Kultur

IG Kultur kritisiert „Eintrittstests“

07.01.2021 • 19:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mirjam Steinbock, Geschäftsführerin der IG Kultur Vorarlberg. <span class="copyright">Niklas Koch</span>
Mirjam Steinbock, Geschäftsführerin der IG Kultur Vorarlberg. Niklas Koch

Das Vorgehen des Bundes sei eine Katastrophe für die Veranstalter.

Nach der – bislang immer noch vagen – Ankündigung von „Eintrittstests“ für Kulturveranstaltungen nach dem Lockdown äußert sich nun auch die IG Kultur Vorarlberg zu den geplanten Zugangsbedingungen für Theater, Kino und Co. Neben weiteren Kritikpunkten sieht Geschäftsführerin Mirjam Steinbock auch das Fehlen von konkreten Informationen als unvertretbar an. Wenige Wochen vor der voraussichtlichen Öffnung herrsche immer noch Ratlosigkeit ob der genauen Bedingungen der Umsetzung: „eine Katastrophe“ für die Kulturveranstalter, von denen einige sich nicht sicher seien, ob sie nach dem Lockdown öffnen können, so Steinbock im Gespräch.

“Veranstaltungen müssen geplant werden”

Mirjam Steinbock

„Veranstaltungen müssen geplant werden“, fühlt sich Steinbock erneut gezwungen klarzustellen. Ist dies nicht möglich, sind weitere Absagen und ausbleibende Öffnungen nach dem Shutdown die Folge. „Woche für Woche wird uns intransparent und häppchenweise medial vorgeworfen, was in den zwei folgenden Wochen möglich sein soll, eine rechtliche Grundlage dazu fehlt jedoch“, heißt es in einer Aussendung. Der Rettungsschirm für Veranstalter greife auch nur bei geplanten Events, ergänzt Steinbock.

Gleichbehandlung

Eine weitere Gefahr bestehe laut Steinbock darin, dass die Zugänglichkeit von Kulturangeboten eingeschränkt werden würde. Kulturveranstaltungen kann mit den „Eintrittstests“ nur besuchen, wer sich der Kontrolle fügt. Für die Vorarlberger IG-Chefin ist das angedachte Prozedere auch datenschutzrechtlich bedenklich, zumal die gesetzliche Grundlage fehlt. Sie betont die große Bedeutung der Gleichbehandlung jedes Mitglieds der Gesellschaft, um Transparenz und einen breiten öffentlichen Diskurs zu ermöglichen. Befürchtet wird, dass sich viele Menschen den Aufwand ersparen und auf Kulturangebote verzichten werden: eine fatale Entwicklung, gelten doch bereits Zuschauerbeschränkungen. Im Gegensatz zu den bestehenden und bewährten Sicherheitskonzepten sei die Eintrittstestung laut Aussendung „Augenwischerei“.

Große Nachfrage

Steinbock weist erneut auf die Wichtigkeit von Kulturangeboten auf die mentale Gesundheit der Menschen hin. Die Besucherzahlen der vergangenen Veranstaltungen würden zeigen, dass die Nachfrage groß sei. Sie sieht den Kulturbereich instrumentalisiert von der Bundesregierung – und merkt an, dass nun auch von Landesseite kritische Stimmen zu hören seien. „Hier wird zu viel auf die Länder abgewälzt“, meint Steinbock. Sie fordert Gespräche auf verschiedenen Ebenen und eine ernsthafte mittel- und langfris­tige Planung für den Kulturbereich.

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