Kultur

Verständnis und Hoffnung

18.01.2021 • 20:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Frühestens Ende Februar wieder geöffnet: Das Vorarlberger Landestheater. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Frühestens Ende Februar wieder geöffnet: Das Vorarlberger Landestheater. Klaus Hartinger

Lockdown: Weitere Förderungen vom Land sind in Vorbereitung.

Als gesundheitspolitisch sinnvoll beziehungsweise unumgänglich sehen mehrere Vertreter der Kulturbranche und der Politik die Verlängerung des Lockdowns sowie das Verbot von Kulturveranstaltungen bis mindestens Ende Februar an. „Wir haben nach Gesprächen mit dem Staatssekretariat zuletzt zwar auf Mitte Februar gehofft, aber gleich bis Ostern zuzusperren, fände ich schlimmer“, sagt etwa Stephanie Gräve, Intendantin des Vorarlberger Landestheaters. Man habe nun „eine gewisse Hoffnung“, so Gräve weiter.

Hat Hoffnung: Stephanie Gräve. <span class="copyright">Anja Köhler</span>
Hat Hoffnung: Stephanie Gräve. Anja Köhler

Planungssicherheit fordert die Intendantin nicht vom Bund, innerhalb von zwei Wochen wäre das Haus bereit zu spielen. Problematisch für einen sinnvollen Spielbetrieb könne aber eine weitere Begrenzung der maximalen Zuschauerzahlen sein – mindestens 250 Besucher im Großen Haus pro Abend bräuchte es dafür. Die Premiere der Kooperations-Opernproduktion „Jephta“ ist für den 7. März geplant, aber: „Welchen Sinn hat es, wenn wir eine so teure Produktion für ein so kleines Publikum spielen?“, fragt Gräve. Die ursprünglich für 12. Februar angesetzte Premiere von Arthur Millers „Alle meine Söhne“ muss jedenfalls verschoben werden.

Christoph Thoma fordert Planungssicherheit ein. <span class="copyright">Philip Breuss</span>
Christoph Thoma fordert Planungssicherheit ein. Philip Breuss

Besonders wegen des Aufkommens der britischen Virus-Mutation sieht der VP-Kultursprecher Christoph Thoma die Verlängerung des Lockdowns als „unausweichlich“ an, meint er in einer Aussendung. Die Kulturbranche sei aber von der Corona-Pandemie hart getroffen, und so bräuchte es vonseiten des Landes weiterhin eine „treffsichere Hilfe“, so der Landtagsabgeordnete. Von der Bundesregierung fordert er eine praktikable Vorgabe für die Kunst- und Kulturszene für die Zeit nach dem Lockdown. „Wir brauchen Planungssicherheit“, so Thoma. Er hoffe darauf, dass es so bald wie möglich wieder Live-Erlebnisse gebe, „denn die persönliche Begegnung ist schlichtweg nicht digital zu ersetzen“, meint der Kulturmanager

500.000 Euro

Was die Hilfsmaßnahmen des Bundes betrifft, so wurden die bestehenden Instrumente, wie etwa der Härtefallfonds oder die SVS-Überbrückungsfinanzierung, bis Ende Juni verlängert. Auch von Landesseite wurde man bereits tätig: Wie Winfried Nußbaummüller, Leiter der Kulturabteilung auf Nachfrage informierte, ist bereits ein weiteres Förderpaket mit einer Gesamtsumme von 500.000 Euro in Vorbereitung, das unter anderem aus Arbeits- und Atelierstipendien bestehe, aber auch „Impulsformate im digitalen Raum“ fördere. Zudem soll die Initiative „Kultur im Jetzt“, wenn möglich, weiterlaufen. Nächste Woche soll der Förderantrag im Landtag beschlossen werden.

Als Erstes werden Galerien und Museen wieder öffnen können. Kuges-Geschäftsführer Werner Döring will das Kunsthaus Bregenz und das vorarlberg museum am „ersten möglichen Tag“ öffnen – vermutlich werde das der Tag nach dem „Schließtag“ Montag, Dienstag, der 9. Februar, sein.

APA/LK

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