Kultur

Geballte Ladung Kunst aus Vorarlberg

19.01.2021 • 18:53 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Auch Juan Carlos Díaz (Querflöte) und Raphael Brunner (Akkordeon) vom Kollektiv-Duo freuten sich auf den Gig. Für eine Lesung war im Hintergrund Heidi Salmhofer zugeschaltet. <span class="copyright">Stream in - Kunst hilft Kunst</span>
Auch Juan Carlos Díaz (Querflöte) und Raphael Brunner (Akkordeon) vom Kollektiv-Duo freuten sich auf den Gig. Für eine Lesung war im Hintergrund Heidi Salmhofer zugeschaltet. Stream in - Kunst hilft Kunst

Die Initiatoren von „Stream in – Kunst hilft Kunst“ im Interview.

Wie ist der derzeitige Stand der eingenommenen Spenden? Können Sie zufrieden mit den bisherigen Einnahmen sein?
Bernie Weber:
Der Stand der Einnahmen verändert sich glücklicherweise jeden Tag. Wir freuen uns sehr über die Unterstützung, die es uns ermöglicht, Honorar und Aufwandsentschädigungen für Künstlerinnen und Künstler, und für Techniker zu bezahlen.

Wie kommt die Aktion mit Helmut Kings Bildern beim Publikum an?
Bernie Weber:
Helmut Kings Bilder waren ein unglaublicher Glücksfall für unsere Aktion. Er ist seit vielen Jahren vor allem mit der heimischen Musikszene eng verbunden und er hat uns mit seinen Bildern sehr unterstützt. Unsere Karten mit seinen Sujets sind bei unserem Publikum sehr gut angekommen und haben die ganze Aktion extrem befeuert.

Kunst hilft Kunst

„stream in – Kunst hilft Kunst“

ist eine Online-Veranstaltungsreihe und Benefiz-Aktion. Initiiert wurde sie von Armin Weber (Theatermacher), Bernie Weber (Grüne-Kultursprecher und Musiker) und Heidi Salmhofer (NEUE-Mitarbeiterin und Texterin). Damit werden Künstlern Auftritte in der Theatergarage Sulz ermöglicht. Es gibt die Möglichkeit direkt zu spenden, in der zweiten Auflage gibt es zudem ein Special: Mit der Aktion „Buy a Band“ kann eine Karte im Format A5, bedruckt mit einem Bild von Helmut King, erworben werden. Sämtliche Einnahmen fließen in die Honorare der teilnehmenden Künstler und Techniker. Beim nächsten Stream am morgigen Donnerstag um 20.21 Uhr singt unter anderem Reinhold Bilgeri Jazz und stellt seinen neuen Roman vor. Infos gibt es unter www.kunsthilftkunst.at.

Ist es für die Künstler nicht auch wichtig, dass sie eine Möglichkeit haben aufzutreten? Wie nehmen die sie dieses Angebot an?
Bernie Weber:
Das Auftreten-Können ist einer der wesentlichsten Punkte der ganzen „stream in – Kunst hilft Kunst“-Aktion. Darum geht es wirklich. Musiker, Schauspieler, Tänzer brauchen die Auseinandersetzung und das Aufeinandertreffen mit ihrem Publikum und diese Möglichkeit schaffen wir mit unserer Aktion. Da kommt es auch gar nicht einmal darauf an, ob da jetzt mehr oder weniger zusehen. Es geht um die Bühne, um den Auftritt, um den Moment – und das gibt es offline und online.
Heidi Salmhofer: Wichtig sei aber auch zu erwähnen, dass wir mit „stream in“ zeigen wollen, dass auch die Arbeit eines Künstlers wirklich Arbeit ist und bezahlt gehört. Zu oft wird in der Kulturbranche gratis oder gegen Aufwandsentschädigung gearbeitet.

Die Brüder Bernie (l.) und Armin Weber. <span class="copyright">Weber/Weber</span>
Die Brüder Bernie (l.) und Armin Weber. Weber/Weber

Das Programm scheint ja recht breit aufgestellt zu sein. Gibt es trotzdem Schwerpunkte? Was erwartet die Zuschauer beim nächs­ten Termin?
Bernie Weber:
Wir versuchen ein möglichst breit gefächertes Programm auf die Bühne zu stellen. Quer durch die Kunstsparten, quer durch die Genres.
Armin Weber: Wir freuen uns auch darauf, einige CD-Produktionen vorstellen zu dürfen. Das zeigt, dass die Künstler im Land nicht in der Untätigkeit verharrt sind, sondern ihre Kreativität für Neues genutzt haben.
Heidi Salmhofer: Das ist auch das spezielle an „stream in“. Wo sieht man sonst eine solch geballte Ladung an Vorarlberger Kunst? Es führt vor Augen, welchen Schatz wir hier beherbergen und wie wichtig es auch ist, diesen beizubehalten und Kunst und Kultur als wichtige Bestandteile unserer Gesellschaft zu sehen.

Heidi Salmhofer. <span class="copyright">Samman</span>
Heidi Salmhofer. Samman

Wie lange wird die Aktion noch weitergehen? Solange, wie der Lockdown andauert?
Bernie Weber:
Voraussichtlich bis 14. Februar, wenn es sein muss auch noch länger, solange unser Atem reicht und solange unsere Fans die Aktion unterstützen.
Armin Weber: Es kommt auf zwei Dinge an: Wann die Veranstaltungen wieder in einem vertretbaren Rahmen stattfinden können, und ob unser Technik-Team so zusammenbleiben kann, da verschiedene Jobs trotz Lockdown gemacht werden müssen. Von Ausstellungsvorbereitungen bis zu Unternehmens­events. Ohne das Team geht nichts.

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