Kultur

Homunculus lässt es krachen

27.01.2021 • 19:28 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Daniel Wagners „Der kleine Angsthase“ ist ein Stück zum Mutmachen. <span class="copyright">Klaus Zinnecker</span>
Daniel Wagners „Der kleine Angsthase“ ist ein Stück zum Mutmachen. Klaus Zinnecker

Die 30. Ausgabe des Festivals wird im Mai ­stattfinden.

Das Festival findet in diesem Jahr statt – wir wissen nur noch nicht, wie“, sagt Dieter Heidegger, Geschäftsführer des Vereins Homunculus. Das gleichnamige Figurentheaterfestival wird im Mai die 30. Ausgabe feiern, etwaige Beschränkungen sollen dem nicht im Wege stehen, wie bei der gestrigen Programmpräsentation betont wurde. Für den Fall der Fälle steht ein Plan B bereit: Mit mehreren Kameras sollen die Aufführungen aus dem Hohenemser Löwensaal aufgenommen, und für Ticketbesitzer mit einem „Livestream auf hohem Niveau“ übertragen werden, erklärte Heidegger. Den Theatergruppen würden im Anschluss die Aufnahmen frei zur Verfügung stehen.

Ein Seilakrobatik-Spektakel ist im Palasthof geplant. <span class="copyright">Theaterfirma/Marion Mayer</span>
Ein Seilakrobatik-Spektakel ist im Palasthof geplant. Theaterfirma/Marion Mayer

Mit reichlich Optimismus hofft Intendantin Susi Claus, die aus Berlin zugeschaltet war, auf die Durchführung von Plan A. Sie ist sich sicher, „dass wir es krachen lassen“. Unterstützung gibt es dafür etwa vom Hohenemser Bürgermeister Dieter Egger, er gab beim Pressetermin sogleich eine Zusage zur anstehenden Förderung durch die Stadt. Insgesamt stehen im Jubiläumsbudget 110.000 Euro zur Verfügung. Zusagen gab es auch von vielen Kleinsponsoren, der Sponsor Raiffeisen habe einen Vertrag für weitere drei Jahre fixiert, informierte Heidegger. Von Bund und Land soll es ebenfalls Unterstützung geben. Das Festival finanziert sich zu knapp 50 Prozent selbst.

„Trabi“

Zum Jubiläum stehen einige Besonderheiten auf dem Programm. Dass auch der kultige Kleinwagen „Trabi“ eine Rolle spielen wird, ist der Entstehungszeit des Festivals geschuldet: 1991 war der Produktionsstopp des Trabant, kurz darauf feierte das Festival Premiere – zu der im Laufe der Jahre auch viele Gäste aus Ostdeutschland zu Besuch waren, so Claus. Deshalb wird am 8. Mai in einem Open-Air-Kino am Schlossplatz der Film „Go Trabi Go“ gezeigt. Die Künstler Günther und Mona Blenke werden zudem ein altes Exemplar bearbeiten, dass beim ehemaligen „Ständle“ platziert wird.
Mit Unterstützung der Familie Waldburg-Zeil wird außerdem in den Palasthof geladen. Die Theaterfirma wird dort am 8. Mai, passend zu Hohenems, „Nibelungen, Sex & Crime“ zum Besten geben. Die gesamte Geschichte wird dabei mit Hochseilakrobatik erzählt – zu zweit, mit der „Kunst des Dillettantismus“, wie Claus sagt.

Kasperl in der Sinnkrise in "Kasper in Teufels Küche". <span class="copyright">Jutta Missbach</span>
Kasperl in der Sinnkrise in "Kasper in Teufels Küche". Jutta Missbach

Die Intendantin und zwei ehemalige künstlerische Leiter bereichern außerdem das Programm. Claus wird am 10. Mai zusammen mit Peter Müller, wie bereits 2020 geplant, „Der kleine Häwelmann“ auf die Bühne bringen, ein Schattentheater für Zuschauer ab fünf Jahren. Am selben Tag gibt es vom ehemaligen Intendanten Christoph Bochdansky zusammen mit den Strottern das Erwachsenen-Programm „Im Blut“: Ein poetischer Abend mit Puppen, szenischem Spiel und Liedern.

Flug über Atlantik

Pierre Schäfer wird am 11. Mai als Vorarlberg-Premiere „Herr Wolf und die sieben Geißlein“ ab sechs Jahren zeigen. Er ist auch als Regisseur mehrmals vertreten. Am Abend gibt es dann ein Stück an einem (noch) geheimen Ort zu erleben: Die Kompanie Handmaids präsentiert für Erwachsene die Produktion „Zwischenfälle“. Bei einem Flug über den Atlantik geht es durch die absurden Höhen und Tiefen des menschlichen Daseins.

"Ich bin Einhorn, wer bis Du?" vom Theater Urknall. <br><span class="copyright">Angelique Preau Fotografie</span>
"Ich bin Einhorn, wer bis Du?" vom Theater Urknall.
Angelique Preau Fotografie

Eröffnet wird Homunculus mit einer Darbietung von Joe Heinrich, dessen Puppenspiel bis 2018 in der Sendung „quer“ im Bayerischen Rundfunk zu sehen war. Die Vorstellung ist jedoch für Sponsoren gedacht. Am 7. Mai geht es los mit dem Familientheater „Schlimmes Ende“ ab acht Jahren vom TamS Theater. Ebenfalls eine Österreich-Premiere ist „Grand Hotel Grimm“ vom Theater Zitadelle. Das Stück für Erwachsene ist eine Fortsetzung der Stadtmusikanten-Saga der Truppe. Die Tiere haben sich nun ein Hotel gekauft, in das illustre Gäste aus der Grimm’schen Märchenwelt einchecken: ein „Riesenspaß“, meint Claus.

Homunculus Nummer 30

Das 30. Homunculus-Festival findet vom 6. bis 14. Mai im Löwensaal Hohenems und an anderen Spielorten statt. Der Kartenvorverkauf hat, vorerst mit einem kleineren Kontingent, begonnen. Infos gibt es unter www.­homunculus.info.

Weiters im Programm: Daniel Wagners „Der kleine Angsthase“ ab fünf Jahren (8. Mai), sowie „Ente, Tod und Tulpe“ vom Theater Couturier am 9. Mai: Ein Familienstück über und mit dem Tod nach dem gleichnamigen Buch. Das Theater Urknall spielt am 12. Mai erstmals in Österreich „Ich bin Einhorn, wer bist Du?“ für Kinder ab vier Jahren. „Monsieur Ibrahim …“ vom Thea­ter Laboratorium ist ebenso zu sehen wie zwei Stücke von den Thalias Kompagnons: Bei „Kasper in Teufels Küche“ stürzt sich Kasperl in eine Sinnkrise (für Erwachsene, 13. Mai), „Daheim in der Welt“ (14. Mai, ab fünf Jahren) behandelt das Thema Zuhause. Zum Schluss gibt es ein „Theater-Remmidemmi“ von Candlelight Dynamite namens „Giganten des Universums“.

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