Kultur

Oper bleibt am Landestheater

20.01.2021 • 19:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
"La Clemenza di Tito" war vergangenes Jahr zu erleben. <span class="copyright">Anja Köhler</span>
"La Clemenza di Tito" war vergangenes Jahr zu erleben. Anja Köhler

Gräve: Abschaffung der SOV-Kooperation steht nicht zur Debatte.

Seit Dienstag laufen die Proben zur Opernproduktion „Jephta“ am Vorarlberger Landestheater – doch ob Händels Werk schon am 7. März ertönen wird, ist nicht gesichert. Wie Intendantin Stephanie Gräve bereits am Montag skizzierte, gibt es noch offene Fragen, was die Bedingungen nach dem Lockdown betrifft. Die Entscheidung, ob die Oper heuer gezeigt werden kann, werde ungefähr in der zweiten Februarwoche getroffen – und zwar nicht von ihr allein, betonte die Intendantin im Gespräch. Eine Aussendung des ÖVP-Kultursprechers Christoph Thoma veranlasste Gräve, gestern außerdem klarzustellen: Es gibt keine Pläne, die alljährliche Oper am Landestheater abzuschaffen.

Stephanie Gräve.<span class="copyright"> Anja Köhler</span>
Stephanie Gräve. Anja Köhler

Thoma sieht hingegen die zukünftigen Produktionen in Gefahr, titelte er seine gestrige Aussendung mit „Pandemie darf nicht zum grundsätzlichen Aus der Opernproduktion im Theater am Kornmarkt führen“. Die SOV-Kooperation „vonseiten der Intendanz zu hinterfragen, zeugt von wenig Verständnis für die Vorarlberger Kulturlandschaft“, ergänzte er. Gräve hielt im Gespräch dagegen: Sie brenne nicht nur für die Barockoper „Jephta“, und stehe in engem Austausch mit dem SOV-Geschäftsführer Sebastian Hazod. Geplant werde gemeinsam bereits für die kommenden Jahre. Es müsse aber thematisiert werden, dass die Budgetsituation das Vorhaben zukünftig weiter erschweren würde.

Kostenfaktor

Denn auch wenn das Symphonieorchester einen Teil der Kosten kompensieren würde, indem es sich mitfinanziere, bleibe laut Gräve finanziell der Großteil am Landestheater hängen. Um Qualität zu garantieren, könne bei einer Oper nur bedingt, etwa mit einer kleineren Besetzung, gespart werden. „Die Produktion ist ein großer Kos­tenfaktor für beide Seiten“, so Gräve, die hier angesichts der Budgetkürzung seitens des Landes auch die Politik anspricht.

Vorlaufzeit

Was nun bei „Jephta“ entscheidend sein wird, ist erstens die erlaubte Zuschaueranzahl nach dem Lockdown: Rund zwei Drittel der rund 500 Sitze im Großen Haus müssten aufgrund der Abonnenten besetzbar sein, informiert die Intendantin. Im Gegensatz zu einer kleinen Schauspielproduktion brauche es hier zudem eine gewisse Vorlaufzeit, um die Premiere angemessen kommunizieren zu können. Auch ein Abendspielverbot im März mache eine Premiere unwahrscheinlich. Gebe es spätestens bis Mitte Februar noch keine konkreten Signale vom Bund, werde es schwierig. Und da eine Oper mit komplexer Besetzung und vielen Gästen nicht einfach „vor sich hergeschoben“ werden könne, sei ein Ersatztermin erst 2022 möglich.

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