Kultur

Zeichen stehen auf “alles neu”

01.02.2021 • 20:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Plakate machen auf die Stipendien in Bregenz aufmerksam. <span class="copyright">Reichart</span>
Plakate machen auf die Stipendien in Bregenz aufmerksam. Reichart

Neues Förderprogramm, Bregenzer Kulturservice in Arbeit.

Seit Anfang Dezember ist Judith Reichart die neue Kulturamtsleiterin in Bregenz. Die geplante Umstrukturierung des Amtes in das Kulturservice läuft, wie sie im Gespräch bestätigt. „In etwa drei bis vier Wochen werden wir erste Ergebnisse vorweisen können“, meint Reichart. Sie sieht ihre Arbeit als eine „tolle Chance“ das Amt neu auszurichten. „Wir können über die gewohnten Strukturen hinaus denken und uns fragen: Was ist notwendig, was brauchen wir, und was nicht“, meint die 1969 geborene Bregenzerin.

Judith Reichart. <span class="copyright">Petra Rainer</span>
Judith Reichart. Petra Rainer

Die Herausforderungen für die Zukunft sieht Reichart auch in Verbindung mit der Corona-Pandemie. Trotz aller Not, welche die Krise mit sich bringe, würde die Situation etwa die Möglichkeit bieten, Kunst wieder vermehrt in den öffentlichen Raum hinauszutragen. „Mehr Mobilität in der Kunst“ laute das Motto. Die Auswirkungen der Krise sei ein Faktum: „In der Gesellschaft wird sich vieles verändern“, ist sie sich sicher. Doch auch für das Magazin 4 und zukünftige Ausstellungen im Palais Thurn & Taxis gebe es bereits konkrete Ausstellungspläne, so Reichart. Das Magazin 4 sei leergeräumt und „bereit für neue Schandtaten“, meint die Kulturamtsleiterin. In der Stadtvertretung am 23. Februar sollen die Vorhaben beschlossen werden, im Anschluss werde man damit an die Öffentlichkeit treten.   

Die Stipendien

Für zehn Kunst- und Kulturschaffende stehen insgesamt 45.000 Euro bereit. Ausgewählt werden die Anwärter durch eine Fachjury. Alle Infos und Dokumente gibt es unter www.bregenz.at/foerdertkunst.

In der Zwischenzeit wurde von der Landeshauptstadt ein neues Stipendienprogramm für freischaffende Kunst- und Kulturakteure ins Leben gerufen. Die Fördermaßnahme wurde auf Antrag der Bregenzer Grünen in die Stadtvertretung eingebracht und am 21. Dezember gemeinschaftlich beschlossen. Kulturstadtrat Michael Rauth sprach sich in einem Statement ebenfalls für die Stipendien aus – es sei auch Aufgabe der Stadt, Bregenzer Künstler in der Krise zu unterstützen. Die Stipendien weisen eine Förderhöhe von insgesamt 45.000 Euro auf und laufen jeweils drei Monate. Für jeden teilnehmenden Kunstschaffenden gibt es 1500 Euro monatlich, im März startet die Auszahlung.

Präsentation

Reichart betont die Breite der angesprochenen Sparten: Das Angebot richtet sich an Akteure aus den Bereichen bildende Kunst, Musik, Literatur, Tanz, Theater, Vermittlung, Kulturmanagement und Kulturtheorie – und zwar an jene, die mit finanziellen Engpässen aufgrund der Corona-Pandemie zu kämpfen, und ihren Hauptwohnsitz oder Arbeitsmittelpunkt in der Landeshauptstadt haben. Von Vorteil wäre es, wenn aus den ausgezahlten Stipendien Arbeiten resultieren würden, ergänzt die Kulturamtsleiterin. Die Ergebnisse sollen nämlich anschließend in einer Präsentation zugänglich gemacht werden, so der Plan.