Kultur

Über Grenzen hinwegfliegen

11.01.2021 • 21:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Martina Feichtinger beim Schaufenster der Galerie Vor-Ort. <span class="copyright">Roland Adlassnigg</span>
Martina Feichtinger beim Schaufenster der Galerie Vor-Ort. Roland Adlassnigg

In Altach lässt ­Martina Feichtinger Schmetterlinge fliegen.

Die Galerie Vor-Ort in Altach gibt es seit dem Sommer 2019, und auch in der Corona-Zeit entpuppt sich das Konzept, Werke in für alle einsehbaren Container-Schaufenstern zu zeigen, als äußerst nützlich. Trotz der aktuellen Beschränkungen kann der Passant somit nämlich auch gegenwärtig Kunst erleben – seit dem 7. Jänner sind es Werke von Martina Feichtinger (geboren 1988). Die aus Feldkirch stammende Künstlerin lässt in einem Fens­ter Schmetterlinge fliegen und zeigt in dem zweiten einen Siebdruck.

Martina Feichtinger. <span class="copyright">Roland Adlassnigg</span>
Martina Feichtinger. Roland Adlassnigg

Die Schau „Glowin’ in the Dark – Seen from Outer Space“ ist auch interaktiv, wie bereits berichtet wurde. Interessierte können in einer beim Container stehenden Box Papiervorlagen entnehmen. Aus diesen können Schmetterlinge ausgeschnitten, verziert und beschriftet werden. Auf den kleinen Fliegern sollen Wünsche dargestellt oder beschrieben werden. Die fertigen Falter können wieder in der Box hinterlegt werden. Bei der Finissage Ende März wird die Künstlerin alle Wünsche vortragen

Monarchfalter

In der per Live-Stream übertragenen Vernissage erzählt Feichtinger über das Projekt. Die Geschichte rund um die Monarchfalter würde sie schon länger bei ihren Reisen begleiten, so die Künstlerin. Der orangefarbene amerikanische Wanderfalter fliegt Tausende Kilometer, um in wärmeren Gebieten, wie etwa in Mexiko, zu überwintern. Auch wenn sie nicht alle gemeinsam fliegen, würde ein Schwarm doch an demselben Ort wieder zusammenkommen, so Feichtinger im Video. Dieser Schwarm sei dann auch vom Weltall aus sichtbar, erklärt sie den Titel des Projekts.

Bei der Finissage am 29. März um 20 Uhr werden alle Wünsche vorgetragen. Das Video zur Eröffnung ist zu sehen unter https://www.youtube.com/watch?v=tRnJ2GGy-Nc&t=593s

Feichtinger habe sich die Schmetterlinge zum Anlass genommen, um über die Menschen nachzudenken: Die Falter können sich über Grenzen hinweg-bewegen, doch was schränkt uns Menschen ein? „Der kleinste Raum, den wir haben, ist unser Körper. Solange wir den haben und wir unsere Gedanken leben können, sollten wir uns nicht eingesperrt fühlen“, meint die junge Kreative. Um viele Flieger in kurzer Zeit zu erschaffen, hat sie eine Stanzform gemacht, die auf einer alten Tiegelpresse im Druckwerk Lustenau gestanzt wurde – wo Feichtinger auch sonst unter anderem tätig ist. Auf einige habe sie eigene Wünsche geschrieben, viele andere habe sie verteilt, erklärt sie.

Gebläse

Nun fliegen schon die ersten Falter im Fenster, in der Nacht werden sie mit einem orangefarbenen Licht in Szene gesetzt. Um die Schmetterlinge fliegen zu lassen, brauche es eine ordentliche Menge Luft, erklärt der Ausstellungstechniker Roland Adlassnigg auf Nachfrage. Er verwendet ein Gebläse, mit dem man sonst Hüpfburgen aufbläst, so Adlassnigg. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.Nach Feichtinger werden heuer Gerhard Skok, Ulli Knall und Claudia Mang den Container bespielen.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.