folgen, informiert Gräve.

Sich arrangieren

Zurückhaltender, was die Methode der „Eintrittstests“ betrifft, ist Augus­tin Jagg, Co-Leiter des Theater Kosmos in Bregenz. Er könne sich im Moment noch nicht vorstellen, wie die Vorgabe in der Praxis funktionieren könne, meint der Theaterleiter. Und er glaube, dass in diesem Punkt das letzte Wort noch nicht gesprochen sei, wie Jagg auf Nachfrage sagte. Nach dem aktuellen Stand der Informationen hält er die Idee der „Eintrittstests“ geradezu für absurd – doch würde man sich mit der Situation arrangieren, wenn es die einzige Möglichkeit wäre das Haus zu öffnen. Derzeit sei das Kosmos-Team damit beschäftigt, das Programm nach der neuerlichen Öffnung zu planen. Anfang nächster Woche werde man mehr über das weitere Vorgehen wissen, informiert Jagg.

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